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Freitag, 5. August 2016

Pater Hamel und das "Vade retro"


Nachdem ich nun diverse Kommentare dazu gelesen habe warum Pater Hamel seine beiden Mörder immer wieder versucht hat mit den Worten abzuwehren "Vade retro, Satanas!" "Weiche Satan!" will ich meine Einschätzung auch dazu abgeben. Denn ich denke es kann nicht angehen daß Pater Hamel z.B. unterstellt wird, er habe in diesen Momenten begriffen, daß er mit seinen ökumenischen Anstrengungen mit den Muslimen, die seit den Anschlägen in Paris zu einer größeren Nähe zwischen den Religionen geführt hat, völlig falsch gelegen habe und im Islam jetzt den Satan erkannt habe.

Diese Interpretation scheint mir deutlich zu weitgehend und zu weit hergeholt, den Pater Hamel wurde schließlich nicht von "dem Islam" sondern von zwei Personen angegriffen.

Gott, der uns mit einem freien Willen ausgestattet hat hält sich an seine eigenen Vorgaben und respektiert unsere Entscheidungen, und Satan muß sich auch daran halten. Das bedeutet aber, daß Satan nur Macht über einen Menschen gewinnen kann, wenn dieser zustimmt und das ist völlig individuell, selbst wenn es sich um einen Mob handelt, der gemeinsam losgeht. Wir können immer Ja oder Nein sagen.

Erschwert kann diese Entscheidung dadurch werden, daß wir soziale Wesen sind und dazu neigen mit einer herrschenden Gruppenmeinung mitzulaufen, besonders dann wenn diese Meinung aggressiv oder sogar lebensbedrohlich auftritt. Das trifft insbesondere bei Ideologien zu, wie wir sie im letzten Jahrhundert in großem Maßstab im Faschismus und im Kommunismus kennen gelernt haben. Aber auch der Islam hat wegen seines Anspruchs auch das staatliche Leben bestimmen zu wollen eine ideologische Seite. Daher kann z.B. der Imam, der mit Pater Hamel befreundet war sich weigern die Attentäter zu beerdigen, während diese sich auf denselben Glauben berufen und ihn unter Anrufung Allahs köpfen.

Satan kann nicht ohne weiteres auf uns Einfluß nehmen, sondern er braucht das was ich "offene Türen" nenne. Jeder von uns hat offene Türen durch Verletzungen, auf die wir mit Hass oder Wut oder Depression z.B. antworten, oder indem wir uns wichtig machen müssen weil wir gedemütigt wurden. Letztendlich sind die sieben Todsünden und ihre Ableger offene Türen, die wir oft nicht mehr selbst schließen können, sondern sie nur noch Jesus hinhalten können, damit er das für uns tut, z.B. in der Beichte.

Besonders gerne nutzt Satan Ideologien, die ja nur deshalb so erfolgreich sind weil sie nicht ganz falsch sind, sondern auch ihre richtigen Seiten haben, und es Erfahrung und Anstrengung erfordert ihre lebensfeindlichen und todbringenden Seiten zu erkennen. Kommen sie im Gewand der Religion daher wie der Islamismus, der eine lange Geschichte des Krieges und der Gewalt gegen Schwächere hat, einschließlich der eigenen Frauen und Kinder, ist die Distanzierung noch schwieriger.  Besonders junge Leute, die etwas Großes und Wichtiges in ihrem Leben tun wollen lassen sich davon anziehen und öffnen ihre inneren Türen mit ihrem Hass, dem sie sich hingeben, sperrangelweit für den Einfluß Satans, und zwar so sehr, daß Satan durch sie hindurch handeln kann und von ihnen Besitz ergreifen kann.

Aber auch sie könnten Nein dazu sagen, denn daß es in die Natur des Menschen eingeschrieben ist, nicht zu morden zeigt sich auch daran, daß islamistische Attentäter sich die Scheu vor dem Morden regelrecht abtrainieren, indem sie als Trainingsmaßnahme z.B. in einen Hühnerstall gehen und dort einem Huhn nach dem anderen den Kopf abreißen, eine von ihren Anführern empfohlene Methode zur Abhärtung. Oder sie nehmen Drogen um ihre Grausamkeiten begehen zu können. So hat man in verlassenen IS-Unterständen Massen von Drogen gefunden. Indem sie ihre Menschlichkeit betäuben sagen sie aber Ja zum Bösen und darin liegt ihre Schuld.

Satan versteckt sich gerne solange es ihm zupass kommt, in Augenblicken des Triumphes aber zeigt er sich auch gerne dem Opfer und verhöhnt es damit. Ich denke daher, daß das "Vade retro Satanas" von Pater Hamel nur so zu erklären ist, daß er in diesen Momenten sehr genau gesehen hat wer ihn da eigentlich angreift und noch versucht hat, die Attentäter zu exorzieren und Satan zu vertreiben.

Pater Hamel ist bei unserem Herrn Jesus Christus, dem er so lange gedient hat und Satan ist, da er Liebe nicht kennt, zu dumm um zu verstehen, daß der Tod dieses Priesters mehr bewegt als der Böse für sich verbuchen kann. Ich sehe es nicht einfach als Täuschungsmanöver an daß der Imam, mit dem Pater Hamel befreundet war sich geweigert hat die beiden Attentäter zu beerdigen. Ebenso wenig halte ich es für Taqqija daß so viele Imame mit ihren Gläubigen in Italien in katholische Messen gekommen sind um ihre Solidarität zu zeigen. Sie haben sich dabei vielleicht täppisch angestellt und auch manche Priester haben vielleicht in ihrer Überraschung nicht korrekt reagiert, aber ich glaube daß Jesus selbst dann, wenn versehentlich die Heilige Eucharistie an einen Moslem gegeben worden sein sollte, das nachsehen wird, denn er sieht das Herz.

Liebe ist die grösste Kraft im Universum und nicht der Hass, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht. Und auch das weiß letztlich jeder Mensch, da es in seine Natur eingeschrieben ist.



Montag, 1. Februar 2016

Grundlegendes über das Gebet



„Wir sollen beim Gebet nicht den Trost suchen sondern den Gott des Trostes. Wer betet, weil es sich gut anfühlt, sucht am Ende sich selbst und nicht den Herrn. … Die Gottesliebe wächst in Zeiten der Läuterung - wenn wir nichts fühlen und dennoch beharrlich beten erweist sich unsere Liebe zu Gott als echt.“

Ein guter Artikel über das Beten im Informationsblatt der Petrusbruderschaft Februar 2016, Seite 2-4. Ebenso finde ich den Artikel über die Berufung auch für Laien als hilfreich.

http://petrusbruderschaft.de/pages/publikationen/infoblatt.php

Sonntag, 13. Dezember 2015

Lucia und das Weihnachtslicht



Nun habe ich den 13. Dezember für meinen Beitrag zum Blogoszesen-Adventskalender genommen, weil unsere Enkel in Schweden das Luciafest feiern indem sie sich als Lucia, ihre kerzentragenden Begleiterinnen oder Wichtel verkleiden und mit Sternjungen zusammen herumziehen und das Sancta Lucia-Lied singen. Und jetzt lese ich bei Kathpedia, daß das schwedische Lucia-Fest mit der Heiligen gar nichts zu tun habe, da es erst seit 200 Jahren in in Schweden ein besonderer Feiertag sei. 

