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Donnerstag, 22. Mai 2014

"Der 13. Tag" Teil II, Offenbarungen


Nun zu der Haltung der katholischen Kirche zu Offenbarungen:

Jesus hat seinen Jüngern versprochen, daß er ihnen nach seiner Himmelfahrt den Tröster senden würde, den Heiligen Geist. Dieser würde sie alles lehren, was er ihnen jetzt noch nicht sagen könne, da sie es jetzt noch nicht verstünden. Aus der Apostelgeschichte wissen wir, daß der Heilige Geist zu Pfingsten zu den Jüngern kam und sie darauf unter anderem in fremden Sprachen reden, verkünden und prophezeien konnten.

Wie aus den Briefen des Apostels Paulus hervorgeht, ging es anfangs manchmal ziemlich drunter und drüber in den Gemeinden. Man kann sich gut vorstellen, daß, wenn alle gleichzeitig prophetisch oder in fremden Sprachen reden das ein großes Durcheinander gab und nachher keiner mehr was davon hatte. Wie man heute bei esoterischen Medien sieht birgt das auch die Gefahr des Hochmuts und der Konkurrenz nach dem Motto: Ich bin der größte aller Seher.

Paulus hat daher schon damals einerseits Regeln aufgestellt, um das zu ordnen, andererseits hat er aber auch darauf bestanden, daß man dabei den Geist nicht unterdrücken und das Sprechen im Heiligen Geist zulassen soll - allerdings in Demut und Gehorsam gegen die gewählten Oberen. Denn auch die Fähigkeit zu leiten ist eine Gabe des Heiligen Geistes und gleichwertig mit der Gabe der Prophetie. Schwester Lucia, die einzige der Seherkinder, die alt wurde, hat in diesem Sinne auch akzeptiert, daß ihre Oberen darüber zu entscheiden haben, wann die von den Seherkindern empfangenen Privatoffenbarungen veröffentlicht werden.

Was nun sind Privatoffenbarungen?

Die Kirche unterscheidet zunächst zwischen der "öffentlichen Offenbarung" und "Privatoffenbarungen". Kurz zusammengefaßt bezeichnet öffentliche Offenbarung "das der ganzen Menschheit zugedachte Offenbarungshandeln Gottes, das seinen Niederschlag im alten und neuen Testament der Bibel gefunden hat. Es heißt Offenbarung, weil Gott darin sich selbst Schritt um Schritt den Menschen zu erkennen gegeben hat bis zu dem Punkt, daß er selbst Mensch wurde, um durch den menschgewordenen Sohn Jesus Christus die ganze Welt an sich zu ziehen und mit sich zu vereinigen." (S.237 Schwester Lucia spricht von Fatima) Jesus Christus wird im Johannesevangelium als das Wort, das in die Welt gekommen ist bezeichnet, Gott hat alles in diesem einen Wort gesprochen.

 Die Autorität der Privatoffenbarungen ist wesentlich verschieden davon. Während die Offenbarung in der Bibel der Leitfaden ist, dem man vertrauen und an dem man sein Leben ausrichten kann, sollen Privatoffenbarungen nicht einfach geglaubt werden, sondern werden nach den Regeln der menschlichen Klugheit von der Kirche geprüft. Sie werden daraufhin abgeklopft, ob sie nichts enthalten was dem Glauben und den guten Sitten widerspricht. Danach erst wird die Erlaubnis gegeben sie zu veröffentlichen. Es gilt dann, daß "eine solche Botschaft ... eine wertvolle Hilfe sein (kann), das Evangelium in der jeweils gegenwärtigen Stunde besser zu verstehen und zu leben, deshalb soll man sie nicht achtlos beiseite schieben." (S.239 Schwester Lucia spricht)

Hier die Ereignisse von Fatima auf der Website des Vatikan.

Sonntag, 3. November 2013

Taubenwunder - Wundertauben


Im habe immer gedacht, daß die 3 weißen Tauben zu Füßen der Statuen der Madonna von Fatima ein Accessoire seien bis uns auffiel, daß es auf dem riesigen Wallfahrtsplatz bei dem Erscheinungsort augenscheinlich keine anderen als ausschließlich weiße Tauben gab.

