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Freitag, 23. Mai 2014

"Der 13. Tag" Teil III, Politische Botschaft


Nun kommen wir zum politischen Inhalt der Erscheinungen von Fatima. Das wird am deutlichsten im dritten Geheimnis. Der Film zeigt das dritte Geheimnis, die Tragweite wird aber noch einmal deutlicher in einer weiteren Offenbarung an Schwester Lucia. Sie bekommt diese Botschaft am 13. Juni 1929, also vor dem 2. Weltkrieg:

Es ist der Augenblick gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz zu vollziehen. Er verspricht, es durch diese Mittel zu retten.

Viel später beklagte sich die Madonna in einer Mitteilung:

Wollen Sie meiner Bitte kein Gehör schenken?... Wie der König von Frankreich werden sie bereuen, aber es wird zu spät sein. Rußland wird seine Irrlehren über die Welt verbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche hervorrufen. Der Heilige Vater wird zu leiden haben.

Was den Hinweis der Madonna auf den König von Frankreich angeht geschah Folgendes: Ludwig der XIV, der Sonnenkönig, erhielt durch die Heilige Marguerite Marie 1696, also 100 Jahre vor der französischen Revolution, die Botschaft, er solle unter anderem seine Fahnen mit dem Heiligsten Herzen Jesu versehen, sich selbst dem Heiligsten Herzen Jesu weihen und eine Heilige Messe beim Vatikan dazu erwirken. Erst Ludwig XVI. versprach 1792, als er bereits im Gefängnis saß, das zu tun wenn er frei gelassen würde. Für die göttliche Vorsehung war das zu spät, er wurde im Jahr darauf hingerichtet, und den Rest der traurigen Geschichte kennen wir auch.

Was uns erspart geblieben wäre, wenn ein Papst der Bitte der Gottesmutter von Fatima vor dem 2. Weltkrieg gefolgt wäre können wir kaum ermessen. Die Weihe Rußlands wurde erst 1984 durch Johannes Paul II vollzogen. Danach kam innerhalb von 5 Jahren Präsident Gorbatschow mit Glasnost in Russland und 1989 der Fall der Berliner Mauer - und Russland bekehrt sich. Unter der Verbreitung der Lehren des Kommunismus leidet die Menschheit bis heute.

Es geht in der nationalen wie auch in der internationalen Form des Kommunismus immer darum Ungleiches gleich zu machen. Zu diesem Zweck wird als erstes die Familie zerstört und der Mensch abhängig gemacht von einem übermächtigen Staat. Dieser Staat manipuliert den vereinzelten Menschen und verspricht ihm dabei Freiheit. Damit wird der Mensch von seiner natürlichen Lebensweise und seinen ihm persönlich eigenen Fähigkeiten entfremdet und von der gegenseitigen menschlichen Hilfe getrennt.

Die Entfremdung des Menschen von seiner Natur erreicht im Genderismus derzeit seinen Höhepunkt. Der Genderismus behauptet, daß man frei wählen könne ob man Mann oder Frau sein wolle. Noch vor kurzem wurde es als Gipfel der Dummheit bezeichnet, daß jemand "Männlein und Weiblein nicht unterscheiden" könne. Die Dummheit wird jetzt zur neuen Weisheit erhoben. Der Effekt ist, daß die Menschen ihr Glück in Sex, Ruhm und Geld suchen, und meinen sich so selbst verwirklichen zu können. Das führt zu einer totalen Isolation und Vereinsamung des Einzelnen, der sich zum Schluß nur noch entscheiden kann sich selbst zu töten um damit ein letztes Mal das göttliche Geschenk des Lebens und der Liebe wegzuwerfen, nachdem er häufig seine eigenen Kinder schon mit einer Abtreibung getötet hat.

Ich denke es ist wieder höchste Zeit für sehr viele Gebete und Opfer.

Donnerstag, 22. Mai 2014

"Der 13. Tag" Teil II, Offenbarungen


Nun zu der Haltung der katholischen Kirche zu Offenbarungen:

Jesus hat seinen Jüngern versprochen, daß er ihnen nach seiner Himmelfahrt den Tröster senden würde, den Heiligen Geist. Dieser würde sie alles lehren, was er ihnen jetzt noch nicht sagen könne, da sie es jetzt noch nicht verstünden. Aus der Apostelgeschichte wissen wir, daß der Heilige Geist zu Pfingsten zu den Jüngern kam und sie darauf unter anderem in fremden Sprachen reden, verkünden und prophezeien konnten.

Wie aus den Briefen des Apostels Paulus hervorgeht, ging es anfangs manchmal ziemlich drunter und drüber in den Gemeinden. Man kann sich gut vorstellen, daß, wenn alle gleichzeitig prophetisch oder in fremden Sprachen reden das ein großes Durcheinander gab und nachher keiner mehr was davon hatte. Wie man heute bei esoterischen Medien sieht birgt das auch die Gefahr des Hochmuts und der Konkurrenz nach dem Motto: Ich bin der größte aller Seher.

Paulus hat daher schon damals einerseits Regeln aufgestellt, um das zu ordnen, andererseits hat er aber auch darauf bestanden, daß man dabei den Geist nicht unterdrücken und das Sprechen im Heiligen Geist zulassen soll - allerdings in Demut und Gehorsam gegen die gewählten Oberen. Denn auch die Fähigkeit zu leiten ist eine Gabe des Heiligen Geistes und gleichwertig mit der Gabe der Prophetie. Schwester Lucia, die einzige der Seherkinder, die alt wurde, hat in diesem Sinne auch akzeptiert, daß ihre Oberen darüber zu entscheiden haben, wann die von den Seherkindern empfangenen Privatoffenbarungen veröffentlicht werden.

Was nun sind Privatoffenbarungen?

Die Kirche unterscheidet zunächst zwischen der "öffentlichen Offenbarung" und "Privatoffenbarungen". Kurz zusammengefaßt bezeichnet öffentliche Offenbarung "das der ganzen Menschheit zugedachte Offenbarungshandeln Gottes, das seinen Niederschlag im alten und neuen Testament der Bibel gefunden hat. Es heißt Offenbarung, weil Gott darin sich selbst Schritt um Schritt den Menschen zu erkennen gegeben hat bis zu dem Punkt, daß er selbst Mensch wurde, um durch den menschgewordenen Sohn Jesus Christus die ganze Welt an sich zu ziehen und mit sich zu vereinigen." (S.237 Schwester Lucia spricht von Fatima) Jesus Christus wird im Johannesevangelium als das Wort, das in die Welt gekommen ist bezeichnet, Gott hat alles in diesem einen Wort gesprochen.

 Die Autorität der Privatoffenbarungen ist wesentlich verschieden davon. Während die Offenbarung in der Bibel der Leitfaden ist, dem man vertrauen und an dem man sein Leben ausrichten kann, sollen Privatoffenbarungen nicht einfach geglaubt werden, sondern werden nach den Regeln der menschlichen Klugheit von der Kirche geprüft. Sie werden daraufhin abgeklopft, ob sie nichts enthalten was dem Glauben und den guten Sitten widerspricht. Danach erst wird die Erlaubnis gegeben sie zu veröffentlichen. Es gilt dann, daß "eine solche Botschaft ... eine wertvolle Hilfe sein (kann), das Evangelium in der jeweils gegenwärtigen Stunde besser zu verstehen und zu leben, deshalb soll man sie nicht achtlos beiseite schieben." (S.239 Schwester Lucia spricht)

Hier die Ereignisse von Fatima auf der Website des Vatikan.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Zum Fatimafilm "Der 13. Tag", Teil I

Der Film "Der 13. Tag" stellt die Geschichte der Erscheinungen der Mutter Gottes in Fatima authentisch dar und ist wegen seiner guten cineastischen Qualität sehr spannend. Es gibt ihn in Englisch mit deutschen Untertiteln. 

Ich möchte 3 Themen ansprechen um die Ereignisse in Ihren historischen und geistlichen Rahmen zu stellen: Die Bedeutung des Opfers, der Umgang der katholischen Kirche mit Offenbarungen und die politische Botschaft der Erscheinungen.

Ich stelle die 3 Themen an 3 verschiedenen Tagen ein, da ein sehr langer Text einem Blog nicht entspricht.

1) Die Bedeutung des Opfers

Der Film erzählt nicht von dem Engel, der den Seherkindern ein Jahr vor den Marienerscheinungen 1917 dreimal erschienen ist. Er stellte sich als Engel des Friedens und als Engel von Portugal vor. Die Erscheinung  des Engels ist wichtig, denn der Engel lehrte die Kinder verschiedene Gebete und bat sie Opfer für die Bekehrung der armen Sünder zu bringen zur Vorbereitung auf einen größeren Segen. Er lehrte sie zunächst folgendes Gebet:

Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben. (3x wiederholt)

Die Bitte des Engels wurde von der Madonna im folgenden Jahr wiederholt. Die Kinder folgten diesen Bitten und opferten nicht nur große Dinge wie ihre Leiden und Schmerzen bei Verfolgung, Krankheit und Tod, sie brachten täglich kleine und große Opfer, wie zum Beispiel keine Weintrauben zu essen, auf die sie Lust hatten, bei Hitze nichts zu trinken und so weiter. Die Kinder waren bei ihren Opfern sehr phantasievoll. Sie opferten für die Bekehrung der Sünder.