Der heutige Brauch entstand erst lange nach der Reformation; der Luciatag wurde so erstmals 1893 durch das Freilichtmuseum Skansen in Stockholm begangen, für 1927 ist in Schweden der erste Luciaumzug nachgewiesen.“

Da schaue ich doch noch einmal genauer hin, denn das mag historisch so sein, das folgende Video (und viele weitere) erzählen allerdings eine andere Geschichte. Das Fest wird immer mit dem Lied „Sancta Lucia“ gefeiert - im ganzen Land von Kindergarten über Schule bis zum offiziellen Staatsfest landesweit, und natürlich auch in den Kirchen, und die heilige Lucia trägt ein weißes Gewand mit einer roten Schärpe, also das Gewand eines Märtyrers.


Und hier etwas aus der Geschichte der Heiligen Lucia:

Lucia ist als Person nachgewiesen, sie ist um 286 in Syrakus/Siracusa, auf Sizilien geboren und hat um 303 dort den Märtyrertod erlitten. Siracusa war ein Zentrum frühchristlichen Glaubens.

„Den Legenden gemäß soll die Christin Lucia einer vornehmen Familie angehört haben; ihr Name bedeutet soviel wie die Lichtvolle, die Lichtträgerin oder die Leuchtende. Mit ihrer an Blutfluss erkrankten Mutter pilgerte sie von Syrakus zum Grab der hl. Märtyrerin Agatha nach Catania, und die Mutter wurde tatsächlich geheilt. Lucia bekam daraufhin von ihrer Mutter die Erlaubnis, ihr als Aussteuer zugesagtes Vermögen zu verkaufen, um den Erlös unter den Armen zu verteilen. Der darüber erboste heidnische Verlobte Lucias lieferte seine Braut den Christenverfolgern aus.“ http://www.kathpedia.com/index.php?title=Lucia_von_Syrakus 

„Berichtet wird auch, dass Lucia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden.“ https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Lucia.htm

Sowohl im Heiligenlexikon als auch bei kathpedia kann man mehr erfahren.

Ich fasse kurz zusammen: Lucia wurde von Papst Gregor I. dem Großen, 590–604, in den römischen Messkanon als heilige Märtyrerin aufgenommen. Es gibt 2 Versionen davon wo ihre Reliquien sind. 

Ihre Verehrung hat weite Verbreitung gefunden und sie ist „Schutzpatronin der Bauern, Glaser, Kutscher, Messerschmiede, Näherinnen, Notare, Pedelle, der reuigen Prostituierten, der Sattler, Schneider und der Weber. Sie wird von den Gläubigen nicht nur bei Augenkrankheiten und Blindheit angerufen, sondern auch bei Blutfluss, Halsweh, Infektionen und Ruhr; auch Mütter von kranken Kindern suchen bei ihr Hilfe.“

Diese Fülle an Aufgaben und sozusagen „Tätigkeitsbereichen“ ist für frühe christliche Heilige typisch. Ebenso wie ein reiches Brauchtum.

Ich zitiere wiederum kathpedia zum Verständnis der Verehrung von Lucia und der Vermischung auch mit vorchristlichem Brauchtum:

“Volkskultur rankt sich nur scheinbar um die hl. Lucia. Zum Verständnis ist eine Vorbemerkung zum Aspekt „Licht“ notwendig: Gott sprach am ersten Schöpfungstag: Es werde Licht. Und es wurde Licht (Gen 1,3). Er sah, dass das Licht gut war und schied das Licht von der Finsternis. Licht ist für die Bibel mehr als der für das menschliche Auge sichtbare Bereich eines Spektrums elektromagnetischer Strahlung, mehr als eine physikalische Realität. Im Neuen Testament ist Christus das „wahre Licht“ (Joh 1,9), und die Gläubigen sind „Kinder des Lichts“ (Eph 5,8). Auch in der Liturgie spielt Licht eine Rolle, z.B., wenn während der Osternachtfeier die Osterkerze mit gesegnetem Feuer angezündet wird. Im Volksglauben wehrt das Licht Unheil ab. So verwendete man geweihte, schwarze Wetterkerzen, um Sturm und Gewitter fernzuhalten. Das gesamte Lucienbrauchtum hat seine Wurzeln im Datum. Bis zur Gregorianischen Kalenderreform (1582) war der 13. Dezember Mittwintertag, also der kürzeste Tag, mit dem wenigsten Tageslicht, im Jahr. Brauchtum, das sich als Lucienbrauchtum ausgibt … bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Hochreligion und Volksglauben.“

Die Beziehung zum Volksglauben zeigt sich auch darin, daß Lucia bei den Kindern in Schweden oft auch von Tomtes begleitet wird. Der Tomte ist ein Wichtel. Diese Mischung aus Heiligenleben, Heiligenlegenden und Volksbräuchen findet sich bei vielen frühen Heiligen, einige sehr populäre Heilige wie z.B. den Heiligen Christophorus hat man aus den offiziellen Heiligenlisten gestrichen, weil man sozusagen den Baum vor lauter Wald nicht mehr gesehen hat. Die Heiligen verschwanden hinter einer reichen Legendenbildung. Ich halte es dennoch nicht für legitim sie aus den Heiligenlisten zu entfernen, sondern denke, es handelt sich eher um ein Beispiel modernistischer und etwas hochmütiger Besserwisserei, die letztlich oft dabei endet, daß man sogar die Wunder, die Jesus getan hat, anzweifelt, weil nicht sein kann was man nicht akzeptieren will. Und für die, die nicht verstehen warum Heilige verehrt werden: Nein, man betet nicht zu den Heiligen, sondern man schließt daraus, daß sie Heilige sind, daß sie näher bei Gott sind als wir normalen Sterblichen, und damit Gott auch für uns bitten können, obwohl jeder von uns ja auch heilig werden kann. 

Solche Feste wie das Luciafest treffen immer ein wichtiges Bedürfnis der Menschen: Angefangen von dem  Bedürfnis nach materiellem Licht. Meine Tochter erzählt mir, daß sie es anfangs komisch fand, daß die Schweden, sobald die Sonne im Frühling endlich scheint, mit geschlossenen Augen mitten auf der Straße stehen und ihr Gesicht in die Sonne halten - heute macht sie das selbst. 

Wäre es nicht schön wenn wir, so selbstverständlich und entspannt wie die Schweden ihr Gesicht in die Sonne halten, uns der Liebe des ewigen Lichtes hinhalten könnten?


Mittwoch, 7. Oktober 2015

Der Heilige Franz weiß Bescheid.


Da besteht ja dann vielleicht auch noch Hoffnung für mich.

das Bild kommt von hier.

Sonntag, 1. März 2015

Suche nach geistiger Führung


Am Freitag segnete uns unser Priester in einer gregorianischen Messe mit einer Reliquie des jung gestorbenen Heiligen Gabriel von der schmerzensreichen Jungfrau Francesco Possenti. Es fühlte sich wie eine Kommunikation mit dem Heiligen an: Die Ansprache - der Segen des Heiligen, der Kuß der Reliquie - das Danke schön.