Bei dem Abschlußgottesdienst am 13.Oktober, als die Statue der Madonna durch die Menschenmenge getragen wurde, kreiste dann minutenlang eine weiße Taube über der Herz-Jesu-Statue in der Mitte des Platzes. Eine unserer Mitwallfahrerinnen machte uns aufgeregt darauf aufmerksam, eine andere (eine versierte Fotografin) versuchte die Taube zu fotografieren. Das ging aber nicht, denn sobald sie die Taube durch den Sucher der Kamera fixieren wollte sah sie sie nicht, schaute sie wieder ohne Kamera sah sie die Taube. Mittlerweile schauten etliche aus unserer Gruppe hinauf - und dann verschwand die Taube plötzlich. Und je nach Charakter dachten wir entweder an eine Sinnestäuschung oder an ein Wunder.

Nachdem ich folgenden Bericht gelesen habe, tendiere ich eher zu der zweiten Möglichkeit:

Die Tauben von Fatima
1946 feierte Portugal den dreihundertsten Jahrestag seiner Weihe durch König Juan IV. an Unsere Liebe Frau der Empfängnis, und am 14. Mai wurde die Statue der Muttergottes von Fatima, am Ende des Marianischen Kongresses von Evora, wo die Weihe vor 300 Jahren vollzogen wurde, vom päpstlichen Abgesandten, Kardinal Aloisi-Masella vor 800 000 Gläubigen gekrönt. (Zum Dank dafür daß Portugal, wie von der Madonna vorhergesagt, vom 2. Weltkrieg verschont blieb) Im Anschluss daran begann ein grosser feierlicher Umzug von über 400 Kilometern mit der gekrönten Statue der Heiligen Jungfrau von Fatima.
Diese triumphale Reise, die vom 22. November bis 24. Dezember dauerte und unübersehbare Menschenmassen anzog, wurde durch ein Ereignis hervorgehoben. Am 29. November liess Terezinha Campos in Bombarral fünf Tauben frei, die, nachdem sie sich hoch in die Lüfte erhoben hatten, eine nach der anderen, sich zu Füssen der Statue niederliessen und in einem ganz erstaunlichen Verhalten, sich vor ihr verneigten. Von diesem Tag an, liess man zahlreiche Tauben frei und viele suchten Schutz zu Füssen der Marienstatue, wo sie tage- und nächtelang verweilten, ohne auf Nahrungssuche zu gehen, ohne sich von der Menschenmenge stören zu lassen. Sie wandten sich den Betern zu oder dem Allerheiligsten und dem Kreuz, wenn diese auf den Altar gestellt wurden. Sie folgten den Transporten und wenn Flugzeuge mit der Statue nach allen fünf Kontinenten aufbrachen, warteten sie am Ort, an dem sie aufgestellt werden sollte. 
Das Ereignis mit den Tauben beeindruckte das portugiesische Volk sehr. Der Kardinal von Lissabon brachte seine Verblüffung in einer Radiobotschaft am Weihnachtstag 1946 zum Ausdruck. Abbé Miguel de Oliveira schrieb in seinen „Novidades“ vom 7. Dezember, der fast vollständig den Tauben Unserer Lieben Frau gewidmet war: „In einigen Jahrhunderten wird es nicht an Freidenkern mangeln, die über unsere Naivität lächeln und sich fragen werden, wieso es Mitte des XX. Jahrhunderts möglich war, eine mittelalterliche Legende zu erfinden. Es ist aber keine Legende, es ist authentische Geschichte, die hunderttausende Menschen bezeugen.“
 Auszug aus dem Buch „Les colombes de Notre-Dame“ Das viele Fotos dieser wunderbaren Ereignisse zeigt Résiac - Fatima édition - Februar 1985

Hervorhebungen und Klammer von mir.

Nachdem ich von der Heilungszeremonie eines indianischen Schamanen las, der an einem bestimmten Punkt der Zeremonie Vögel brauchte, das Fenster öffnete und sie dann eben herbeirief, und von einem indischen Guru, der keine Fliegen in seiner Hütte aus Stöcken wollte, weil ihm das nicht gefiel, und die Fliegen waren überall, aber nicht in dieser Freilufthütte, oder von einem Medinzinmann, der den Fortgang einer Zeremonie dadurch sicherte, daß er eine Gewitterwolke teilte und so um den Ort der Zeremonie herum leitete, frage ich mich, warum ausgerechnet Gott und seine Heiligen eigentlich nicht in der Lage sein sollen, Dinge zu tun, die die Wissenschaft nicht erklären kann ....