Viele Dinge erscheinen uns zu klein um überhaupt erst damit anzufangen, sie zum Segen für Andere zu opfern, solche Opfer halten uns aber nicht nur beständig mit den Gedanken bei Gott und bei unseren Nächsten, sondern können auch großen Segen bringen.

Der erste Weltkrieg endete kurz nachdem die Madonna es versprochen hatte und Portugal wurde  vom 2. Weltkrieg verschont. Die Bedeutung des Opfers ist aus der Verkündigung der Kirche heute weitgehend verschwunden, wie ja überhaupt jemand, der Opfer für Andere bringt anstatt Geiz geil zu finden, heute eher als Dummkopf gilt.

An der Geschichte der Seherkinder von Fatima können wir die große Bedeutung des Opfers noch auf einer größeren als der privaten Ebene erkennen.

Sonntag, 3. November 2013

Taubenwunder - Wundertauben


Im habe immer gedacht, daß die 3 weißen Tauben zu Füßen der Statuen der Madonna von Fatima ein Accessoire seien bis uns auffiel, daß es auf dem riesigen Wallfahrtsplatz bei dem Erscheinungsort augenscheinlich keine anderen als ausschließlich weiße Tauben gab.

Bei dem Abschlußgottesdienst am 13.Oktober, als die Statue der Madonna durch die Menschenmenge getragen wurde, kreiste dann minutenlang eine weiße Taube über der Herz-Jesu-Statue in der Mitte des Platzes. Eine unserer Mitwallfahrerinnen machte uns aufgeregt darauf aufmerksam, eine andere (eine versierte Fotografin) versuchte die Taube zu fotografieren. Das ging aber nicht, denn sobald sie die Taube durch den Sucher der Kamera fixieren wollte sah sie sie nicht, schaute sie wieder ohne Kamera sah sie die Taube. Mittlerweile schauten etliche aus unserer Gruppe hinauf - und dann verschwand die Taube plötzlich. Und je nach Charakter dachten wir entweder an eine Sinnestäuschung oder an ein Wunder.

Nachdem ich folgenden Bericht gelesen habe, tendiere ich eher zu der zweiten Möglichkeit:

Die Tauben von Fatima
1946 feierte Portugal den dreihundertsten Jahrestag seiner Weihe durch König Juan IV. an Unsere Liebe Frau der Empfängnis, und am 14. Mai wurde die Statue der Muttergottes von Fatima, am Ende des Marianischen Kongresses von Evora, wo die Weihe vor 300 Jahren vollzogen wurde, vom päpstlichen Abgesandten, Kardinal Aloisi-Masella vor 800 000 Gläubigen gekrönt. (Zum Dank dafür daß Portugal, wie von der Madonna vorhergesagt, vom 2. Weltkrieg verschont blieb) Im Anschluss daran begann ein grosser feierlicher Umzug von über 400 Kilometern mit der gekrönten Statue der Heiligen Jungfrau von Fatima.
Diese triumphale Reise, die vom 22. November bis 24. Dezember dauerte und unübersehbare Menschenmassen anzog, wurde durch ein Ereignis hervorgehoben. Am 29. November liess Terezinha Campos in Bombarral fünf Tauben frei, die, nachdem sie sich hoch in die Lüfte erhoben hatten, eine nach der anderen, sich zu Füssen der Statue niederliessen und in einem ganz erstaunlichen Verhalten, sich vor ihr verneigten. Von diesem Tag an, liess man zahlreiche Tauben frei und viele suchten Schutz zu Füssen der Marienstatue, wo sie tage- und nächtelang verweilten, ohne auf Nahrungssuche zu gehen, ohne sich von der Menschenmenge stören zu lassen. Sie wandten sich den Betern zu oder dem Allerheiligsten und dem Kreuz, wenn diese auf den Altar gestellt wurden. Sie folgten den Transporten und wenn Flugzeuge mit der Statue nach allen fünf Kontinenten aufbrachen, warteten sie am Ort, an dem sie aufgestellt werden sollte. 
Das Ereignis mit den Tauben beeindruckte das portugiesische Volk sehr. Der Kardinal von Lissabon brachte seine Verblüffung in einer Radiobotschaft am Weihnachtstag 1946 zum Ausdruck. Abbé Miguel de Oliveira schrieb in seinen „Novidades“ vom 7. Dezember, der fast vollständig den Tauben Unserer Lieben Frau gewidmet war: „In einigen Jahrhunderten wird es nicht an Freidenkern mangeln, die über unsere Naivität lächeln und sich fragen werden, wieso es Mitte des XX. Jahrhunderts möglich war, eine mittelalterliche Legende zu erfinden. Es ist aber keine Legende, es ist authentische Geschichte, die hunderttausende Menschen bezeugen.“
 Auszug aus dem Buch „Les colombes de Notre-Dame“ Das viele Fotos dieser wunderbaren Ereignisse zeigt Résiac - Fatima édition - Februar 1985

Hervorhebungen und Klammer von mir.

Nachdem ich von der Heilungszeremonie eines indianischen Schamanen las, der an einem bestimmten Punkt der Zeremonie Vögel brauchte, das Fenster öffnete und sie dann eben herbeirief, und von einem indischen Guru, der keine Fliegen in seiner Hütte aus Stöcken wollte, weil ihm das nicht gefiel, und die Fliegen waren überall, aber nicht in dieser Freilufthütte, oder von einem Medinzinmann, der den Fortgang einer Zeremonie dadurch sicherte, daß er eine Gewitterwolke teilte und so um den Ort der Zeremonie herum leitete, frage ich mich, warum ausgerechnet Gott und seine Heiligen eigentlich nicht in der Lage sein sollen, Dinge zu tun, die die Wissenschaft nicht erklären kann ....

Der Text kommt von hier.
Das Bild kommt von hier.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Fatima - Gott läßt uns nicht allein


Genau 33 Jahre auf den Tag genau, vor dem Sonnenwunder in Fatima, das heißt, am 13. Oktober 1884, hatte Papst Leo XIII. eine bemerkenswerte Vision, während er eine Messe zelebrierte. Er stand für ca. 10 Minuten wie in Trance, da, sein Gesicht wurde fahl und grau. Danach ging er in sein Arbeitszimmer und verfasste ein Gebet zum Hl. Erzengel Michael. Auf die Frage, was denn geschehen war, erklärte er, dass er zwei Stimmen gehört habe, die aus der Richtung vom Tabernakel kam. Die eine Stimme war sanft und die andere war rauh und hart. Er hörte folgendes Gespräch: Die Stimme Satans prahlte mit seinem Stolz zu unserem Herrn: "Ich kann Deine Kirche zerstören."
Die sanfte Stimme des Herrn: "Du kannst? Dann gehe und tue es." Satan: "Um das zu tun, brauche ich mehr Zeit und Macht." Unser Herr: "Wieviel Zeit? Wieviel Macht?" Satan: "75-100 Jahre, und mehr Macht über diejenigen, die sich meinem Dienst unterwerfen." Unser Herr: "Du bekommst diese Zeit, und diese Macht." 

Was in dem Zitat nicht erwähnt wird ist, daß die sanfte Stimme sagte: "Aber sie werden Hilfe haben."

Die Marienerscheinung in Fatima 1917 (Beginn der Revolution in Rußland) war mit Sicherheit ein Teil dieser Hilfe. Hier das 2. Geheimnis von Fatima, das den Seherkindern anvertraut wurde:

„Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XI. ein anderer, schlimmerer beginnen. Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, dann wisst, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“

Bevor ich mich entschloß nach Fatima zu fahren war mir nicht bewußt, daß die Botschaft der Madonna von Fatima an die Hirtenkinder Jacinta, Francisco und Lucia im Jahr 1917 eine politische Botschaft war.

Portugal wurde nicht in den 2. Weltkrieg hineingezogen und zum Dank trägt die Statue der Madonna von Fatima heute eine goldene Krone gestiftet von den Bürgern Portugals.

Pius XII weihte die Welt der Madonna von Fatima, nicht jedoch Russland. Dennoch wurde der 2. Weltkrieg ausgerechnet an diversen Marientagen entschieden, nachzulesen unter anderem bei Michael Hesemann, "Fatima".Die von der Madonna gewünschte Weihe Russlands wurde aber erst 1984 durch Johannes Paul II vollzogen und ich frage mich wie viel uns wohl erspart geblieben wäre, wenn die Päpste der Aufforderung  früher gefolgt wären, denn die Ereignisse in Fatima wurden bereits 1930 als authentisch anerkannt. Nach der Weihe durch Johannes Paul II fiel die Mauer und die Kommunistische Herrschaft in Rußland brach zusammen.