Beim Rosenkranzgebet am folgenden Tag die plötzliche Erkenntnis:

Ich dachte immer es sei eine Schwäche, daß ich beständig in meinem Leben nach geistiger Führung gesucht habe, in der Tat haben das aber auch viele Heilige getan.

Jesus hat uns ja sogar den Heiligen Geist gesandt, damit er uns lehrt und uns führt - da habe ich aber eine ziemlich lange Leitung gehabt bis ich begriffen habe, daß ich mich völlig zu Recht der Führung durch den Heiligen Geist unterstellen kann.

Wie wenn unsere Individualität mit all ihren Möglichkeiten erst wirksam wird wenn wir uns mit dem Heiligen Geist Gott öffnen?

Ich werde es auf jeden Fall versuchen, nachdem es schon so lange gedauert hat bis ich endlich genügend Vertrauen habe.

Das Bild kommt von hier. 

Sonntag, 29. Dezember 2013

Viel besser als Blei gießen

Ich hab über Kirche in Not meinen Jahresheiligen und meinen Bibelspruch für 2014 gezogen. Hier sind sie:



Name:
Heiliger Franziskus
Gedenktag*:
4. Oktober
Zitat:
"Selig der Mensch, der seinen Nächsten in seiner Unzulänglichkeit und Schwäche genauso erträgt, wie er von ihm ertragen werden möchte, wenn er in ganz ähnlicher Lage wäre."
Mögliche Aktion:
Um Gnaden der Versöhnung und Nächstenliebe beten.
Mehr Info:
Kirchenlehrer; www.heiligenlexikon.de



Jesaja 26,4
Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.

Der Heilige Franz war schon meiner bevor ich überhaupt katholisch wurde und der Spruch hilft mir schon jetzt.

Wer auch statt Wahrsagen jemanden braucht, der ihn das kommende Jahr an die Hand nimmt, hier ist der link:

http://www.kirche-in-not.de/jahresheiligenziehen


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Der dreifaltige Gott und seine Heiligen sind subversiv


Ich habe gerade 4 Wunderbare Medaillen - goldfarben - (und natürlich geweiht) sowie 2 Jesusheiligenbildchen an 3 kleine Vampirinnen, 1 Hexchen, einen Piraten und einen Tod verschenkt - und dazu natürlich Süßes statt Saures. Kurze Erklärung an die Kinder (und Mutter) daß heute ja der Abend vor Allerheiligen ist und ich deshalb Heiligenbilder verschenke - und im Stillen jeweils ein Gebet, daß die Madonna und Jesus sich um sie alle kümmern mögen.

Danach stellte ich mir die Frage ob ich so überhaupt vorgehen darf.

Aber genau so geht auch Gott vor. Die Madonna von Fatima erschien im damals aggressiv kirchenfeindlichen Portugal, Jesus erscheint Muslimen heute, selbst in Mekka, und Johannes Paul II und andere Päpste haben die Welt und Rußland den unbefleckten Herzen Jesu und Marias geweiht, wie das die Madonna von Fatima wünschte. Da wurde schließlich auch keiner gefragt. Wenn Gott warten will bis die Menschen ihren Dickkopf überwinden und nach ihm suchen, geht er sie eben selbst suchen - und schert sich dabei überhaupt nicht darum ob jemand, der gerade das Sagen hat, etwas dagegen einzuwenden hat.

Zwei der Vampirinnen kamen übrigens noch einmal zurück, zusammen mit der kleinen Hexe, weil diese auch gerne noch eine so schöne Medaille wollte :)

Den Rest vertraue ich der Madonna und Jesus an - wie das schon Mutter Theresa und viele andere Heilige getan haben.

Gott ist subversiv - machen wir es ihm  nach!

Das Bild kommt von hier.

Samstag, 2. März 2013

Heiligenlitanei


Gestern abend haben wir mit unserem lieben Pfarrer gemeinsam auf unseren Wunsch die Heiligenlitanei im Angesicht der Reliquien der Heiligen gebetet, die wir derzeit in unserem Marienlädchen beherbergen dürfen.

Wir haben diese Heiligen um Segen für unseren Papa Benedikt gebeten und darum, daß sie für uns bitten daß uns der Heilige Geist den neuen Papst schenkt, den wir jetzt brauchen.

Außerdem haben wir für unsere Gemeinde gebeten.

Es liegt eine besondere Kraft in dieser Litanei, ich habe immer den Eindruck, daß der Raum sich füllt mit denen die wir um Hilfe bitten. Ich empfinde es als eine große Ehre einen solchen Kontakt zu einer so großen Anzahl von Heiligen haben zu dürfen.

Vom Heiligen Ludwig IX über Klaus von Flüe, Anna Schäffer, Johannes Paul II, Franz von Assisi, Pater Pio, Anna Kowalska, Benedikt von Nursia, die kleine und die große Therese haben wir 30 bis 40 Reliquien bei uns. Ich betrete und verlasse den Raum derzeit nur mit Verneigung und Kreuzzeichen.

Ich weiß, die Reliquienverehrung wird nicht mehr sehr gepflegt hier in Deutschland und stößt auch bei Katholiken auf Unverständnis, für mich als ehemalige Schamanin ist es jedoch unmittelbar einleuchtend, daß selbstverständlich der Kontakt zu einem Heiligen stärker wird, wenn man einem Teil von ihm nahe ist. Es gibt Reliquien 1., 2. und 3. Ordnung. Die 1. Ordnung sind Körperreliquien, die 2. Ordnung Reliquien von Gegenständen wie zum Beispiel Gewandstücke, die 3. Ordnung Berührungsreliquien, was bedeutet daß sie mit Reliquien 1. oder 2. Ordnung in Berührung gebracht wurden - es geht da im Grunde um eine Kraftübertragung wie ich es verstehe.

Alle echten Reliquien sind in eine spezielle Kapsel mit einem Frontglas eingebracht, werden von hinten versiegelt und haben eine von einer besonderen kirchlichen Stelle ausgefertigte Urkunde über ihre Echtheit.

Unmittelbar einleuchtend ist mir übrigens auch der Gedanke, daß man von jemandem, der einem wichtig ist etwas behalten möchte - und sei es für andere auch noch so wertlos. Es ist damit so, daß die Reliquienverehrung auf ein zutiefst menschliches Bedürfnis nach Nähe zu dem zurückgeht das man liebt oder geliebt hat.

Und zuletzt ist die Reliquienverehrung auch etwas außerordentlich katholisches, denn es macht sehr klar, daß das Fleisch nicht wertlos ist, da der Sohn Gottes sich nicht geschämt hat in dieses Fleisch herabzukommen, darin zu leben und leiden und es durch seine Auferstehung aus der Erde in den Himmel hinein verherrlicht hat. Wir müssen uns also unseres Fleisches mit all seinen Bedürfnissen auch deshalb nicht schämen, denn es ist der Tempel Gottes. Insofern ist unsere Reliquien-Ausstellung genau das richtige für die Fastenzeit und die Vorfreude auf Ostern.

Bei nicht wenigen Heiligen drückt sich die besondere Nähe zu Gott auch darin aus, daß ihre Körper nicht verwesen. Das ist aber nicht das einzige Zeichen von Heiligkeit, auch wenn das immer untersucht wird sobald ein Heiligsprechungsprozeß in Gang gebracht wird.