Der Text kommt von hier.
Das Bild kommt von hier.

Sonntag, 30. September 2012

Priester und Ordensleute


Letzte Woche habe ich in Erfurt die ehemalige Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters auf dem Petersberg besucht. Die große Kirche, wohl ursprünglich sogar größer als der Dom wurde jetzt schon einige Jahrhunderte als Speicher benutzt. Es sind mehrere Ebenen eingezogen worden und die Bohlen dafür einfach in die Pfeiler gekloppt, ratschbumm. Auch die Außenseite ist in einem elenden Zustand. Man kann unten eine Ausstellung für "Konkrete Kunst" besuchen, die ich eher unkonkret fand und sieht dann noch die ursprünglichen Raummaße.

Als ich im ersten Stock war, die Säulenkapitelle beschädigt und oben abgesenst damit ein großes Scheunendach darauf paßt, ging ich in Richtung des ehemaligen Altarraums, der mit 2 Blöcken abgetrennt war und dachte: Herr, bitte schicke uns gute Priester und Ordensleute, das hier ist ein Jammer!

Und dann, ganz zum Schluß, ein kleines Kreuz, gebunden aus krummen Holzzweigen auf dem Fensterbrett. Ein kleiner Trost, ich bin nicht die einzige, die sich wünscht daß diese Kirche ihrer ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt wird.

Ich erinnere mich dunkel daß jemand von der Blogoszese das kleine Kreuz dort hingelegt hat? Aber wenn das so ist, dann wurde es ja dennoch auch liegen gelassen von den Restaurateuren und den Besuchern, und das finde ich eigentlich noch ermutigender.

Sonntag, 9. September 2012

Lebendige Steine


Großer Bahnhof heute in einer der Gemeinden unseres Pfarrgemeindeverbands, 50jähriges Jubiläum, der Kardinal kommt. Es war eine schöne und würdig gefeierte heilige Messe, schön in einer voll besetzten Kirche gemeinsam zu singen, schön 4 Priester, 2 Diakone und jede Menge Messdiener bei einer Messe am Altar zu sehen. Die Predigt des Kardinals war eher ziellos, aber eines hat mich berührt:

In unserer Gegend gab es erst nach dem 2. Weltkrieg wieder so viele Katholiken - die meisten Flüchtlinge - daß es sich lohnte katholische Kirchen zu bauen. Der Kardinal brachte das in den Zusammenhang, daß die Kirche zuerst aus lebendigen Steinen bestehen muß für die man dann Kirchen aus Steinen bauen kann.

Aber an dieser Kirche heute fiel mir auch auf was ich schon zu oft gesehen habe, daß wir jetzt das umgekehrte Problem haben, die Kirchen aus Steinen müssen wieder mit lebendigen Steinen gefüllt werden, die wissen wer da warum verehrt und angebetet wird.  Allzu lange hat in allzuvielen Gemeinden eine Kaffeekränzchenkultur geherrscht, wo man Pöstchen nach dem Diktum eingeschworener Alteingesessener verteilt hat, um die keiner herumkam. Die nach dem 2. Vatikanum hervorgehobene Bedeutung des Laienapostolats hat allzu oft nicht zur Stärkung des Glaubens geführt sondern zu seiner Verflachung - insbesondere wenn diese Gemeinden von Laisser-faire-Priestern geführt wurden.

Der Effekt dieses Laisser-faire ist derselbe wie in der antiautoritären Kindererziehung - ohne klare Linien in der Erziehung bekommen die Kinder ihr Leben nachher nicht auf die Reihe und ohne klare Glaubenslinien mutiert das Laienapostolat zu einem um sich kreisenden  Kaffeekränzchen mit immer denselben für Außenstehende völlig uninteressanten Themen. Die Apostel betreiben Nabelschau anstatt hinauszugehen und anderen die frohe Botschaft zu bringen.

Der Auftrag Jesu das Evangelium zu verkünden wäre im Sande verlaufen hätten die ersten Apostel es so gemacht wie heute so viele Gemeinden.

Die Kirchen aus Stein werden nur dann wieder vom Geist dessen erfüllt für den sie gebaut wurden, wenn in ihnen gebetet wird und das nicht nur am Sonntag, sonst bleiben sie nichts anderes als Stein, in denen sich alle möglichen Geister breit machen können als der Geist Gottes.