Fatima: Was für ein besonderer heiliger Ort. Die ständigen Gebete bilden eine Kuppel über dem Heiligtum, unter der Maria und die Engel gegenwärtig sind. Es ist ein Ort der Wandlung, den man wohl besser unter Anleitung und begleitet durch Heilige Messen, Gebet und Beichte besucht - nicht zu vergessen den ungarischen Kreuzweg. Es dauert ein paar Tage um dort anzukommen. Noch länger dauert es dann allerdings wieder zu Hause anzukommen...

Alles zusammen, angefangen von den Informationen bis zu Gebet und Beichte, bewirkt so etwas wie eine neue Bekehrung, ein Wissen, daß Gott uns nicht alleine läßt sondern uns Hilfe schickt.

Noch nie war mir so trostreich bewußt, daß wir nicht alleine sind und daß wir Gottes Hilfe haben. Und auch, daß Gott uns immer wieder Hirten wie Johannes Paul II schickt, die demütig genug sind zuzuhören, besonderer Verehrer der Madonna, der er warmit seinem Motto: Totus tuus - Ich bin ganz der Deine! Das wird in Fatima heute noch gesungen. Johannes Paul II hat die dritte der Hirtenkinder von Fatima, Lucia, gefragt ob er die Weihe Russlands richtig plane und hat zur Sicherheit einen Bischof nach Rußland gesandt, der zeitgleich mit seiner eigenen Weihe Russlands an das unbefleckte Herz Mariens diese Weihe in Russland inkognito vollzog.

Fatima und seine Geschichte stärken den Glauben und das Vertrauen in Gottes Hilfe - fahrt hin!
Der hl. Pater Pio hat alle Mitglieder der “BLAUEN ARMEE MARIENS” (heute "Fatima-Apostolat") als seine geistigen Kinder angenommen. Auf die Frage, wann der Kommunismus (Atheismus) überwunden sein wird, gab er zur Antwort: “Wenn es einmal so viele Rosenkranzbeter wie Atheisten hat!” 
Na dann: Jeden Tag Rosenkranz beten! Schließlich sind Genderismus, Feminismus und der Trend zum europäischen totalitären linken Zentralstaat, der uns immer mehr nervt, auch nur Ausläufer des Kommunismus.

Das 1. Zitat kommt von hier.
Das 2. Zitat kommt von hier.
Das Pater Pio Zitat kommt von hier.
Das Bild kommt von hier.

Samstag, 21. September 2013

"Hätt Maria abgetrieben ...


wärt Ihr uns erspart geblieben!" ist einer der Sprüche und Beleidigungen, die die Gegner des Marsches für das Leben gerne denen zurufen, die schweigend ihre weißen Kreuze tragen. Wenn man so etwas sagt sollte man zumindest wissen, welches wunderbare Kind man am liebsten getötet hätte - und gleichzeitig vielleicht verstehen, daß sie alle wunderbar sind.

Da wir nicht am Marsch für das Leben in Berlin teilnehmen konnten haben wir heute in unserer Kirche Liebfrauen gebetet:

"Wir sind heute zusammengekommen um den Marsch für das Leben, der heute um 13 Uhr beginnt, mit unserem Gebet zu unterstützen.

Bei der Vorbereitung stellten wir fest, daß die Entscheidung, Abtreibung ab der Empfängnis zu verbieten im 19. Jahrhundert von der katholischen Kirche aus 2 Gründen getroffen wurde: Erstens wiesen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse darauf hin, daß ein Embryo keinen Sprung in seiner Entwicklung macht, sondern daß es eine nahtlose menschliche Entwicklung von der Empfängnis bis zur Geburt gibt. Zuvor war Abtreibung auch nicht erlaubt, wurde aber bis zu einer bestimmten Schwangerschaftswoche nicht als Tötung eines Kindes verstanden.

Zweitens wurde in dieser Zeit die Lehre von der unbefleckten Empfängnis Mariens, die schon seit Augustinus galt, zum Dogma erhoben. Wenn aber Maria bereits bei ihrer Empfängnis diese besondere auserwählte Frau war, ist es völlig unlogisch anzunehmen, die Tatsache der Einzigartigkeit dieses Kindes beträfe nicht alle anderen Kinder auch. Wie Benedikt XVI vielfach dargelegt hat: Der Glaube ist vernünftig.

Wir trauern um die getöteten Kinder, um aber überhaupt trauern zu können, muß man sich bewußt sein, was man verliert. Daher haben wir uns entschlossen heute nicht nur den freudenreichen Rosenkranz zu beten sondern auch Lesungen zu nehmen, die eigentlich in den Advent gehören. Wir feiern daher heute in der Trauer das Leben und die Liebe Gottes, denn das ist das Einzige was den Tod überwindet und überwunden hat."

(Da ich heute jemanden kennenlernte, der den Rosenkranz nicht kannte, gebe ich hier die Anleitung. Wer ihn kennt scrollt einfach runter)

Glaubensbekenntnis (wird gebetet wenn man das Kreuz in der Hand hält)
Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn
empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Vaterunser (wird bei den großen Perlen gebetet)
Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
Unser täglich Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen.

Gegrüßt seist du Maria (Das gegrüßt seist Du Maria wird auf den kleinen Perlen gebetet, es enthält immer einen Zusatz)

Auf den ersten 3 Perlen:

Gegrüßt seist Du Maria voll der Gnaden, der Herr ist mit Dir, Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus,
...der in uns den Glauben vermehre
...der in uns die Hoffnung stärke
...der in uns die Liebe entzünde

(Als Abschluß immer:)
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Vater unser

Gegrüßt seist Du Maria ... Jesus, den Du vom Heiligen Geist empfangen hast. Heilige Maria ...
(1 Gesätz = 10 kleine Perlen, die Gesätze des freudenreichen Rosenkranzes vollziehen die Kindheitsgeschichte Jesu nach, wie sie besonders bei dem Evangelisten Lukas berichtet wird, Lukas 1 und 2)

(Nach jedem Gesätz:)
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang so auch jetzt und allezeit, und in Ewigkeit. Amen. (bekreuzigen)

Maria, Mutter Gottes, rette die Ungeborenen (nur für diesen Rosenkranz nach allen Gesätzen)

Oh mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.

Lesung Diognetbrief aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. Kapitel 5:

Denn die Christen unterscheiden sich von anderen Menschen nicht durch ihren Wohnort, ihre Sprache oder ihre Bräuche. Weder wohnen sie in eigenen Städten, noch sprechen sie einen besonderen Dialekt, noch habe sie eine ungewöhnliche Lebensweise. Die christliche Lehre hat kein besonders einfallsreicher oder fleißiger Mensch erfunden, und die Christen vertreten auch nicht nur einfach eine andere menschliche Lehre. Sie wohnen in Städten, in denen man Griechisch oder andere Sprachen spricht, so wie es sich für jeden ergeben hat. In Kleidung, Nahrung, und in allem, was sonst zum Leben gehört, schließen sie sich dem jeweils Üblichen an. Und doch haben sie ein erstaunliches und anerkannt wunderbares Gemeinschaftsleben. Sie leben zwar an ihrem jeweiligen Heimatort, doch wie Fremde. Sie beteiligen sich als Mitbürger an allem, doch ertragen sie es nur wie Durchreisende. Jede Fremde ist ihre Heimat, und jede Heimat ist ihnen fremd. Sie heiraten und bekommen Kinder wie andere auch, aber sie setzen die Neugeborenen nicht aus.
(Das Neue Testament und frühchristliche Schriften, Klaus Berger)

Vater unser

Gegrüßt seist Du Maria... den Du zu Elisabeth getragen hast. Heilige Maria...

Lesung Altes Testament  Jesaja 9,1+2, 5+6 1/2 (Herder-Bibel):

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; über denen, die im Land der Dunkelheit wohnen, erstrahlt ein Licht.
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; die Herrschaft ruht auf seinen Schultern.
Man ruft seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewiger Vater, Friedensfürst.
Groß ist die Herrschaft und endlos der Friede für Davids Thron und sein Königreich, das er aufrichtet und festigt in Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.

Vater unser

Gegrüßt seist Du Maria... den Du zu Bethlehem geboren hast. Heilige Maria...

Lesung Altes Testament Psalm 139, bis Vers 12

Herr, Du erforschest mich und Du kennst mich.  Wenn ich sitze und wenn ich stehe, du weißt es;  meine Gedanken schaust du von ferne.
Du schaust mich wenn ich gehe und ruhe, all meine Wege sind dir vertraut. Ehe noch auf der Zunge das Wort liegt, siehe Herr, schon weißt Du um alles.
Von rückwärts und vorne schließt du mich ein und legst auf mich deine Hand.
Wunderbar ist solches Wissen, zu hoch; ich kann es nicht begreifen.
Wohin soll ich flüchten vor deinem Geist, wohin vor deinem Antlitz entfliehen?
Stiege ich zum Himmel empor, so bist du zugegen; wollte ich in der Unterwelt lagern, so bist du auch dort.
Wollte ich Flügel mir leihen vom Morgenrot und ließe mich nieder am fernsten Gestade,
auch dort noch wird deine Hand mich geleiten und halten mich deine Rechte.
Und sagte ich auch: Es soll mich Finsternis bergen und Nacht mich umgeben wie sonst das Licht, so ist doch Finsternis selbst nicht dunkel für dich, Nacht ist dir hell wie der Tag, das Dunkel ist vor dir wie das Licht. 
Vater unser
Gegrüßt seist Du Maria... den du im Tempel aufgeopfert hast. Gegrüßt seist du Maria...