Das Bild kommt von hier.

Montag, 11. Februar 2013

Was ich so mache? Eine Reliquienausstellung mit Vortrag organisieren zum Beispiel. Freut mich wenn Ihr es teilt.


Reliquien Erinnerung und Erwartung
Sollte man Überreste (Reliquien) von Heiligen ausstellen? Sollte man sie verehren und warum? Ist das nicht vielleicht Götzendienst?
Eine Ausstellung der Sammlung von Pfarrer Fillauer
vom 15.2. bis 17.3.
im Marienlädchen im Pfarrhaus Adam-Rückert-Str.9, 64372 Ober-Ramstadt gegenüber der katholischen Kirche Liebfrauen.
Öffnungszeit samstags 9:30 - 12:30, sonntags 10:00 - 11:00 oder nach Absprache.
Ausstellungseröffnung mit Einführungsvortrag
Freitag 15.2.2013 um 20:30 Uhr
Pfarrheim Liebfrauen, OR
Referent: Pfarrer Stefan Fillauer, Biebesheim 

Montag, 14. Mai 2012

Laßt uns eine Lourdesmadonna aufstellen und eine Grotte für sie bauen!

Wo? Na zum Beispiel in unserem Pfarrhausgarten. Wie ich darauf komme?
 Durch diesen Artikel von Martin Mosebach in der Vatican:

Offenbarung in Gips: Die Lourdes-Madonna 
Wäre sie doch dem Fra Angelico erschienen. Doch sie kam Jahrhunderte später. Und hatte offenbar nicht vor, ein Kunstwerk zu werden.Warum aber die „Kommodenheiligen“ dennoch mehr sind als nur Kitsch. 
Kurz zusammengefaßt beschreibt er wie die römisch-katholische Kirche sich von der Heiligendarstellung mittels Ikonen, die ja immer gleich aussehen müssen und deshalb nicht gemalt sondern „geschrieben“ werden, abwandte. Durch Jahrhunderte haben sich dann Künstler an der biblischen Thematik ausgetobt oft auch mit einer Glaubensgrundlage Marke Eigenbau bis sie sich anderen Themen zuwandten. Und dann kam die Lourdes-Madonna! 

Der bürgerliche Aufsteiger – und wer wäre das nicht – fürchtet den Kitsch, weil er sich in seiner Geschmacksunsicherheit entlarvt sehen könnte – unsere pauperistischen und minimalistischen Interieurs sprechen auch von der Sorge, durch größere Opulenz womöglich in eine Kitschfalle zu geraten und sich von Geschmacksrichtern der Kleinbürgerlichkeit überführt zu sehen; das kann einem in einem leeren Raum natürlich nicht passieren. Aber der Kitsch ist stark und überlebt in unserer Welt auch die rigidesten Vorsichtsmaßnahmen. Längst kennen wir den kahlen Kitsch, den sauren Kitsch, den grünen Kitsch, den Betroffenheitskitsch und den Authentizitätskitsch und jede dieser Spielarten ist viel schwieriger aufzuspüren und bedarf eines erheblich geschliffeneren Geschmacks zu ihrer Entdeckung als die Lourdes-Madonna in ihrer ungeschützten naiven Unschuld. Sie schützt sich nicht, die Lourdes-Madonna, aber sie kann beschützen. Cordelia Spaemann, die verstorbene Frau des Philosophen Robert Spaemann, sagte, dass der Devotionalienkitsch der Wallfahrtsorte, an der Spitze die Lourdes-Madonna, der Schutzwall sei, mit dem die blasierten Ästheten – sie sprach von „Ästhetenpack“ – dem Heiligtum ferngehalten würden.
 
Schieben wir also die gesamte Frage des Kitsches bezüglich der Lourdes-Madonna mit der angemessenen Grobheit zur Seite und schauen wir dem nackten Faktum ins Auge, dass es im ganzen zwanzigsten Jahrhundert nicht eine einzige künstlerische oder kunsthandwerkliche Schöpfung gab, die derart eindeutig, allgemeinverständlich, nationen- und kulturenübergreifend funktional im liturgischen Sinn und identifizierbar katholisch gewesen wäre wie die Lourdes-Madonna. Ihr anonymer Schöpfer besaß dieselbe formstiftende Genialität wie der Zeichner der Mickey Mouse und der Entwerfer des Coca-Cola-Schriftzuges.
Wo die Lourdes-Madonna steht, ist die katholische Kirche. Angesichts solcher Durchsetzungsgewalt – und wie sanft ist diese Gewalt! – schnurrt jedes Geschmacksurteil über sie zum höchst belanglosen persönlichen Schön- oder Hässlichfinden zusammen. ...  Von der großen alten Kunst Europas ist sie genauso weit entfernt wie von der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, für avancierte Kunstkritiker des neunzehnten Jahrhunderts war sie Dienstmädchenkunst, für westeuropäische Liturgieexperten des zwanzigsten Jahrhunderts ist sie nur für Polen und Afrikaner tauglich. Das ist ein gutes Zeichen für ihre Lebensfähigkeit.   
Sag ich doch, ein „Hoch“ auf den religiösen Kitsch, denn er ergreift nicht nur das Herz sondern bringt das Heilige dort hin, wo es gebraucht wird, nämlich in den Alltag der Menschen: In die Schlafzimmer und Kirchennischen und selbstgebauten Gartengrotten. 
Also laßt uns eine Lourdesmadonna in unseren Pfarrhausgarten stellen - samt Grotte! 
Das Bild kommt von hier.

Montag, 19. März 2012

Der Heilige Josef, der Hörende


Der heilige Josef ist, auch bei mir, nicht sehr hoch angesehen, besonders im Vergleich zur Mutter Maria. Das ist um so eigenartiger weil die Erfahrungen mit dem Heiligen Josef sehr wichtig für mich und meinen Mann waren. Mein Mann verspürte in einem Josefskirchlein vor einer Madonna vom Sieg die Aufforderung: „Komm nach Hause“ und trat in Folge dessen in die katholische Kirche ein. Ich bekam in einer Josefskirche gesagt: „Du bist angekommen (in der Kirche)“, worauf ich in der Folge den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland ausführlich gezeigt bekam - eine Lehre im Schnelldurchlauf.


Warum Josef über die katholische Kirche so viel zu sagen hat - und nicht nur für uns - habe ich in den „Josefstudien“ gefunden:


„Maria war vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an mit Gott verbunden. Ja, Gott hat sie seit Ewigkeit auserwählt, weil sie diejenige war, die in allem die Eingebungen des Heiligen Geistes befolgte, wie Pius IX sagt. So muß man erkennen: Sie hat die Liebe Gottes in ihrem Schoß getragen, weil sie im Geist immer und vollkommen mit Gott verbunden war und die Liebe ihres Schöpfers in vollkommenster Weise erfaßt hat.