Aber auch in dieser Kirche gibt es dazu einige sehr hoffnungsvolle Aufbrüche, wenn ein mutiger und frommer Pfarrer Anbetungszeiten anbietet zum Beispiel und wenn ebenso mutige Diakone wieder Klartext reden mit den Erstkommunionkindern, ihren Eltern und mit allen, die ihnen begegnen. Dann funktioniert auch der Laienapostolat, weil die Laien wissen worum es geht.

Das Bild kommt von hier.

Freitag, 31. August 2012

Auch wenn es nicht so richtig


in die Jahreszeit paßt: Ich hatte gerade ein Aha-Erlebnis. Nachdem ich endlich mal die Jesus-Bücher unseres Papstes fertig gelesen habe war ein besonderer Augenöffner für mich, daß für die frühen Christen vollkommen klar war, daß Jesus Christus der neue Tempel ist.

Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in Jahren erbaut; und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Johannes 2:18-22 

Die frühen Christen haben daher auch keinerlei Anstalten gemacht den jüdischen Tempel in Jerusalem zu verteidigen, als er 70 nach Christus zerstört wurde.

Heute nun wurde mir im Gespräch mit meinem Liebsten noch einmal klar, daß wir mit Weihnachten das christliche Tempelfest feiern. Der neue Tempel, der Jesus Christus ist, wird geboren. Das jüdische Tempelfest "Chanukka" am 25. Dezember wird auch heute noch zum Gedenken an den Tag  gefeiert als der Tempel in Jerusalem durch die Makkabäer von den Griechen befreit wurde, die ihn entweiht hatten.

Die ersten Christen waren vor allem Judenchristen, denn Jesus hatte seinen Aposteln zur Aufgabe gemacht das Evangelium zuerst den Juden zu verkünden und dann allen anderen. Daran hat sich auch Paulus auf seinen vielen Reisen gehalten. In Kenntnis des jüdischen Festkreises haben die ersten Christen das Fest der Geburt Christi auf das Datum des jüdischen Tempelfestes gelegt, obwohl Jesus Christus im März geboren wurde.

Daß ich auch immer noch dachte, daß da irgendein heidnisches Sonnenwendfest dranhängt auf das sich die katholische Kirche "draufgesetzt" hat zeigt mal wieder wie lange doch solche Märchen nachwirken können und wie wichtig es eigentlich - nicht nur für mich mit meiner schamanischen Vergangenheit -wäre, wenn Gemeindepriester es öfter so machen würden wie unser guter Papa Benedikt: Seinen Leuten immer mal wieder haarklein die Zusammenhänge erklären bis das sitzt und nicht mehr durch irgendwelchen Mist, der in Medien und Esoterik verbreitet wird, einfach vergessen gehen kann.

Das Modellbild des Tempels kommt von hier.
Das Bild des auferstandenen Jesus von hier.

Samstag, 25. August 2012

Zweigespalten


Gestern war ich in einem ökumenischen Lobpreisgottesdienst in einer katholischen Kirche. Mmmmh, ich denke mal laut:

Zuallererst hat es mich an meine baptistische Jugendgruppe erinnert. Wir haben solche Lieder in den 60er Jahren gesungen, haben damit Zeltmissionen gemacht, eine Schallplatte aufgenommen und sind nach Berlin gefahren um in der "Schwangeren Auster" an einem Wettbewerb baptistischer Chöre teilzunehmen.

Es ist also ziemlich lange her, ich hatte Schwierigkeiten mich überhaupt auf den Lobpreisgottesdienst einzulassen, und meinen Mund zum Singen aufzumachen. Es liegt nicht einmal an den Texten, denn einige von ihnen kann ich durchaus unterschreiben, sondern daran, daß mir die Lieder einfach zu schnell sind und man darin zu wenig mit Gott spricht, das "Du, Gott" fehlt mir. Wie bei den Zeltmissionen damals geht es mehr um das Bekenntnis gegenüber anderen - na ja, und - ich mag ja auch voreingenommen sein - darum, zu zeigen wie glücklich man mit Gott ist weil man Christ ist.

