Fastenpredigt
vor 6 Stunden
Vade Retro Satana, Numquam Suade Me Vana
Die Tauben von Fatima
1946 feierte Portugal den dreihundertsten Jahrestag seiner Weihe durch König Juan IV. an Unsere Liebe Frau der Empfängnis, und am 14. Mai wurde die Statue der Muttergottes von Fatima, am Ende des Marianischen Kongresses von Evora, wo die Weihe vor 300 Jahren vollzogen wurde, vom päpstlichen Abgesandten, Kardinal Aloisi-Masella vor 800 000 Gläubigen gekrönt. (Zum Dank dafür daß Portugal, wie von der Madonna vorhergesagt, vom 2. Weltkrieg verschont blieb) Im Anschluss daran begann ein grosser feierlicher Umzug von über 400 Kilometern mit der gekrönten Statue der Heiligen Jungfrau von Fatima.
Diese triumphale Reise, die vom 22. November bis 24. Dezember dauerte und unübersehbare Menschenmassen anzog, wurde durch ein Ereignis hervorgehoben. Am 29. November liess Terezinha Campos in Bombarral fünf Tauben frei, die, nachdem sie sich hoch in die Lüfte erhoben hatten, eine nach der anderen, sich zu Füssen der Statue niederliessen und in einem ganz erstaunlichen Verhalten, sich vor ihr verneigten. Von diesem Tag an, liess man zahlreiche Tauben frei und viele suchten Schutz zu Füssen der Marienstatue, wo sie tage- und nächtelang verweilten, ohne auf Nahrungssuche zu gehen, ohne sich von der Menschenmenge stören zu lassen. Sie wandten sich den Betern zu oder dem Allerheiligsten und dem Kreuz, wenn diese auf den Altar gestellt wurden. Sie folgten den Transporten und wenn Flugzeuge mit der Statue nach allen fünf Kontinenten aufbrachen, warteten sie am Ort, an dem sie aufgestellt werden sollte.
Das Ereignis mit den Tauben beeindruckte das portugiesische Volk sehr. Der Kardinal von Lissabon brachte seine Verblüffung in einer Radiobotschaft am Weihnachtstag 1946 zum Ausdruck. Abbé Miguel de Oliveira schrieb in seinen „Novidades“ vom 7. Dezember, der fast vollständig den Tauben Unserer Lieben Frau gewidmet war: „In einigen Jahrhunderten wird es nicht an Freidenkern mangeln, die über unsere Naivität lächeln und sich fragen werden, wieso es Mitte des XX. Jahrhunderts möglich war, eine mittelalterliche Legende zu erfinden. Es ist aber keine Legende, es ist authentische Geschichte, die hunderttausende Menschen bezeugen.“
Auszug aus dem Buch „Les colombes de Notre-Dame“ Das viele Fotos dieser wunderbaren Ereignisse zeigt Résiac - Fatima édition - Februar 1985
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in Jahren erbaut; und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Johannes 2:18-22
Offenbarung in Gips: Die Lourdes-Madonna
Wäre sie doch dem Fra Angelico erschienen. Doch sie kam Jahrhunderte später. Und hatte offenbar nicht vor, ein Kunstwerk zu werden.Warum aber die „Kommodenheiligen“ dennoch mehr sind als nur Kitsch.Kurz zusammengefaßt beschreibt er wie die römisch-katholische Kirche sich von der Heiligendarstellung mittels Ikonen, die ja immer gleich aussehen müssen und deshalb nicht gemalt sondern „geschrieben“ werden, abwandte. Durch Jahrhunderte haben sich dann Künstler an der biblischen Thematik ausgetobt oft auch mit einer Glaubensgrundlage Marke Eigenbau bis sie sich anderen Themen zuwandten. Und dann kam die Lourdes-Madonna!