Aber Ähnliches kann man auch vom hl. Josef sagen: Als Gott „im Anfang Himmel und Erde schuf“, sah er schon den hl. Josef als den besten geschaffenen Mann, treu gegen alle Eingebungen des Heiligen Geistes, der wahrhaftig verdiente, Vater Jesu zu sein. Josef war der Erzieher Jesu auf Erden, und deshalb gilt für ihn in besonderer Weise, was Johannes Paul II als Größe des Menschen beschreibt: sich dadurch einfügen in die Wahrheit, daß er im Schatten der Weisheit seine Wohnung errichtet und in ihr wohnen bleibt, daß er in diesem Wahrheitshorizont begreift, wie sich seine Freiheit im Vollsinn entfaltet und daß er zur Liebe und zur Erkenntnis Gottes berufen ist. Auf diese Weise hat Josef Gott als die Liebe erfahren.“

German Rovira, Die vollkommenen Abbilder der Liebe Gottes


Und ein Satz des hl.Priesters Josemaria Escriva de Balaguer aus derselben Schrift:


„Unser Meister und Herr, der heilige Joseph, ist Meister des inneren Lebens. - Stelle dich unter seinen Schutz, und du wirst die Wirkung seiner Macht spüren.“


Der Heilige Josef ist der Schutzpatron der Kirche, so wie er auch Maria und Jesus geschützt und versorgt hat. Es ist sicher wert ihn zu bitten, auch wenn er sich zurückhaltend im Schatten der Weisheit aufhält - oder gerade deswegen.


Die Josefstudien werden vom Internationalen mariologischen Arbeitskreis Kevelaer einmal jährlich zum Fest des Heiligen Josef herausgegeben und der „Tagespost“ beigelegt. Zu bestellen bei www.imak-kevelaer.de. Gibts leider nicht online.


Das Bild kommt von hier.


Montag, 21. November 2011

Hunde als Hirten

Angeregt durch Elsas Bericht über ihren Hirtenhund und einen Kommentar dazu, habe ich mich mit Don Bosco und seinem grauen Wolfshund noch einmal befaßt. Don Boscos grauer Hund tauchte immer auf, wenn Don Bosco gefährdet war oder angegriffen wurde und verschwand danach wieder. Das geschah auch 30 Jahre später noch einmal und in Gegenden, die weit entfernt von Don Boscos Heimatort waren. Ebenso wird berichtet, daß man den Hund nicht fressen sah. Bis heute fragt man sich daher ob Don Boscos Hund wirklich nur ein Hund war oder so etwas wie ein Schutzengel auf vier Beinen.

Beim Suchen habe ich eine schöne Geschichte von Don Bosco und seinem Hund im Himmel gefunden.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Bitte, bitte!


















Jos.m.betle. von voxclamantisindeserto hat gepostet, daß schon an den 3 Tagen vor Christi Himmelfahrt traditionell Prozessionen mit der Allerheiligenlitanei stattfanden.

Ich habe die Litanei das erste Mal bei einer Altarweihe gehört, zu der ich vor meiner Konversion mit meinem Mann aus Neugier mitgegangen war. Als die Litanei begann bemerkte ich eine Art flachen Teich aus goldenem Licht über den Köpfen der Versammelten, der mit dem Fortgang der Litanei immer größer wurde. Schließlich wurde auch der Heilige Franziskus genannt, und da ich so viel mit den Naturwesen zusammengearbeitet hatte und die Natur liebte dachte ich: Das ist meiner. Und dann kam er in diesem goldenen Licht, das sich jetzt überall ausgebreitet hatte und bot mir seine Hilfe an. Ziemlich vorsichtig - schließlich hatte ich einige Erfahrung mit Geistwesen - nahm ich sie an und stellte irgendwann auch eine kleine Statue vom Heiligen Franz auf meinen mittlerweile vorhandenen Altar.

Später hörte ich, daß es den Begriff "Wolke der Zeugen" gibt. Ich nehme an daß es das war was ich gesehen habe.

Ich habe seitdem die Allerheiligenlitanei nur noch zwei- oder dreimal gehört und mitgesungen. Wenn sie aber nicht nur zu Papstbeerdigungen, zur Prozession Mariae Lichtmeß und ähnlichen Ereignissen gesungen werden darf sage ich:

Bitte, bitte lieber Herr Pfarrer. Ich möchte so gerne eine Prozession zu Christi Himmelfahrt, wenigstens eine kleine, und bitte mit der Allerheiligenlitanei. (Und sie muß nicht in lateinischer Sprache sein - ich nehm sie auch in deutsch ; ))

Wie beim Rosenkranz wird der katholischen Kirche auch bei den Litaneien vorgeworfen sie "leiere sie herunter". Aber das stimmt nicht, die Litaneien leisten das, wofür sie gemacht wurden: Sie rufen alle Heiligen um Hilfe.

Sonntag, 1. Mai 2011

Santo subito


Ich habe eben die sehr bewegende Heilige Messe zur Seligsprechung Johannes Pauls II gesehen. Hier einige Erinnerungen und Beobachtungen:

Ich war gerade mal ein halbes Jahr katholisch als Johannes Paul II starb und verfolgte die Berichterstattung über sein Sterben im Fernsehen. Als er gestorben war hatte ich den Eindruck einer Welle des Segens, die von ihm ausging und die noch durchs Fernsehen fühlbar war.

In der Zeit bis zur Wahl Benedikts XVI sorgte ich mich um die Kirche. Ich hatte genügend mitbekommen über den Zustand der deutschen Kirche mit ihrer Romfeindlichkeit, Kirche von unten etc., um mich zu fürchten wen die Bischöfe anstelle Johannes Pauls II wählen würden.











In diese Zeit fiel auch ein Konzert in unserer damaligen Kirche mit dem evangelischen Pfarrer Clemens Bittlinger, der sich nicht scheute den versammelten Zuhörern zu sagen, daß ihre katholische Kirche ja wohl jetzt mal einen besseren Papst wählen würde als Johannes Paul II, einen für Frauenrechte etc. Er mußte eigentlich wissen, daß viele um diesen Papst trauerten. Würden Sie vor einem Trauernden den beleidigen um den er trauert? Na ich nicht! Seitdem habe ich Bittlingerkonzerte - er brachte auch noch seine hüpfenden, ihn bejubelnden Groupies mit - weiträumig umgangen.

Wir haben für die Seligsprechungsmesse heute vom ZDF zu KTV gewechselt, weil die Übersetzung beim ZDF teilweise sehr holprig war. Bei der Messe fiel mir dann auf, daß auf KTV die Texte der Messe selbst nicht übersetzt wurden, wohl aber beim ZDF. Auch das erinnerte mich an meine Anfänge in der katholischen Kirche. Katholiken erklären einem nix! Das ist zwar verständlich, weil sie selbst ja die Texte in- und auswendig können, aber was ist eigentlich mit der Mission? Was ist mit den Konvertiten und solchen die es werden wollen?

Es ist ja richtig, daß man in die katholische Kirche und ihren Glauben hineinwachsen muß, aber mal erklären was da eigentlich stattfindet, die zentralen Texte und Riten erklären wäre wichtig. Und ich denke es war sehr gut, daß das ZDF das getan und übersetzt hat.

Ich wußte anfangs selbst im Gottesdienst lange nicht wann man was machte und schon gar nicht warum. Bei der Wandlung knieten einige, einige standen, einige blieben sitzen - und was jetzt? Am schwierigsten fand ich, obwohl ich sie sehr schön fand, die lateinisch gesungenen Stundengebete in Kloster Eibingen bei den Benediktinerinnen, denen ich verzweifelt versuchte mit Hilfe der lateinisch-deutschen Bücher zu folgen.