Lesung Altes Testament Psalm 139, Vers 13 bis 18

Du hast gebildet mein Innerstes; du hast mich im Schoß meiner Mutter gewoben.
Ich preise dich, daß ich geschaffen bin so wunderbar; daß wunderbar all deine Werke!
Du kennst meine Seele bis auf den Grund, nicht war dir verborgen mein Wesen:
Als ich gebildet wurde im Dunkel, gewoben in den Tiefen der Erde, schon sahen deine Augen auf meine Taten.
In dein Buch sind alle geschrieben, festgelegt die Tage, ehe einer noch war,
Wie unergründlich sind mir, o Gott, deine Pläne, wie unermeßlich ist ihre Zahl!
Wollte ich sie zählen, sie sind mehr als Körner im Sand; und käme ich ans Ende, ich wäre erst am Beginn.

Vater unser

Gegrüßt seist Du Maria... den du im Tempel wiedergefunden hast. Heilige Maria...

Fürbitten

Großer Gott wir bitten für die abgetriebenen Kinder, nimm sie in Dein Reich auf 

Herr erbarme Dich

Wir bitten für die Eltern, die diese Schuld auf sich geladen haben, tröste sie und zeige ihnen Deinen Weg des Friedens und der Liebe

 Herr erbarme Dich

Wir bitten für die, die heute wieder ihren Haß über die ausschütten werden, die die Tötung so vieler Menschen verhindern wollen. Bekehre und heile sie.

Herr erbarme Dich

Salve Regina (gesungen auf der zentralen Medaille)

Lied: Maria breit den Mantel aus

Das Bild kommt von hier.

Donnerstag, 8. November 2012

Anne Bernet, Die Engel unsere himmlischen Helfer.


Dieses Buch habe ich gestern bei einer "Ladies Night" in einer unserer Pfarrgemeinden vorgestellt. Es ist schon einige Zeit auf dem Markt, hat aber meiner Meinung nach das Zeug zum Klassiker: 

Wo man auch geht und steht begegnen einem Engelfiguren und -bilder und in der Esoterik, der man mittlerweile selbst beim Friseur nicht mehr entgeht, gibt es jede Menge Engelbotschaften, die von irgendwem „gechannelt“ werden.

Hier nun ist ein Buch das sich mit dem befaßt auf das all die Esoteriker aufbauen ohne davon etwas wissen zu wollen, nämlich mit Engeln im Glauben der Kirche durch die Jahrtausende.

Schon aus dem Inhaltsverzeichnis sieht man daß Anne Bernet eine flotte Schreibe hat. So heißen Ihre Kapitel zu Beispiel: „Was Sie schon immer über die Engel wissen wollten aber nicht zu fragen wagten“ oder „Bürgerkrieg im Paradies“. Und diese Überschriften täuschen nicht, denn sie versteht es ohne von ihrer ernsthaften Beschäftigung mit den Engeln abzuweichen die dazu gehörigen Geschichten und Berichte spannend zu erzählen wie einen Roman.

Aber warum sich überhaupt mit Engeln befassen? Sind das nicht Ammenmärchen? Anne Bernet sagt dazu folgendes:

Wenn man die Engel zum alten Eisen wirft und einer überholten Leichtgläubigkeit zurechnet, so ist es, als würde man ein Haus unter dem Vorwand, es putzen zu wollen niederreißen. Der Glaube an die Existenz der Engel ist nämlich wesentlicher Bestandteil der christlichen Offenbarung. Die Bibel, sei es nun im alten oder im neuen Testament, spielt unablässig auf die Engel an. Ihre Stellung ist in der Heilsgeschichte von fundamentaler Bedeutung. Der Sünde des Menschen ging die Sünde eines Engels, des Seraphen Luzifer, voraus. Die Sünde Adams macht die Erlösung notwendig, damit durch das Opfer Christi die Schöpfung mit ihrem Schöpfer versöhnt wird. Ein Engel - Gabriel - verkündet Maria, daß sie auf wunderbare Weise die Mutter Gottes werden wird. Und es ist ebenfalls ein Engel, der am Ostermorgen die Auferstehung verkündet.

Und das führt Anne Bernet dann mit Hilfe der Bibel, des katholischen Katechismus, des Heiligen Augustinus und Berichten von Heiligen, denen Engel begegnet sind sehr unterhaltsam und kenntnisreich aus, angefangen bei der Frage was Engel überhaupt sind: "Intelligente und rein geistige Geschöpfe, die edelsten von Gott erschaffenen Geschöpfe"bis zur Beschäftigung mit dem Geist der Wahrheit und dem Geist des Irrtums führt sie durch das alte und das neue Testament und die Hilfe der Engel in der Geschichte und Heilsgeschichte.

Dieses Buch ist sowohl etwas für die, die es genau wissen wollen, denn es gibt jede Menge Fußnoten und Verweise, aber gleichzeitig etwas für die, die einfach nur mehr über Engel wissen wollen und das mal so nebenbei weglesen wollen.

Zum Schluß, da wir uns in einem Don Bosco Haus befanden, habe ich die Geschichte von Don Boscos ganz speziellem Schutzengel vorgelesen, auch wenn sicher etliche sie schon kannten. Aber eine schöne Geschichte kann man schließlich immer wieder hören. Zu Don Boscos Schutzengel muß man generell zuvor sagen daß Engel bis zum Barock immer als ernstzunehmende, erwachsene und sehr kraftvolle und entschiedene Wesen dargestellt und wahrgenommen wurden, die Verniedlichung der Engel wird ihrem Wesen nicht gerecht. Ebenso war es immer so, daß sich Engel nur im Notfall zeigten, dann aber - anders als bei Don Bosco - in der Regel in Menschengestalt:

An einem regnerischen und nebligen Novemberabend im Jahr 1854 kommt Don Bosco allein in die Casa Pinardi zurück ... Auf einmal steht ein riesiger Hund vor ihm; er weiß nicht, woher er kommt. Es ist ein gigantisches Tier, ein furchterregender Fleischerhund mit dunkelgrauem Fell. Das Tier ist so beeindruckend, daß Don Bosco mit angehaltenem Atem und halbtot vor Angst stehenbleibt. Der Hund schaut ihn aber mit großen sanften Augen an, wedelt mit dem Schwanz, legt sich schließlich dem Priester zu Füßen und leckt ihm die Finger.
Von jenem Abend an wird der Hund, der unverzüglich den Namen Grigio (Der Graue) erhielt, Don Boscos Vertrauter. Zuerst glaubte Johannes Bosco, daß es der entlaufene Wachhund eines Nachbarn oder eines Bauern aus der Umgebung sei. Aber alle Nachforschungen blieben ergebnislos: Niemand in dieser Gegend hatte jemals ein solches Tier gesehen. Außerdem ist Grigio ein Vagabund. Er kommt wie es ihm gefällt, ohne daß jemand weiß was er zwischendurch tut.
Einige Zeit später war Don Bosco wieder einmal spät abends allein unterwegs. ... Zwei Männer gingen vor ihm her, sie drehten sich häufig um, so als ob sie sich vergewissern wollten ob er noch da ist ... Don Bosco wurde von Furcht ergriffen und wollte umkehren. ... Er versucht zu laufen. Aber seitdem er 1846 eine Lungenentzündung hatte, an der er fast gestorben wäre, hat er leider keinen Atem mehr ... Die beiden Männer, die ihn verfolgten, haben ihn unterdessen erreicht. Sie stülpen ihm einen alten Leinensack über den Kopf ... Johannes verhandelt mit schwachen Kräften ... in diesem Moment (stürzt sich) ein 80 kg schweres Muskel-, Fell- und Zahnpaket auf den Rücken der beiden Angreifer...: Grigio, wild, reißend und wie ein Verrückter bellend. Er beißt wie eine ganze Horde von Doggen... Die Verbrecher wollen von Johannes nichts mehr und suchen ihr Heil in der Flucht.
Don Bosco erlebt noch weitere Angriffe dieser Art. Jedesmal taucht Grigio von irgendwo her auf und treibt die Übeltäter - sogar wenn sie bewaffnet sind - in die Flucht.
In der Zwischenzeit sieht ihn niemand in Turin oder in der Gegend um die Casa Pinardi umherstrolchen. Wenn es vorkommt, daß er dort eintritt, so ist er mit den Kindern sanft wie ein Lamm, er läßt sich am Schwanz und an den Ohren ziehen, aber er läßt sich nie - und das ist etwas außergewöhnliches bei einem Hund - von einem Stück Fleisch oder von Süßigkeiten in Versuchung führen, wenn er mit in den Speisesaal gehen darf. Nie nimmt er einen Happen an. Grigio fraß nie etwas ...
Dieser Schutz (für Don Bosco) dauerte sehr lange, so daß die Angreifer ermüdeten. Danach verschwand Grigio genauso geheimnisvoll wie er zuvor in das Leben von Don Bosco gekommen war.
War Grigio ein Hund wie alle anderen? Der weitere Verlauf dieser Geschichte läßt kaum Platz für rationale Hypothesen...
1864 ging Don Bosco, der Grigio seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte (zehn Jahre sind für einen Hund eine lange Zeit ...), zu Freunden. Er verirrte sich. Auf einmal fühlte er, wie eine raue Zunge über seine Finger fuhr; er senkte die Augen und sah, daß es Grigio war, der den Weg haargenau kannte. Er begleitete Don Bosco bis zur Tür seiner Freunde und verzog sich dann.
Weitere neunzehn Jahre vergingen. Eines Abends verirrte sich Don Bosco im Stadtviertel Bordighere. Es war im Jahr 1883. Dem Priester blieb nicht einmal Zeit, sich Sorgen zu machen: Grigio war da - lebhaft, zufrieden, noch immer mit grauem Fell und einem genauso sicheren Orientierungssinn wie früher. ...
Seitdem Grigio zum erstenmal bei seinem Meister aufgetaucht war, waren 32 Jahre vergangen ... Eine erstaunliche Langlebigkeit ...

Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezension des Buches von Dr. Eben Alexander über seine Nahtoderfahrung


Ich habe meine Grippe dazu genutzt das Buch von Dr. Eben Alexander über seine Nahtoderfahrung in Englisch auf dem Kindle zu lesen. Hier meine Rezension.

Dr. Alexander, ein Spezialist auf dem Gebiet der Neurochirurgie, fiel im Alter von 50 Jahren durch eine Spontaninfektion mit Colibakterien in Rückenmark und Gehirn, ein in dieser Form singuläres Ereignis, in ein siebentägiges Koma. Während dieses Koma war sein Großhirn ausgeschaltet, aufgefressen durch die Bakterien. Die Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang tendierte nach allen Erfahrungen, je länger das Koma dauerte, gegen Null. Am siebten Tag sollten die lebenserhaltenden Maßnahmen, sowie der Versuch den Infekt durch hohe Gaben von Antibiotika zu bekämpfen eingestellt werden, da bei immer noch nicht vorhandener Aktivität des Großhirns, wenn überhaupt, nur noch ein eventuell jahrelanger Zustand im vegetativen Stadium zu erwarten war, also einzig ein Körper ohne Geist.

Von seiner Familie und seinen Freunden hatte seit Beginn des Komas rund um die Uhr jemand bei ihm gesessen und seine Hand gehalten und sie hatten für ihn gebetet. Während seine Frau noch im Zimmer des Arztes war, der ihre Zustimmung für die Beendigung der lebenserhaltenden Maßnahmen einholte schlug er seine Augen auf und war wieder da mit einer für seine Lieben fühlbaren ganz anderen Präsenz als zuvor, innerlich heil und glücklich.

Nachdem er sich erholt hatte schrieb er auf, was er erlebt hatte. Er hatte solche Nahtoderfahrungen schon oft von seinen eigenen Patienten gehört, hatte sie aber, wie die meisten seiner Kollegen, ignoriert und als - letztlich mechanische - Fehlfunktionen des Gehirns abgetan, da diese Art von Wissenschaft konsequent davon ausgeht, daß es nichts gibt außer Materie und wenn es anders aussieht ignoriert man es eben oder überlegt sich ein paar schwache Erklärungen warum nicht sein kann was nicht sein darf.

Nur griff bei seiner Erfahrung keine dieser Erklärungen, da sie alle davon ausgehen, daß das Großhirn funktioniert. Eben das war aber bei ihm selbst komplett ausgeschaltet. Da er selbst jahrzehntelang Neurochirurg war konnte er seinen eigenen Fall wie den eines fremden Patienten untersuchen und die "wissenschaftlichen" Erklärungen widerlegen. In seinem Buch tut er das in allgemeinverständlicher aber auch in medizinischer Weise sehr überzeugend.

Das Besondere an seinem Fall ist aber nicht nur, daß er gegen alle medizinische Wahrscheinlichkeit überhaupt zurückkam und sich binnen relativ kurzer Zeit wieder im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte befand, sondern was er im Koma erlebte.

Er befand sich zunächst in einer Art übelriechendem blutigem Schlamm, er nennt ihn den Erdenwurmschlamm, aus dem nach und nach tierische Gesichter auftauchen, nach einiger Zeit wird ihm bewußt, daß er da nicht hingehört. Mit diesem Gedanken/Impuls beginnt er sich daraus zu erheben, trifft ein hilfreiches engelartiges Wesen, das ihm weiterhilft, ihm für ihn persönlich heilende Erklärungen gibt und mit ihm durch eine wunderschöne Gegend voller froher Menschen und singender Engel fliegt. Er beschreibt das so gut er kann - jedenfalls besser als ich - stellt aber immer wieder die Begrenztheit der Sprache und unserer menschlichen Kapazitäten fest diesen Bereich überhaupt zu erklären. Und er begegnet Gott, von dem er feststellt, daß er in der Tat menschliche Wesenszüge hat und eine Kommunikation wie mit einem Menschen möglich ist, dennoch Gott aber gleichzeitig so unendlich viel mehr ist, daß er auch von einem von den Schranken des Körpers befreiten menschlichen Wesen nicht zu erfassen ist, daß er aber vollkommene Liebe ist ....

Den Rest müßt Ihr selbst lesen. Es ist sehr spannend und berührend und ich habs in einem Rutsch gelesen.

Seinen Bericht habe ich in Bezug sowohl auf seine medizinischen Ausführungen als auf seine außerkörperlichen Erfahrungen als vollkommen glaubhaft empfunden. Das fiel mir auch deshalb nicht schwer weil ich als Ex-Esoterikerin natürlich etliche Bücher über Nahtoderfahrungen schon vor Jahrzehnten gelesen habe. Gleichzeitig hat seine Erfahrung noch einmal eine andere Dimension weil er, wohl weil sein Großhirn ausgeschaltet war, ohne Erinnerung an seinen Namen und auch alles andere aus seinem irdischen Leben in diese Erfahrung hineinging - dennoch aber offenbar als Individuum - während andere immer wieder erzählen, daß sie die Erinnerung an ihr Leben vollständig hatten. Dr. Alexander ging also auch unbelastet durch Gefühle von Verlust oder Reue und war dadurch wohl in der Lage erheblich mehr von der jenseitigen Welt zu erfahren als andere.

Auf dem Kindle erscheint zum Schluß die Aufforderung eine Bewertung abzugeben und ich habe ihm dennoch nur 4 von 5 möglichen Punkten gegeben. Der Grund sind seine Schlüsse, die er im letzten Kapitel zieht und die Aktivitäten, in denen er sich engagiert. Er hat den starken Wunsch nicht nur seine Kollegen, jedenfalls die, die ihre Ohren nicht ganz verschlossen haben, sondern auch so viele andere wie möglich an seiner Gotteserfahrung teilnehmen zu lassen - ein ehrenwertes Unterfangen. Ich denke aber daß er nicht nur seine eigene Heilung, die ihm in Form einer Botschaft seines Schutzengels gegeben wurde für alle verallgemeinert, sondern daß er auch in seiner Begeisterung trotz seiner Erfahrungen unterschätzt wie sehr wir unter den Bedingungen unserer Physis, denen er auch wieder unterliegt, zu täuschen sind. So empfiehlt er, um einen meditativen Zustand zu erreichen der uns Gott näher bringen kann zwar das Gebet, aber auch einen Apparat, der wie eine Brille auf die Augen gesetzt wird und mit Lichtblitzen in verschiedenen Frequenzen arbeitet um einen meditativen Zustand hervorzurufen. Ich kenne diesen Apparat, das Medium in unserer esoterischen Gruppe hat ihn vor Jahren aus den USA mitgebracht, wir haben es alle ausprobiert, nur wenige haben es als hilfreich gefunden und das Gerät ist dann wie so vieles in diesen 25 Jahren in der Versenkung verschwunden.

Außerdem habe ich aber auch sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht einfach nur die eigenen Fähigkeiten für außersinnliche Wahrnehmung zu schärfen, was zweifellos möglich ist. Wir haben auch hier einen Schutzengel, dennoch sehen wir hier durch den dunklen Spiegel der Erdenwurmperspektive - und die Möglichkeit getäuscht zu werden ist groß. Wenn jemand so sehr weiß wonach er sucht wie Dr. Alexander ist diese Gefahr vielleicht geringer als wenn jemand nur versucht um seiner selbst willen vollkommener zu werden, ich denke aber der sicherste Weg zu Gott ist immer noch ein sicherer Führer, und sicher ist auf jeden Fall Jesus Christus, die inkarnierte und in den Himmel aufgefahrene Liebe Gottes. Denn er kennt den Weg.