Der bürgerliche Aufsteiger – und wer wäre das nicht – fürchtet den Kitsch, weil er sich in seiner Geschmacksunsicherheit entlarvt sehen könnte – unsere pauperistischen und minimalistischen Interieurs sprechen auch von der Sorge, durch größere Opulenz womöglich in eine Kitschfalle zu geraten und sich von Geschmacksrichtern der Kleinbürgerlichkeit überführt zu sehen; das kann einem in einem leeren Raum natürlich nicht passieren. Aber der Kitsch ist stark und überlebt in unserer Welt auch die rigidesten Vorsichtsmaßnahmen. Längst kennen wir den kahlen Kitsch, den sauren Kitsch, den grünen Kitsch, den Betroffenheitskitsch und den Authentizitätskitsch und jede dieser Spielarten ist viel schwieriger aufzuspüren und bedarf eines erheblich geschliffeneren Geschmacks zu ihrer Entdeckung als die Lourdes-Madonna in ihrer ungeschützten naiven Unschuld. Sie schützt sich nicht, die Lourdes-Madonna, aber sie kann beschützen. Cordelia Spaemann, die verstorbene Frau des Philosophen Robert Spaemann, sagte, dass der Devotionalienkitsch der Wallfahrtsorte, an der Spitze die Lourdes-Madonna, der Schutzwall sei, mit dem die blasierten Ästheten – sie sprach von „Ästhetenpack“ – dem Heiligtum ferngehalten würden.
Schieben wir also die gesamte Frage des Kitsches bezüglich der Lourdes-Madonna mit der angemessenen Grobheit zur Seite und schauen wir dem nackten Faktum ins Auge, dass es im ganzen zwanzigsten Jahrhundert nicht eine einzige künstlerische oder kunsthandwerkliche Schöpfung gab, die derart eindeutig, allgemeinverständlich, nationen- und kulturenübergreifend funktional im liturgischen Sinn und identifizierbar katholisch gewesen wäre wie die Lourdes-Madonna. Ihr anonymer Schöpfer besaß dieselbe formstiftende Genialität wie der Zeichner der Mickey Mouse und der Entwerfer des Coca-Cola-Schriftzuges. Wo die Lourdes-Madonna steht, ist die katholische Kirche. Angesichts solcher Durchsetzungsgewalt – und wie sanft ist diese Gewalt! – schnurrt jedes Geschmacksurteil über sie zum höchst belanglosen persönlichen Schön- oder Hässlichfinden zusammen. ... Von der großen alten Kunst Europas ist sie genauso weit entfernt wie von der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, für avancierte Kunstkritiker des neunzehnten Jahrhunderts war sie Dienstmädchenkunst, für westeuropäische Liturgieexperten des zwanzigsten Jahrhunderts ist sie nur für Polen und Afrikaner tauglich. Das ist ein gutes Zeichen für ihre Lebensfähigkeit.Sag ich doch, ein „Hoch“ auf den religiösen Kitsch, denn er ergreift nicht nur das Herz sondern bringt das Heilige dort hin, wo es gebraucht wird, nämlich in den Alltag der Menschen: In die Schlafzimmer und Kirchennischen und selbstgebauten Gartengrotten.


Am 16. Juni wird es um 10 Uhr zu einer besonderen Aktion in der Dieburger Wallfahrtskirche kommen. (Klingt als könnte keiner was dafür, es passiert halt einfach) Der Wünschelrutenspezialist ... wird in diesem geheiligten Haus mit der Wünschelrute "Orte der Kraft" orten. Auch eine Führung durch das älteste Gotteshaus Dieburgs ist damit verbunden.
Im Zusammenhang mit dem Kommentar von Sarah zu meinem letzten Blogeintrag, die von der positiven Veränderung ihres Mannes nach seiner Konversion berichtet, möchte ich eine Beobachtung bezüglich Katholiken erzählen.
Wie bin ich schließlich katholisch geworden? Ich versuchte zunächst ca. 1 Jahr lang nach der Auflösung meiner esoterischen Gruppe alleine meditativ vor einem kleinen Altar, auf dem zuerst nur Maria stand, meine Erfahrungen zu bearbeiten und einzuordnen was ich eigentlich gelebt hatte. Während dieser Zeit begann mein Mann, selbst erst konvertiert, unsere Wohnung mit Marienstatuen und Kruzifixen zu füllen und Rosenkränze zu sammeln. Irgendwann stellte ich fest: "Oh, ich bin umstellt!" aber auch, daß über der Madonna auf meinem Altar ein - kleines - Kruzifix zu hängen habe.