Mittlerweile kann ich eher in einer Messe sitzen und muß nicht alles verstehen, aber am Anfang? Leute gebt Euch mal ein bißchen mehr Mühe mit den Anfängern, und zwar nicht nur auf der Soft-Christentum und Wir-lassen-das-jetzt-mal-weg-Ebene. Ein Priester, der die Texte der Bibel auslegt ist da auch eine große Hilfe.

So hat unser Pfarrer heute darauf hingewiesen, daß Jesus auch nach seiner Auferstehung noch die Wunden seines Todes trägt. Es ist ein Zeichen daß das Opfer Jesu Christi ewig bleibt, und daß er ewig für uns Blut und Wasser, sein Leben für uns und den heiligen Geist verströmt. Er läßt uns in Ewigkeit nicht im Stich.

Das ist ein heiliges Wunder und keineswegs katholischer Kitsch, der mit dem Bild verteilt wird, das Schwester Faustyna von Jesus zum heutigen Barmherzigkeitsonntag, den Johannes Paul II aufgrund ihrer Visionen eingesetzt hat, bekommen hat.

Das Bild von Johannes Paul II kommt von hier.
Das Bild des Barmherzigkeits-Jesus von hier.

Samstag, 16. April 2011

Die Schmerzen Jesu und Mutter Teresa






















Nachdem ich in diesem Post über Mutter Teresa von Kalkutta geschrieben habe läßt mich die Frage ob Jesus Christi nach seiner Auferstehung weiter leidet nicht los. Mutter Teresa ist sicher diejenige, die man deswegen fragen kann, denn sie hat die dunkle Nacht der Gottesferne, die Jesus am Kreuz durchlebt hat, über Jahrzehnte selbst durchlebt und sie hat seinen Schmerz, den sie hörte als "Mich dürstet!" mit ihrem Leben getröstet und mitgefühlt.

Sie verzichtete auf ihr eigenes inneres Licht des Glaubens zugunsten all derer, die in Dunkelheit leben. „Ich weiß, dass das nur Empfindungen sind“, schreibt sie diesbezüglich.
In einem ihrer Briefe an Jesus heißt es: „Jesus, höre auf mein Gebet. Wenn es Dir gefällt, wenn mein Schmerz und mein Leiden, meine Dunkelheit und mein Getrenntsein von Dir Dir auch nur einen Tropfen Trost spenden sollten, dann Jesus, der Du ganz mein bist, tu mit mir, was Du willst, solange Du willst, ohne auch nur einen einzigen Blick auf meine Empfindungen und meinen Schmerz zu werfen. Ich gehöre ganz Dir. Präge meiner Seele und meinem Leben die Leiden Deines Herzens ein. Achte nicht auf meine Gefühle -- achte auch nicht auf meinen Schmerz.

Wenn meine Trennung von Dir andere zu Dir bringt und Du in ihrer Liebe und im Umgang mit ihnen Freude und Glück findest, warum sollte ich dann nicht von ganzem Herzen bereit sein, all das zu erleiden, was ich leide – nicht nur jetzt, sondern in alle Ewigkeit, wenn das möglich wäre.“
In einem anderen Brief, der an ihre Mitschwestern gerichtet ist, erklärt sie das Charisma des Ordens noch deutlicher, indem sie schreibt: „Meine lieben Kinder! Ohne Leiden wäre unser Wirken nur ein soziales Werk, wohl sehr gut und hilfreich, aber nicht das Werk Jesu Christi, nicht Teil der Erlösung. – Jesus wollte uns zu Hilfe kommen, indem er an unserem Leben, unserer Verlorenheit, unserer Seelenangst und unserem Tod Anteil hatte.
All das hat er auf sich genommen und hat es in der dunkelsten Nacht der Seele getragen. Nur dadurch, dass er eins mit uns war, hat er alles abgezahlt.

Wir dürfen dasselbe tun: All die Verlassenheit und Trostlosigkeit der armen Menschen, nicht allein ihre materielle Armut, sondern ihre seelisch-geistige Armut muss entschädigt und vergütet werden, und wir müssen unseren Teil dazu tun. Wenn es euch schwer fällt, betet: ‚Ich will in dieser Welt, die fern von Gott ist, die sich so sehr vom Licht Jesu Christi abgekehrt hat, leben, um ihnen zu helfen, um etwas von ihrem Leiden auf mich nehmen.‘“

Die folgenden Worte fangen das ein, was ich für die Schlüsselaussage ihrer Sendung halte: „Wenn ich je eine Heilige werde, dann ganz gewiss eine ‚Heilige der Dunkelheit‘. Ich will ständig außerhalb des Himmels sein, um denen ein Licht anzuzünden, die auf Erden in Dunkelheit leben…“ so verstand sie also ihre „Dunkelheit“, ihre „dunkle Nacht der Seele“. Vieles von dem, was sie zu Lebzeiten gesagt hat, ergibt jetzt, da wir diese Dinge wissen, mehr Sinn und erhält eine tiefere Bedeutung
In einem Zeitungsartikel las ich, daß sie ihre Mission trotz ihrer Glaubenszweifel habe durchhalten können weil sie als starker Charakter nun mal Treue gelobt habe und dann eben daran festgehalten habe. Das ist offensichtlich bei weitem zu kurz gegriffen. Einzig ein besonderer Dickkopf, der einen Schwur hält obwohl ihm nicht danach ist, trägt nicht durch ein Leben, das Mutter Teresa geführt hat und hilft nicht die Elenden zu lieben und zu tragen wie sie das getan hat.

Frage: Was würden Sie denen sagen, die Mutter Teresas mystische Erfahrungen als Glaubenskrise deuten; die meinen, dass sie nicht wirklich an Gott geglaubt habe oder dass ihre Dunkelheit nichts anderes sei als ein Zeichen für psychische Instabilität?

Pater Kolodiejchuk: Es war keine Glaubenskrise, auch kein Mangel an Glauben. Vielmehr hatte sie eine schmerzvolle Glaubensprüfung, in der sie das Gefühl erlebte, dass sie nicht an Gott glaube.

Diese Prüfung erforderte eine große menschliche Reife. Sonst wäre sie nicht in der Lage gewesen, sie durchzustehen. Sie hätte ihr seelisches Gleichgewicht verloren.

Wie Pater Garrigou-Lagrange schreibt, ist es möglich, einander scheinbar entgegengesetzte Gefühle zur selben Zeit zu haben. Demnach ist es möglich, eine „objektive christliche Freude“, wie es Carol Zaleski nennt, zu empfinden, während man gleichzeitig die Prüfung, das Gefühl der Glaubenslosigkeit durchlebt. Es handelt sich also nicht um zwei verschiedene Menschen, sondern um eine einzige Person, mit Empfindungen auf zwei verschiedenen Ebenen.

Wir können wirklich das Kreuz erleben. Es ist wirklich schmerzhaft und tut wirklich weh. Der Schmerz verschwindet jedoch nicht, nur weil wir es geistlich deuten. Trotzdem können wir voller Freude sein, weil wir mit Jesus leben. Beides ist wahr und echt. Auf diese Weise und aus diesem Grund lebte Mutter Teresa ein von Freude erfülltes Leben.
Das finde ich besonders erhellend für eine Zeit wie die unsere, die meint, jedem Gefühl sofort hinterherlaufen zu müssen und in der in Gesetzen festgeschrieben wird, daß es diskriminierend sei wenn man nicht respektiere, daß sich jemand schwul, lesbisch, transgender und was weiß ich nicht noch alles fühle.