Ich will nicht kleinreden, daß es sehr hilft Meditationstechniken zu beherrschen und zu erlernen um offener und klarer für Gott zu werden, denn es hat mir auch geholfen, das Beten des Rosenkranzes oder der Tagesgebete der Kirche zum Beispiel ist jedoch auch eine Meditation und die Richtung dieser Gebete ist weit klarer als ein allgemeines Erlernen einer Meditationstechnik - insbesondere wenn man vor dem Tabernakel betet. (Für Nichtkatholiken: Das ist der kleine Schrank, in dem die in den Leib Christi gewandelte Hostie aufbewahrt wird. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht steht sie im Altarbereich)

Weiter zählt Dr. Alexander plötzlich im letzten Kapitel Reinkarnation als Möglichkeit auf, was in seiner eigenen Erfahrung nicht vorkommt. Dieses letzte Kapitel ist so blaß im Verhältnis zu den anderen, daß ich den Eindruck habe er ist, da das ganze Gebiet so neu für ihn ist, erst einmal in seiner ersten Begeisterung zu sehr auf die Esoterik eingestiegen statt den Weg zu Gott zu gehen den er kennt, nämlich Liebe zu leben und zu geben - und zu beten. Ich wünsche ihm sehr daß er sich nicht im esoterischen Erdenwurmschlamm verfängt.

Das Bild kommt von hier.

Montag, 11. Juni 2012

Und mein Senf dazu ;)

Viele Teilnehmer der Bloggertagung in Freiburg haben schon berichtet (alle auf meiner Blogroll zu finden). Die Blogger: Viele sehr unterschiedliche Menschen, die alle zusammen beten und feiern konnten, und singen nicht zu vergessen, toll!

Ich berichte daher nur noch einiges das mich besonders zum Nachdenken angeregt hat:

Im Vortrag am Samstag:

Das katholische Milieu, das es die letzten 150 Jahre zuverlässig gab, löst sich auf. Der Glaube wird daher auch nicht mehr in und durch die Familien weitergegeben.

Das ist etwas, das ich nicht nur schade finden kann, denn was ich von diesem Milieu noch erlebe hat doch eine sehr hohe Mauer nach außen nach meiner Wahrnehmung. Es scheint mir so als hätte sich die katholische Kirche unter den permanenten Angriffen der ganzen -ismen immer mehr in sich selbst zurückgezogen und darüber vergessen, daß Jesus sie ausgeschickt hat alle Völker zu lehren.

Die Frage schloß sich an wie jetzt der Glaube weitergegeben werden kann. Da muß es eine Verquickung von eigenen Erfahrungen, die bezeugt werden und dem Glauben der Kirche geben.

Das ist insofern wichtig als die eigene Erfahrung allein in die Irre führt. Es ist ein großes Geschenk, wenn Gott uns quasi am Kragen nimmt und auf den richtigen Weg schubst, aber er hat nicht umsonst auch seine Apostel beauftragt und Petrus die Leitung übertragen, denn das "Bodenpersonal" ist wichtig um die, die den Weg entlang gestolpert kommen, dann an der Hand zu nehmen und sicher weiter zu führen. Ohne Gottes Bodenpersonal fangen wir allzu leicht an auf "Stimmen" zu hören, die dann häufig nicht mehr von Gott kommen - und wir bemerken es manchmal erst Jahre später. Deshalb sind auch gute Beichtväter und geistliche Mentoren von so großer Bedeutung, jemand, der noch einmal von außen auf die eigenen Eingebungen schaut und sie prüft, denn Eingebungen sind eine wahrhaft unsichere Wissenschaft!

Eine schöner Augenöffner war für mich auch die Predigt des jungen Dominikanermönches am Sonntag. Jesus predigt und es drängen so viele Leute in das Haus, daß er und seine Jünger nicht einmal essen können. Seine Mutter und seine Brüder kommen und wollen ihn da heraus holen und meinen er sei von Sinnen, während die Schriftgelehrten ihn umbringen wollen, weil er angeblich Dämonen mit Beelzebul, ihrem Anführer, austreibe. Jesus wendet sich an die Umstehenden und sagt zu ihnen: Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Und mir wurde die Problematik einer Kirche bewußt, wenn sie nur von Intellektuellen geleitet wird, die verlernt haben gleichzeitig kindlich zu glauben:

Intellektuelle können nicht mehr wie das einfache Volk an Wunder glauben und sich in manchmal kindlicher Weise mühen den Geboten Gottes zu folgen. Sie verstehen auch nicht daß es legitim ist von Gott Heilung und Wunder und Befreiung von allem Bösen zu erwarten. Statt dessen schauen diese Intellektuellen auf das einfache Volk herab, das an Wunder glaubt. Aber sollen wir denn nicht genau das tun was das Volk tut: Von Gott alles erwarten? Jesus hatte Mitleid mit ihnen, denn er sah daß sie wie verlorene Schafe sind, die keinen Hirten haben. Er hat nicht auf sie herabgesehen sondern sie geliebt und sie an der Hand genommen und sich für sie geopfert -  und wenn wir in unser kleines ängstliches Kinderherz schauen wissen wir wieder daß wir auch zu diesem einfachen Volk gehören.



Montag, 7. Mai 2012

Heilig-Rock-Wallfahrt, die Zweite

Da wir eine Menge zu beten haben sind wir gestern noch einmal nach Trier zum Heiligen Rock gefahren, unsere letzte Chance für wer weiß wie lange. Wir haben die Messe der Piusbruderschaft in St. Maximin mitgefeiert - ich mit etlichen Vorbehalten, denn Sekten hatte ich in meinem Leben schon viel zu viele und ich will auf keinen Fall noch mal in so etwas reinrutschen.

Der Altarraum war super geschmückt mit langen roten Paramenten und es gab sogar große Engelfiguren an den Seiten des Altars. Die scheinen sonst nach dem 2. Vaticanum ja als erste auf dem Dachboden gelandet zu sein, die Engel und die Heiligen. Schwer beeindruckt von diesem opulent geschmückten Altarraum!

Auffällig als nächstes: Jede Menge Frauen mit Röcken, zum Teil auch mit Dirndl und eine Menge Mantillas, alles aber trotzdem unspektakulär, die Röcke nichts Besonderes, etliche der Mantillen aus der Tasche herausgeknautscht und dann mal locker auf den Kopf gehängt - selbstverständlicher Alltag, bzw. Sonntag halt.

Die Texte der Lesungen in Latein, mitzulesen im Wallfahrerheft, nur die Predigt in deutsch. Nach der intelligenten Predigt von Kardinal Brandmüller letzten Sonntag bei den Petrusbrüdern eine volksnahe Predigt hier. Über die Verhandlungen mit Rom und die Hoffnung einer Vereinigung und darüber daß durch den Heiligen Rock Wunder geschehen sind. Das war mir nicht so bewußt bis dahin - bzw. habe ich vorher davon überhaupt schon gehört?

Meine Angst vielleicht wieder auf geistliche Abwege zu geraten wurde mir erst bei der Kommunion bewußt - mit allgemeiner Selbstverständlichkeit kniend empfangen: "Sorge Dich nicht, ich bin es auch hier."

Nach der Messe gab es einen Segen mit der Monstranz, von dem ich noch nie gehört hatte: der Defensor-Segen, in Latein natürlich, dreimal. Ich nehme hier die Übersetzung:

Du unser Schirmherr Jesus Christ, besiege unsrer Feinde List, erhalte uns in deiner Hut, die du erkauft mit deinem Blut.

Den Segen würde ich auch öfter nehmen, find ich großartig!

Wo leider bei den Petrusbrüdern die Technik komplett ausgefallen war funktionierte sie hier - meistens. Das hielt die Wallfahrer schon noch ein ganzes Stück besser zusammen und in der richtigen Hinwendung. Mehrere Heilig-Rock-Wallfahrtslieder mit vielen Strophen, die wir immer wieder sangen, denn - das für die, die meinten die Petrusbrüder wären extra benachteiligt worden - es dauert halt einfach 2 bis 3 Stunden bis man am Heiligen Rock ankommt - für jeden außer Gehbehinderte, Kranke und Leute mit kleinen Kindern. Diese werden durch eine extra Tür hereingelassen, was den allgemeinen Pilgerstrom dann noch mehr verlangsamt. Da hat man dann wenigstens gleich noch was geopfert - vor allem schmerzende Füße.

Alles in allem macht das Gefühl des selbstverständlich und rundum katholischen wohl auch aus, daß die Piusbruderschaft nicht nur Gemeinden hat, sondern auch Schulen und Klöster und Universitäten, das ist schon so etwas wie eine eigene Lebensform. Ja, sie haben auch etwas Sektenhaftes, wie ich das von Sekten kenne reden sie darüber, daß sie die sind, die mindestens die katholische Welt retten. Ich hoffe wirklich, daß sie in die Einheit mit uns zurückkehren, das würde ihnen wie uns gut tun.

Sonntag, 30. Januar 2011

Liebe und Tod

Eine Frau, deren Mann vor kurzem sehr plötzlich gestorben ist erzählt mir, daß sie nach wie vor, wie von Anfang ihrer Trauer an - und sie ist sehr sehr traurig - sich ihrem Mann ganz nahe gefühlt hat wenn sie die heilige Eucharistie empfängt.

Ich habe mich gefragt, warum das so ist, aber eigentlich scheint mir das klar.