Tabernakel und Madonna wurden nicht verdeckt und die Band stand auch nicht davor, dennoch verlor beides an Bedeutung, der Lobpreis richtete sich an jemanden, der nicht an diesem Ort anwesend war oder jedenfalls nur in abstrakter Form, so daß man, kaum war der Lobpreisgottesdienst vorbei, anfangen konnte herumzulaufen und laut zu reden als sei Gott nur solange da wie man ihn lobpreist und danach eben nicht mehr. Das ist gut protestantisch, für sie sind ihre Kirchen Versammlungsräume und keine Gebetsorte, die geheiligt sind, weil dort Gott zu uns Menschen kommt in Fleisch und Blut, dort das Allerheiligste aufbewahrt wird und darum Gott dort wirklich und wahrhaftig gegenwärtig ist.

Auffällig war für mich daß ich mich selbst genauso verhielt.  Nach einer Heiligen Messe gehe ich sonst leise heraus und selbst wenn ich hinten mit jemandem rede geschieht das in der Regel leise, mit Rücksicht auf die Betenden und die Heiligkeit des Ortes.

Es gab dann im Lobpreisgottesdienst eine Gebetsrunde, in der jeder auch ein persönliches Gebet sprechen konnte. Da ich seit kurzem immer auch für die Armen Seelen im Fegefeuer bete habe ich dann mit mir gerungen, ob ich das überhaupt in diesem Rahmen tun kann ohne jemanden nachhaltig auf die Füße zu treten, habe überlegt ob es besser wäre es anders zu formulieren "Unsere Verstorbenen am Reinigungsort" und schließlich war die Gebetsrunde vorbei bevor ich mit meinen Überlegungen fertig war. Na ja.

Alles in allem komme ich zu dem Ergebnis, daß es ein ehrenwertes Unterfangen ist so etwas gemeinsam mit Protestanten zu machen im Versuch wenigstens gemeinsam zu beten, ich verliere aber dabei selbst die Wahrnehmung der Gegenwart Gottes im Tabernakel, die ich mir immer wieder bewußt machen mußte während des Gottesdienstes, ebenso wie meine Liebe zu Maria. Ein solcher Gottesdienst ist mir zu wenig.

Heute morgen in der Heiligen Messe kam dann ausgerechnet der Psalm, den ich bei meiner baptistischen Taufe mit 14 Jahren als Taufspruch hatte: "Mein Herz ist bereit, Gott, daß ich singe und lobe.."

Als es mir sehr schlecht ging 1969 bin ich in Ibiza zu der Baptistengruppe gefahren mit der ich im Jahr zuvor noch selbst dort in Urlaub war, weil ich dringend jemanden zum reden brauchte - sie schickten mich weg. Ich hatte es lange vergessen.....

Alles in allem: Die Psalmen Davids sind mir mittlerweile lieber.

Das Bild kommt von hier.

Montag, 14. Mai 2012

Laßt uns eine Lourdesmadonna aufstellen und eine Grotte für sie bauen!

Wo? Na zum Beispiel in unserem Pfarrhausgarten. Wie ich darauf komme?
 Durch diesen Artikel von Martin Mosebach in der Vatican:

Offenbarung in Gips: Die Lourdes-Madonna 
Wäre sie doch dem Fra Angelico erschienen. Doch sie kam Jahrhunderte später. Und hatte offenbar nicht vor, ein Kunstwerk zu werden.Warum aber die „Kommodenheiligen“ dennoch mehr sind als nur Kitsch. 
Kurz zusammengefaßt beschreibt er wie die römisch-katholische Kirche sich von der Heiligendarstellung mittels Ikonen, die ja immer gleich aussehen müssen und deshalb nicht gemalt sondern „geschrieben“ werden, abwandte. Durch Jahrhunderte haben sich dann Künstler an der biblischen Thematik ausgetobt oft auch mit einer Glaubensgrundlage Marke Eigenbau bis sie sich anderen Themen zuwandten. Und dann kam die Lourdes-Madonna! 