Mutter Teresa hat Jesus Christus geliebt und eine solche Liebe trägt weiter.

Und Jesus leidet dann wohl weiter, trägt weiter unsere Schmerzen und unsere Gottesferne und ist bei denen, die das mit ihm tragen und dafür unglaubliche Kraft aufwenden, die sie ohne ihn nicht hätten.

Hier der link zu meiner Quelle.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Jetzt aber:























Ich habe nicht aufgepaßt, sorry und danke an Frater Thomas aus Zambia. Erst heute ist der Festtag der Madonna von Guadalupe. Sie ist vom 9. bis 12.Dezember dem Juan Diego erschienen, daher ist der 9. Dezember der Gedenktag von Juan, heiliggesprochen am 31.Juli 2002 von Johannes Paul II. Und zum Ausgleich heute ein Bild mit dem Heiligen Juan und der Madonna von Guadalupe zusammen.

Wie gut daß wir Gläubige wie Juan haben, die tun was nötig ist - auch wenn es Vertrauen und Mut erfordert.

Hier ein Teil des Gebets von Johannes Paul II bei seiner Predigt zur Heiligsprechung:

Geliebter Juan Diego, »sprechender Adler«! Zeig uns den Weg, der zur »Virgen Morena del Tepeyac« führt: Sie möge uns im Innersten ihres Herzens aufnehmen, denn sie ist die liebevolle und mitfühlende Mutter, die uns bis zum wahren Gott geleitet. Amen.

Montag, 8. November 2010

Frage zu den Märtyrern von Bagdad


Ich habe die Schleife für die Märtyrer von Bagdad jetzt auch auf meinen Blog gestellt, weil es mir wichtig ist, daß ihrer und der verfolgten Christen gedacht wird. Ich habe aber eine Frage dazu: Bei anderen Verstorbenen ist es ja so daß wir für sie beten. Bei christlichen Märtyrern aber scheints nicht. Wenn wir sie direkt nach ihrem Tod um ihre Fürsprache bitten können, heißt das, daß sie direkt zu Gott kommen?

Mittwoch, 3. November 2010

Hallo Meg!













Du hast mich zu meinem Post "Das 1. Gebot" gefragt: "das heißt solange man dem anderen Platz macht, kann Gott nicht von einem Besitz ergreifen?"

Gott kann immer Besitz von Dir ergreifen, ja er besitzt dich bereits. Der Unterschied zu den Herrschaften von der anderen Seite ist, daß Gott trotzdem Deine Freiheit respektiert. Du kannst Dich also gegen ihn entscheiden und er wird auch das respektieren.

Dazu erzähle ich Dir eine Geschichte: Ich wollte schon bald als ich mit der Esoterik begann unbedingt heilen können. Ich bekam von meinem Guru die Anweisung mit Handauflegen zu beginnen. Das hatte ich dann schon eine Weile probiert, als meine Kinder beide hintereinander Stomatitis bekamen. Das ist sehr schmerzhaft, man kann nur unter Schmerzen essen und bei kleinen Kindern ist das natürlich besonders schlimm. Meiner großen Tochter ging es schon wieder besser, als meine kleine auch damit anfing. Ich legte ihr die Hände auf, wurde plötzlich in eine andere Ebene genommen, hörte und fühlte: "Liebe ist die größte Kraft im Universum!" Gleichzeitig sah ich eine Art Tiergestalt vor mir, etwa so groß wie ich, von der ich wußte, daß sie der Geist dieser Krankheit war.

Aber ich war in der größten Kraft im Universum und es überkam mich so etwas wie ein heiliger Zorn - ein Zorn ohne Aggressivität - und in dieser ZornLiebe schickte ich dieses Wesen weg. Meine Kleine war am nächsten Morgen gesund.

Ich habe vieles lange nicht begriffen und so auch damals nicht, daß Gott die größte Kraft im Universum ist weil er die Liebe ist.

Das bedeutet aber auch, daß, wenn Du Dich gegen ihn entscheidest, Du Dich auch gegen die Liebe entscheidest. Und ohne Liebe sieht nicht nur das Leben furchtbar aus, sondern auch der Tod. Dante hat in seinem Inferno beschrieben, daß der innerste Kreis der Hölle nicht rot vor Hitze sondern blau vor Kälte ist, brennendes Eis. Und das ist auch vollkommen einleuchtend, denn dort ist die absolute Gottesferne, und wo keine Liebe mehr ist, ist absolute Kälte.

Solange man die Wahl hat ist es vielleicht noch ganz spannend, nur hat man, wenn man sich endgültig für die Lieblosigkeit entscheidet, irgendwann keine Wahl mehr. Und zwar deshalb nicht, weil die Liebe sich dadurch auszeichnet, daß sie Deine Freiheit respektiert, auch um den Preis des eigenen Leidens daran. Denn ich bin mir sicher, daß auch Gott leidet, wenn wir seine Liebe ablehnen. Selbst wir mit unserer kleinen Liebesfähigkeit leiden wenn wir Liebe verlieren, wie sollte Gott mit seiner unendlich größeren Liebe nicht leiden und um uns weinen.

Im Gegensatz zu Gott, der unsere Freiheit respektiert, respektiert das Böse sie allerdings nicht. Ich habe schon einmal darüber geschrieben, daß das Böse übergriffig ist. Wo immer jemand seiner freien Entscheidung beraubt werden soll ist keine Liebe. Und da gibt es ein weites Feld, angefangen z.B. mit einer manipulativen Mutter, über einen übergriffigen Staat bis hin zu einer dämonischen Besetzung.

Was das letzte betrifft so lassen die Kerle, wenn Du sie einmal an der Backe hast wie Zecken nicht so schnell wieder los. Deshalb ist es ratsam, wenn man sich davon befreien will, auch selbst Entscheidungen zu treffen und nicht nur zu meinen, z.B. ein Priester tut das schon für mich. Auch diese Geister müssen nämlich Deine Freiheit respektieren, und daher ist Deine Entscheidung eine große Hilfe bei Deiner Befreiung.

So habe ich konsequent nicht mehr absichtlich versucht, die Fähigkeiten des Hellsehens, Hellfühlens etc. einzusetzen. Diese Fähigkeiten können nämlich auch von der falschen Seite kommen und wenn Du sie einsetzt, hältst Du denen sozusagen die Tür offen, obwohl Du sie ja eigentlich loswerden willst. Im Vergleich mit der größten Kraft im Universum sind sie allerdings, wie eine Freundin zu sagen pflegt, nur Windelpupser. Warum sollte man sich auf solche Kleingeister denn einlassen?

Wenn Du die größte Kraft im Universum ablehnst weißt Du vielleicht erst einmal nicht was Du tust, denn die absolute Abwesenheit Gottes erfahren nur wenige in dieser Klarheit. Es gab einige Heilige, die sie erlebt haben, am längsten Theresa von Kalkutta, und es war für sie eine schwere Last, sich vollkommen getrennt von Gottes Liebe zu fühlen. Ich habe einmal einen gestandenen Mann, der diese Erfahrung unerwartet machte, plötzlich verzweifelt laut aufweinen hören, weil es so unerträglich war.