In der Liebe Christi ist alle Liebe enthalten, denn er ist die Liebe. So ist darin auch die Liebe einer Frau zu ihrem Mann und seine liebende Antwort darauf enthalten. Ich finde das sehr tröstlich, denn es zeigt doch wohl auch, daß Christus ihren Mann in seine Liebe und sein Licht aufgenommen hat. Ein Segen, den sich jeder für seine Verstorbenen wünscht.

Sonntag, 16. Januar 2011

Jesus Christus ist anders

Blitzlichter aus meinem Leben:

- Mein Vater hält mir die Augen zu: Du willst etwas? Was Du jetzt siehst gehört Dir.
- Eine Sportlehrerin nimmt mich nicht zu den Räubern bei der Schnitzeljagd: Du willst das zu sehr. Das mag ich nicht.
- Mein Guru verspricht ein Heilzentrum, das wir aufbauen werden: Aber noch nicht jetzt, ihr seid noch nicht gut genug! 20 Jahre und viele Seminare später waren wir immer noch nicht "gut genug", während ich es so sehr gewollt hatte, daß ich alle meine Kräfte dafür eingesetzt hatte.
- Ein Priester sagt mir in der Beichte: Sie wollen mehr Gebet, eine würdige Messfeier und eine bessere Exegese? Seien Sie froh daß wir sie überhaupt aufgenommen haben, bei Ihrem Leben.

Nicht so Jesus Christus:

Evangelium nach Markus 2,1-12.

Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, daß er (wieder) zu Hause war.
Und es versammelten sich so viele Menschen, daß nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.
Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!

Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im stillen:
Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?
Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?
Ihr sollt aber erkennen, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten:
Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg.
Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.
Kein Wort über die Brocken und den Staub, die von der Decke fielen, und über die Unverschämtheit mitten hineinzuplatzen in die Versammlung, sich mit allen Mitteln vorzudrängeln und dabei mal kurz das Haus zu demolieren. Stattdessen heilt Jesus diesen Mann und vergibt ihm seine Sünden. Das ist die Liebe Christi. Er sieht das Herz mit seinem Herzen.

Sonntag, 9. Januar 2011

Papa Benedikt, die Magoi und der Geistertanz


















Folgender Teil der Predigt von Papa Benedikt zum Fest der Erscheinung des Herrn hat mich auf alte Lebensspuren geführt:
Wir müssen davon ausgehen, dass die Sterndeuter auf der Suche nach den Spuren Gottes gewesen sind; sie wollten seine „Sprache" in der Schöpfung entziffern. Sie waren sich sicher, dass es in der Schöpfung eine Handschrift Gottes gibt - eine Handschrift, die sich entziffern läßt; sie wussten, dass „die Himmel die Herrlichkeit Gottes rühmen" (Ps 19,1) Sie wussten, dass Gott sich in seiner Schöpfung offenbart.
Ich fragte mich warum ich nicht zweifle, daß der Stern die Heiligen 3 Könige geführt hat und zwar bis zum Stall, über dem er stehen blieb. Natürlich kann Gott durch die Natur Zeichen setzen.

Ich bin einmal nachts aus dem Zelt getreten und sah direkt vor mir eine Sternenkonstellation in einem Halo, von der ich bis heute nicht weiß welche es war. Sie war jedoch minutenlang da und schließlich fiel eine Sternschnuppe in diesem Kreis mit der Information: Das ist nur für Dich. Ich habe es angenommen im Vertrauen daß das "Große Geheimnis" mich schon leiten wird. Diesen Begriff gebrauchte heute unser Pfarrer für Gott und ich habe ihn als Schamanin nach indianischer Tradition gebraucht.

Dann erinnerte ich mich an die Vision von Wovoka, eines christlich beeinflußten indianischen Schamanen, der die zweite Geistertanzbewegung Ende des 19. Jahrhunderts gründete. Er hatte während einer Sonnenfinsternis eine Vision in der er sich vor Gott gerufen sah, der ihm unter anderem mitteilte, sie sollten mit den Weißen Frieden halten, keinen Alkohol trinken und sich friedlich von den Weißen abgrenzen. Wenn sie den Geistertanz tanzten - eine Form des indianischen Kreistanzes - würden binnen 2 Jahren die Büffel und die Prärien wiederkehren und die Weißen würden verschwinden.

Die Bewegung fand große Verbreitung unter den indianischen Stämmen, wurde jedoch auch schnell erweitert durch sogenannte Geistertanzhemden, die kugelsicher sein sollten und eine kämpferische Haltung gegenüber den Weißen, bis sie im Massaker von Wounded Knee im Kugelhagel der Army endete.

Bei der Suche nach näheren Einzelheiten stieß ich - neben vielen eso-schamanischen Seiten - auf diese Seite, die von Spektrum der Wissenschaft unterstützt wird. Es gab Untersuchungen über die Wirkung der Geistertanzbewegung, die lange Zeit einzig als großer Mißerfolg rezipiert worden war.

Doch nach und nach begannen neue Perspektiven und Studien diese Geschichte eines (völligen) Scheiterns in Frage zu stellen. Denn die Geistertanzbewegung hatte neue Erzählungen und Rituale gestiftet, hatte Lebenswege und Familien (etwa durch die per Schwur bekräftigte Absage an Assimilation und Alkohol) stabilisiert und zu einer Vielzahl neuer Allianzen und Hochzeiten insbesondere auch zwischen kleineren und vom Erlöschen bedrohten Stämmen geführt. In seiner berühmten Studie von 1986 fand der Ethnologe Russell Thornton, dass jene Stämme, die an der Geistertanzbewegung teilgenommen hatten, durchschnittlich höhere Geburtenraten, die erfolgreiche Integration von "Mischkindern" und auch die höhere Rückkehr von Auswanderern verzeichneten.
Obgleich nach wie vor viele Native Americans mit schweren Problemen ringen, ist ein neues Bewusstsein für Identität und Selbstbewusstsein enstanden, das maßgeblich auch durech religiöse Narrative und Rituale getragen wird.
Es ist ein weiteres Beispiel von vielen: Religiosität hat auch in der Neuzeit biologisches (reproduktives) und kulturelles Potential. Und lebendige, religiöse Kulturen bewahren nicht nur Traditionen, sondern erneuern sie auch immer wieder auf neue Lebenswelten hin.
Das Ganze führt mich jetzt zu folgenden Schlüssen:

- Auch wenn wir höchstens die Hälfte von dem verstehen, was Gott uns sagen will können wir ihm doch vertrauen, daß er es letztlich gut macht und uns seine guten Wege des Lebens leitet.

- Rituale und Traditionen sind von großer Wichtigkeit, denn Gott will immer wieder in die Welt kommen und das kann er durch unser Handeln. Deshalb ist es so wichtig für uns daß Gottes Sohn Fleisch angenommen hat und nicht bloßer Geist blieb und daß wir den von ihm eingesetzten Sakramenten treu folgen, was immer wir auch an Sakramentalien drum herum basteln. (Aus einem Vortrag von Pater Wallner von Heiligenkreuz über die sieben Sakramente)

Die Fähigkeit die Wirksamkeit und Bedeutung von Ritualen zu erkennen habe ich aus meiner schamanischen Zeit mitgebracht und sie war und ist ein wichtiger Faktor für mich warum ich eine Messe würdig gefeiert haben will. Aus meiner Sicht ist das mehr als ein ästhetisches Problem.

Ihr seht zu was man alles kommt wenn man nach dem Familienurlaub gleich die Grippe bekommt.


Montag, 13. Dezember 2010

Immer wieder Maria

Ich habe heute meine Marienweihe erneuert, die ich vor zwei Jahren abgelegt habe, etwas verspätet statt zum Jahrestag. Nachdem ich vor einigen Tagen im Gebet mal wieder plötzlich an einem "Ort" landete, von dem ich mir nicht sicher war ob das einer aus meiner heidnischen Vergangenheit war, hat mein Beichtvater mir geraten, immer durch Maria, die Unbefleckte, die Schlangenzertreterin, zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus zu beten. Denn wie auch aus Exorzismen bekannt, flieht das Böse vor ihr.

Vielleicht ist deswegen Maria dem mexikanischen Volk erschienen. Sie waren gefangen in einem mörderischen Glauben, in dem sie sich, wenn man die Berichte hört, gezwungen fühlten ungeheuer viele Menschen in blutigster Weise zu opfern, um ihrem Schlangengott zu gefallen. Wer anders als die, die die Schlange zertritt, hätte sie daraus befreien und zu ihrem göttlichen Sohn führen können.

Wenn ich als Individuum schon immer noch Schwierigkeiten mit dem habe, was ich so alles in meinem Leben angestellt habe, wieviel schwieriger muß es sein, ein ganzes Volk, ja ganz Südamerika, vom Bösen zu erlösen. Das ging wirklich nur durch ein Wunder der Gottesmutter und unter ihrem Schutz.

Samstag, 13. November 2010

Vigil für die Ungeborenen


Fortes fide weist auf eine Vigil für die Ungeborenen in der Nacht zum 1. Advent hin und ich tu es hiermit auch.