Der bürgerliche Aufsteiger – und wer wäre das nicht – fürchtet den Kitsch, weil er sich in seiner Geschmacksunsicherheit entlarvt sehen könnte – unsere pauperistischen und minimalistischen Interieurs sprechen auch von der Sorge, durch größere Opulenz womöglich in eine Kitschfalle zu geraten und sich von Geschmacksrichtern der Kleinbürgerlichkeit überführt zu sehen; das kann einem in einem leeren Raum natürlich nicht passieren. Aber der Kitsch ist stark und überlebt in unserer Welt auch die rigidesten Vorsichtsmaßnahmen. Längst kennen wir den kahlen Kitsch, den sauren Kitsch, den grünen Kitsch, den Betroffenheitskitsch und den Authentizitätskitsch und jede dieser Spielarten ist viel schwieriger aufzuspüren und bedarf eines erheblich geschliffeneren Geschmacks zu ihrer Entdeckung als die Lourdes-Madonna in ihrer ungeschützten naiven Unschuld. Sie schützt sich nicht, die Lourdes-Madonna, aber sie kann beschützen. Cordelia Spaemann, die verstorbene Frau des Philosophen Robert Spaemann, sagte, dass der Devotionalienkitsch der Wallfahrtsorte, an der Spitze die Lourdes-Madonna, der Schutzwall sei, mit dem die blasierten Ästheten – sie sprach von „Ästhetenpack“ – dem Heiligtum ferngehalten würden.
 
Schieben wir also die gesamte Frage des Kitsches bezüglich der Lourdes-Madonna mit der angemessenen Grobheit zur Seite und schauen wir dem nackten Faktum ins Auge, dass es im ganzen zwanzigsten Jahrhundert nicht eine einzige künstlerische oder kunsthandwerkliche Schöpfung gab, die derart eindeutig, allgemeinverständlich, nationen- und kulturenübergreifend funktional im liturgischen Sinn und identifizierbar katholisch gewesen wäre wie die Lourdes-Madonna. Ihr anonymer Schöpfer besaß dieselbe formstiftende Genialität wie der Zeichner der Mickey Mouse und der Entwerfer des Coca-Cola-Schriftzuges.
Wo die Lourdes-Madonna steht, ist die katholische Kirche. Angesichts solcher Durchsetzungsgewalt – und wie sanft ist diese Gewalt! – schnurrt jedes Geschmacksurteil über sie zum höchst belanglosen persönlichen Schön- oder Hässlichfinden zusammen. ...  Von der großen alten Kunst Europas ist sie genauso weit entfernt wie von der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, für avancierte Kunstkritiker des neunzehnten Jahrhunderts war sie Dienstmädchenkunst, für westeuropäische Liturgieexperten des zwanzigsten Jahrhunderts ist sie nur für Polen und Afrikaner tauglich. Das ist ein gutes Zeichen für ihre Lebensfähigkeit.   
Sag ich doch, ein „Hoch“ auf den religiösen Kitsch, denn er ergreift nicht nur das Herz sondern bringt das Heilige dort hin, wo es gebraucht wird, nämlich in den Alltag der Menschen: In die Schlafzimmer und Kirchennischen und selbstgebauten Gartengrotten. 
Also laßt uns eine Lourdesmadonna in unseren Pfarrhausgarten stellen - samt Grotte! 
Das Bild kommt von hier.

Samstag, 21. April 2012

Vollkommener Ablaß!


Nachdem ich erfahren hatte, daß Bischof Ackermann für die Heilig-Rock-Wallfahrt aus Gründen der "Ökumene" keinen vollkommenen Ablaß beantragt hat habe ich mich sehr aufgeregt.

Nun haben Kardinal Brandmüller und Papa Benedikt uns heute bei der Heilig-Rock-Wallfahrt mit einer Heiligen Messe im tridentinischen Ritus kurz vor Schluß der Messe das große Geschenk gemacht, daß jeder, der an dieser Messe teilgenommen hat einen vollkommenen Ablaß gewinnt. Ich war so gerührt und beeindruckt, daß mir nicht einmal einfiel wem ich jetzt diesen Ablaß widme. Ich habe das dann Maria überlassen wie ich es auch immer ihr überlasse wohin sie ihren Sohn bringt, den ich bei der Heiligen Kommunion empfange - wozu habe ich schließlich meine Marienweihe gemacht?

Ansonsten ist jedenfalls eine solche Wallfahrt nix für Weicheier. Für die Strecke von St.Maximin bis zum Dom braucht man unter normalen Umständen höchstens 10 Minuten. Wir haben ca. 2 Stunden gebraucht, sind ordentlich naß geworden und hatten genügend Zeit unterwegs wieder trocken zu werden.

Aber wir haben uns prächtig "unterhalten". Hauptsächlich zwei junge Kerle haben den Laden in Gang gehalten und von Marienliedern über Litaneien bis natürlich zum Rosenkranz und und und sich alles mögliche einfallen lassen und ausgegraben was uns beim Thema hielt. Zum Schluß waren Teile meiner Füße nicht mehr so recht vorhanden, aber es hat sich dennoch gelohnt.

Wir konnten nur sehr kurz den heiligen Rock grüßen und anbeten aber es hat gereicht um die Antwort unseres Herrn zu spüren. Ein Segen muß nicht immer lang sein.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Esoterik in der Wallfahrtskirche





Folgendes wird heute im Darmstädter Echo angekündigt:




Am 16. Juni wird es um 10 Uhr zu einer besonderen Aktion in der Dieburger Wallfahrtskirche kommen. (Klingt als könnte keiner was dafür, es passiert halt einfach) Der Wünschelrutenspezialist ... wird in diesem geheiligten Haus mit der Wünschelrute "Orte der Kraft" orten. Auch eine Führung durch das älteste Gotteshaus Dieburgs ist damit verbunden.

Orte der Kraft hab ich auch in meiner Schamanenzeit aufgespürt und ich bin auch in Kirchen gegangen um dem nachzuspüren was dort ist. Immerhin hab ich dadurch Maria und ihren lieben Sohn gefunden.

Da kann man nur hoffen daß die ganzen esoterischen Nachspürer wirklich mal was spüren und so wie page not found das berichtet hat, ganz begeistert von diesem wunderbaren "Ort der Kraft" sind und irgendwann mal checken woher diese Kraft kommt. Schließlich geht Gott ungewöhnliche Wege.

Ich hoffe es wird nicht stattdessen zur Supershow eines Esoterik-Gurus. Warum glaubt unsere Kirche eigentlich immer sie sei nur anziehend wenn sie auch "ein bißchen" auf Esoterik macht, weils doch gerade jeder macht?

Donnerstag, 15. Juli 2010

Liebe Leute

Im Zusammenhang mit dem Kommentar von Sarah zu meinem letzten Blogeintrag, die von der positiven Veränderung ihres Mannes nach seiner Konversion berichtet, möchte ich eine Beobachtung bezüglich Katholiken erzählen.

Und hier kommt die Einleitung dazu:

In eine Baptistenfamilie hineingeboren habe ich dort eine Kultur der Ausgrenzung auch bei geringen Vergehen kennengelernt.

Die linke Szene zeichnet sich durch Aggressivität gegen alles aus, was nicht ihre Ansicht teilt und hat ja auch gar nicht den Anspruch irgendwen zu lieben, der ihre Ansichten nicht teilt.

Feministinnen hassen Männer und Frauen, die sich mit Männern verbinden oder gar (oh Pfui) Kinder mit ihnen bekommen. Mit anderen Worten gegenüber dem größten Teil der Menschheit brauchen sie an Liebe sowieso nicht zu denken.

Esoteriker und Schamanen sind sich untereinander schon deshalb nicht grün weil jeder ja sein eigener Guru sein will, sich selbst zu verwirklichen hat und von daher auf dem Egotrip ist, wen braucht man da zu lieben.

Und nun kommen die Katholiken:

Es fiel mir ziemlich schnell auf, daß ich in meinem Leben noch keine Gruppe von Menschen getroffen hatte, in der es so viele wirklich liebe Leute gab wie in den katholischen Gemeinden. Selbst die, deren Ansichten ich überhaupt nicht teile waren von einer weit größeren Sanftheit, selbst wenn sie sich stritten, als ich das in meinem Leben bisher erfahren hatte, so daß ich bis heute auch mit "Wir sind Kirche"-Leuten befreundet bin.

Warum das so ist, kann ich mir nur mit dem Beispiel der besten - katholischen - Chefin erklären, die ich bis jetzt hatte. Sie war integer, von freundlicher Klarheit und gerecht und sie erzählte mir einmal wie sie mit ihrem Leben umging. Jeden Abend vor dem Schlafengehen ließ sie im Gebet den Tag Revue passieren und dachte darüber nach was sie gut und was sie falsch gemacht hatte und was sie besser machen könnte.