Die Madonna von Guadalupe ist die Hüterin der Ungeborenen. Als in Mexiko die Abtreibung legalisiert wurde erschien im Bild der Madonna ein Licht in der Form eines Embryos. Kath.net berichtete.

Glaubt Ihr nicht? Ich schon. Das Bildnis der Madonna ist schließlich selbst unerklärlichen Ursprungs. Wunder gibts halt doch.

Dienstag, 14. September 2010

Eine Lichterkette und die Gospa

Am Sonntag steckte mir auf unserem Pfarrfest ein alteingesessenes Gemeindemitglied einen Zettel zu mit der Überschrift: "Lichterkette" und sagte mir das komme von der Gospa von Medjugorje, es sei gut und er würde dabei mitmachen. Ich las das Blatt kurz durch und blieb umgehend an folgenden Sätzen hängen:

"Lichterkette" (Achtung Esoterik-Alarm) "zur Rettung der Menschheit und der Rettung unseres Planeten" (ne Nummer kleiner habt ihrs nicht) "12. September 2010 um 21:30 Uhr" "So bilden wir eine gewaltige Lichterwelle. Eine starke Quelle positiver Energie" (Und noch mal Eso-Alarm). "Sendet einen mächtigen Lichterstrahl" (Das haben wir bei Esoterikerns auch reichlich gemacht) und so ging das dann weiter mit Warnungen vor den letzten Zeiten und wie sehr wir uns anstrengen müssen. Das zeichnet aber Esoterik genau aus, da geht es nicht um Gebet und Vertrauen in die Liebe und die Kraft Gottes sondern um die Rettung der Welt durch eigene Anstrengung zu "genau dieser Zeit".

Ich war bei dem Pfarrfest ziemlich eingespannt und am nächsten Tag fiel mir auf, daß ich durchaus daran gedacht hatte mitzubeten (schließlich bete ich auch Novenen oder bete bei der Aktion Ninive) es aber einfach vergessen hatte. Es beschäftigte mich dann wegen der Umstände unter denen ich es erhalten hatte und meiner gesträubten Esoterik-Erinnerungs-Haare so, daß ich in einen E-Mail-Austausch mit unserem Pfarrer eintrat.

Im Verlauf dieses Austauschs fiel mir erst auf, daß das Blatt keinerlei Impressum oder Kontaktadressse trug, was man von so einer angeblich groß angelegten Aktion (3-6 Monate Vorbereitung, Übersetzung in alle Sprachen) ja erwarten sollte und schließlich schaute ich mal auf der offziellen Medjugorje-Website nach und stellte fest: Das kommt nicht daher! Weder gibt es dort irgendeinen Hinweis auf eine Gebetsaktion am 12. September 2010 noch war von einer Rosenkranzgebetsaktion und positiver Energie für die ganze Erde und dergleichen irgendwo die Rede. Eine Privatoffenbarung unbekannter Herkunft also und der Sprache und dem Alarmismus nach zu urteilen nicht der besten.

Mir sind schon öfter Leute begegnet, die mir verschiedenste Wunder nahebringen wollten, teils anerkannt teils nicht. Und natürlich weiß ich daß es Wunder und Marienerscheinungen gibt, was mich aber stutzig macht ist der Trotz, der bei den Leuten durchscheint wenn sie so etwas erzählen.

Das Problem dabei scheint mir zu sein, daß sich auch diese Art von Katholiken genau wie die Modernisten ein Stück weit von ihrer Kirche verabschiedet haben, nachdem über sehr lange Zeit Hirten das Sagen hatten, denen Erscheinungen wie in Lourdes und Medjugorje und viele andere nur peinlich waren, die sie bestenfalls als etwas für das dumme Volk verunglimpften, schlimmstenfalls, wie ja auch in Wigratzbad, versuchten zu unterdrücken. Hirten, die ihre Herde geringschätzen, die aber selbst nicht einmal mehr in der Lage sind an das Wunder der Verwandlung von Brot und Wein in den Leib Christi zu glauben, geschweige denn dies ihren Gläubigen zu vermitteln. Und die Leute hungern dann nach dem Mysterium, von dem sie doch spüren daß es das gibt.

Deshalb ist es so wichtig gewesen, daß Papst Benedikt XVI eine seiner ersten Reisen zum Muschelseidentuch von Manopello unternommen hat um dort zu beten, ohne irgendwelche programmatischen Reden zu schwingen. Durch seine bloße Aktion hat er gezeigt: Seht her, Wunder gibt es.

Ich denke, die Unterstützung durch den Papst und die Priester - und endlich auch eine Entscheidung zu Medjugorje mit seiner mittlerweile jahrzehntelangen Beicht- und Bußpraxis - zusammen mit dem Angebot regelmäßiger eucharistischer Anbetung, ist das, was auf die Dauer Menschen, die wissen daß das Mysterium existiert, es aber in ihren Kirchen nicht mehr erhalten davon abhalten wird, so etwas wie eine katholische Esoterik zu entwickeln und damit einen Privatglauben, der sich immer weiter von dem Glauben der Einen Heiligen Katholischen Kirche entfernt.

Freitag, 28. Mai 2010

Dorothea

Mit diesem Namen rief mich mein Vater, wenn er mich ärgern wollte. Ein altertümlicher Name, ein fraulicher Name, der Name einer Frau, die ich nicht sein wollte. Aber Dorothea, die Gott-Geschenkte (oder das Gottesgeschenk) hat was:

Dorothea ist eine Heilige und Märtyrerin des 3. Jahrhunderts und eine der Nothelferinnen. Bis 1969 wurde ihr Gedenktag auch im Allgemeinen Römischen Kalender berücksichtigt, wurde aber gestrichen, da das Martyrium nicht belegt werden konnte. Womit sie das Schicksal vieler populärer Heiliger teilt, die einer Wissenschaftlichkeit zum Opfer fallen, für die Überlieferungen nichts taugen und Heiligkeit ein psychologisches Problem ist.

Dorothea lebte in Cäsarea und hatte sich Christus geweiht. Deshalb wies sie den heidnischen Statthalter Apricius zurück, der um sie warb. Der war darüber so erbost, daß er sie foltern und zum Tode verurteilen ließ. Als sie mit dem Tod bedroht wurde, erwiderte Dorothea, aus Liebe zu ihrem Herrn würde sie gerne sterben, denn in dessen Garten werde sie sich ewig erfreuen und dort Rosen und Äpfel pflücken. Der Jurist Theophilus, der das im Vorbeigehen hörte, verspottete Dorothea: Wenn du zu deinem Gemahl in den Garten kommst, so schicke mir doch von den Rosen und Äpfeln! Dorothea betete an der Richtstätte, als ein goldlockiger Knabe mit einem Korb voller Rosen und Äpfel - es war mitten im Winter und kein Supermarkt in der Nähe - erschien. Dorothea schickte ihn zu Theophilus, neigte sich und wurde enthauptet. Das Kind brachte Rosen und Äpfel zu Theophilus und wurde vor seinen Augen entrückt. Theophilus war dadurch so erschüttert, daß er niederkniete und sich öffentlich zu Christus bekannte. Daraufhin wurde er zusammen mit Dorothea enthauptet.

Nun ja, da sind wir also bei der Frage: Wunder - gibts die?

Fangen wir mal so an: Es ist nicht das erste Mal, daß ich - auch in meiner näheren Umgebung - davon höre, daß Ungläubige durch ein sehr handgreifliches Wunder (eine sogenannte Privatoffenbarung) bekehrt worden sind. Für Wunder müssen wir als Christen ja auch nicht so weit gehen, schließlich ist Christus von den Toten auferstanden.

Wo wir hinkommen, wenn wir Wunder generell bezweifeln zeigt sehr anschaulich die Theologie der letzten Jahrzehnte. Dort werden selbst die Evangelien noch bezweifelt, weil es Wunder in der Naturwissenschaft nicht geben kann und folglich die Apostel und die ersten Christen ein Haufen Lügner gewesen sein müssen, die aus Gründen der Macht den Menschen Märchen erzählt haben (die so genannte nachösterliche Legendenbildung). Welche Macht soll eine von Beginn verfolgte Schar von Christen angestrebt haben?

Und: für eine gute Geschichte läßt sich ja auch jeder gerne foltern, köpfen und ans Kreuz nageln, nicht? Und das seit 2000 Jahren. (Wir haben auch heute noch eine wieder zunehmende Christenverfolgung weltweit)

Es gibt durchaus einen guten Grund warum die katholische Kirche die Verehrung von Heiligen wie Dorothea freistellt. Denn die Geschichten der Heiligen wurden im Laufe der Jahre schwer ausgeschmückt, was man in Voragine´s "Legenda Aurea" nachlesen kann. Unsere Märtyrer haben aber auch unsere Kirche durch die Zeit getragen und wir sollten sie daher würdigen und nicht verleumden oder wie ziemlich peinliche Vorfahren behandeln, die man besser verschweigt.

Und der Vollständigkeit halber: Dorothea ist Patronin der Gärtner, Blumenhändler, Bierbrauer, Bergleute, Neuvermählten, Bräute, Wöchnerinnen, bei Geburtswehen, bei Armut, in Todesnöten, bei falscher Anschuldigung.