Viele Katholiken bemühen sich nicht nur Jesu Aufforderung selbst seine Feinde zu lieben zu folgen, sondern haben auch in der Beichte die Möglichkeit, Vergebung zu erlangen, wenn sie das nicht schaffen. Das führt im Gegensatz zu Baptisten zu einem weit entspannteren Verhältnis zu Gottvater und dem Vertrauen in seine Liebe. Und wer sich väterlich geliebt weiß und diese Liebe in der Eucharistie leiblich immer wieder geschenkt bekommt, der kann auch andere leichter lieben.

Daher ist die katholische Kirche trotz allem das beste Zuhause, das ich je hatte und ich glaube, daß die Gemeinschaft der Heiligen mit Jesu Barmherzigkeit nicht untergehen wird.

Samstag, 19. Juni 2010

Umkehr

Wie bin ich schließlich katholisch geworden? Ich versuchte zunächst ca. 1 Jahr lang nach der Auflösung meiner esoterischen Gruppe alleine meditativ vor einem kleinen Altar, auf dem zuerst nur Maria stand, meine Erfahrungen zu bearbeiten und einzuordnen was ich eigentlich gelebt hatte. Während dieser Zeit begann mein Mann, selbst erst konvertiert, unsere Wohnung mit Marienstatuen und Kruzifixen zu füllen und Rosenkränze zu sammeln. Irgendwann stellte ich fest: "Oh, ich bin umstellt!" aber auch, daß über der Madonna auf meinem Altar ein - kleines - Kruzifix zu hängen habe.

In diesem Jahr führten uns Ausflüge zu verschiedenen Orten und mein Mann wurde - ohne das geplant zu haben - so etwas wie mein geistlicher Führer. Heute weiß ich daß er auch für mich gebetet hat. Ich stellte fest, daß wir immer zu den Kirchen und Wallfahrtsorten fuhren, die ich gerade brauchte. Das funktionierte manchmal regelrecht punktgenau. So trudelten wir gerade dann in Maria Ehrenberg ein, als dort die Messe zum Erzengelfest gefeiert wurde - keine Ahnung weder vom Fest noch vom Gottesdienst vorher - und nicht nur das: alle Erzengel waren schon "durch" und ich betrat die Kirche in dem Augenblick als der Heilige Erzengel Michael dran war. Zufälle, gibts die?

Das moderne Halbrelief von St. Michael in Maria Ehrenberg finde ich obercool, er surft regelrecht auf dem Drachen. (Leider kein brauchbares Bild zu finden. Ihr müßt selbst hinfahren und es euch anschauen) Maria Ehrenberg ist weder vom Baustil noch von der Ausstattung her besonders schön, aber es ist wie so viele Wallfahrtsorte ein Ort der inneren Schönheit und des Gebets. Ein heiliger Ort, an dem seit Anfang des 16. Jahrhunderts gebetet wird - und das merkt man.

Nach einem Jahr hatte ich so ziemlich mein ganzes Leben "durchgekaut" und hing irgendwie fest, als während der Meditation vor meinem kleinen Altar - Vorhang auf - eine weißgekleidete Gestalt auf mich zu kam, mir die Hand entgegenstreckte und mich aus dem Liegen sehr energisch hochzog. Ich fragte: wer bist denn Du? Ich bekam keine Antwort, aber ich wußte danach, daß es alleine nicht weiter ging. Ich entschloß mich zu dem Pfarrer der Gemeinde zu gehen, in der mein Mann war, in der Hoffnung, daß der Pfarrer mich nicht fressen würde. Kein Witz! Ich traute ihm nicht sehr, wußte aber daß ich gehen mußte und ihm meine Geschichte erzählen.

Auf dem Weg zu diesem Termin sah ich auf dem Gehsteig etwas liegen, schaute noch einmal hin, hob es auf und es war ein kleines verkratztes Kruzifix. Wie oft habt Ihr schon ein Kruzifix auf der Straße gefunden? Na ich jedenfalls bis dahin nie zuvor. Ich nahm das Kreuz - ziemlich aufgelöst - mit zum Gespräch mit dem Priester und erzählte. Erst später habe ich begriffen, daß er wohl nicht sehr viel davon verstanden hat oder akzeptieren konnte, aber er hörte mich an ohne viel dazu zu sagen, aber auch ohne mich zu verdammen, und das reichte erst einmal um weiter auf Jesus Christus und seine heilige katholische Kirche zugehen zu können.