Überlege Dir also auf was Du wettest, wenn Du die größte Kraft im Universum, die Liebe, ablehnst.

Freitag, 9. Juli 2010

Der heilige Christophorus

Der heilige Christophorus gehörte zu denen, die eine Weile meine Führer waren auf meinem Weg zurück zu dem, den er trug. Ein Weg vom keltischen "Herrn der Tiere" über den Hirsch von St. Hubertus bis zu Christophorus. Ich habe sozusagen beim Herrn der Tiere angefangen, den ich als sehr großes Wesen mit Tierbeinen und einem Hirschgeweih wahrnahm, ein nächster Schritt war die Erkenntnis, daß die Natur zu schützen ist, daß die Jagd aber in einem angemessenen Rahmen dazugehört. St. Hubertus jedoch hatte exzessiv und nicht zur Nahrung oder zur Hege gejagt, sondern regelrecht gemordet. Da erschien ihm im Geweih eines Hirsches, den er gerade töten wollte, ein leuchtendes Kreuz. Er bekehrte sich und ließ von seinem Morden ab. Er wurde der Patron der Jäger als Mahnung für sie nur zu jagen und zu töten wo das notwendig ist.

"Es erschien ihm ein Kreuz im Geweih des Hirsches". Das sagt sich so dahin und jemand, der so etwas noch nie erlebt hat, findet das vielleicht sogar lächerlich und versteht vor allem nicht warum das so beeindruckend gewesen sein soll. In Filmen sieht man so was als Trick schließlich dauernd. Solche Erscheinungen sind aber nicht einfach Bilder, die man anschaut, sondern damit einher geht auch die Kraft des Kreuzes. Zusammen mit einem solchen Bild erhält man eine Erkenntnis, die den ganzen Menschen ergreift, ein Begreifen oft in kürzester Zeit über das was man tut, das was dieses Kreuz von einem will, und warum man diesem Kreuz von jetzt an immer folgen will. Eine Bekehrung eben.

St. Christophorus beindruckte mich schon lange und wurde mir zum Vorbild als ich einmal zwischen Neuheidentum und Katholischer Kirche bei der Besichtigung einer leeren Kirche von einem Wesen zum Altar gerufen wurde, das mich nötigte auf den Stufen vor dem Altar zu knien. Ich mißtraute diesem Wesen und begann das Vaterunser zu beten mit der Variaton "und führe mich in der Versuchung". Das Wesen forderte von mir ihm zu folgen, dann würde es mir Macht geben. Und ich fragte "welche Macht hast Du denn?" Es kam eine sehr ungefähre Antwort "na ja den Fluß hoch und so". Und ich lehnte ab, denn ich wollte wie Christophorus nur dem größten Herrn dienen. Und mit der Ablehnung verschwand das Wesen und ich konnte gehen.

Auch St. Christophorus gehörte zu den 14 Nothelfern wie Dorothea und wurde 1962 aus der Liste der Heiligen gestrichen, weil im Laufe der Jahrhunderte das genaue Wissen über seine Leben und seine Herkunft verloren ging und ich fürchte auch deshalb, weil man heute alles, was mit Wundern zu tun hat als verdächtig betrachtet. Er ist aber ein Heiliger aus einer Zeit der großen Bekehrungen vom Heidentum zum Christentum. Seine Hilfe wäre sicher auch heute nicht nur für mich wichtig.

Wie viele Heilige und viele jahreszeitliche Segensformen firmiert er heute unter Brauchtum. Laut www.heiligenlexikon.de wurde er unter anderem von Humanisten abgelehnt, für mich nicht gerade eine Empfehlung für seine Ablehnung. Ich verstehe noch heute nicht die Haltung von Gemeindemitgliedern, die etwa zum Blasiussegen sagen: "Das ist alles Folklore!" Ein Segen ist ein Segen ist ein Segen ist ein Segen oder etwa nicht? Und ein Heiliger, der über Jahrhunderte geholfen hat soll plötzlich kein Heiliger mehr sein? Diese moderne katholische Kirche hält zu viel von Theologen und zu wenig von ihrer Tradition und der Weisheit ihrer Gläubigen. Der Heilige Christopohrus gehört nämlich bis heute zu den beliebtesten Heiligen.

Sonntag, 20. Juni 2010

Esoterik und Nächstenliebe

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Ich möchte noch etwas mehr auf die Moral oder vielmehr den Mangel daran in der Esoterik eingehen. Die Esoterische Bewegung begann im Westen mit den Antroprosophen, die Teile des Hinduismus und Buddhismus für den westlichen Geschmack ummodelten.

Interessante Bücher zum Hinduismus und zum Buddhismus sind Joseph-Marie Verlinde, "Vom Ashram ins Kloster", der den Hinduismus (und auch die Esoterik) intensiv gelebt und gelehrt hat. Dort wird deutlich warum Indien Mutter Theresa von Kalkutta brauchte um den Ärmsten zu helfen. Im Hinduismus gilt es als schädlich für das Karma wenn man jemanden zum Beispiel nicht auf der Straße elend verrecken läßt, da dieser ja so seine karmische Schuld abtragen kann und es ihm im nächsten Leben dann besser gehen wird. Eine Religion mit einprogrammierter Lieblosigkeit.

Gut zu lesen ist auch Paul Williams, "Mein Weg zu Buddha" und zurück. Dieses Buch war der letzte Anstoß für eine Freundin, die viele Jahre Buddhismus gelebt hatte zurückzukehren, da es sehr klar die Schwächen dieser Religion darstellt. Da es aber auch ein Rückkehrerbuch ist kann wahrhaftig jeder Katholik für seinen eigenen Glauben noch jede Menge davon lernen. Paul Williams hat den Buddhismus viele Jahre gelebt und gelehrt, eine Religion der Selbsterlösung für eine geistige Elite.

Es wird hier auch sehr deutlich warum beide Religionen so gut in die heutige Selbstverwirklicherszene passen, die sie für ihre Bedürfnisse noch einmal etwas flacher und egozentrischer gestalten.

In beiden Religionen ist es nämlich durchaus nicht so, daß es wie in der Esoterik so etwas wie einen Personenkern gibt, der in immer anderen Variationen und Zeiten als Mensch wiedergeboren wird, sondern daß von der Person wenig übrigbleibt und man außerdem auch als Tier wiedergeboren werden kann. Das paßt natürlich den westlichen individualistischen Selbstverwirklichern nicht in den Kram weshalb es flugs geändert wurde. Es wird als Argument für egozentrische Rücksichtslosigkeit verwendet, die ja implizit logisch ist. Wenn man jemanden verletzt ist das Opfer selbst schuld, besonders natürlich wenn der Täter ein "erleuchteter" Guru ist, das war dann Karma.

Wie weit die Haltung der Esoterik schon in unsere westliche Gesellschaft und auch in unsere Kirche eingedrungen ist liest man sehr gut bei Pilar"Yoga, Astro, Globuli". Ich krieg die Krise wenn ich die Programme der Landfrauen oder der Ökumenischen Frauen sehe, in denen es von esoterischen Angeboten nur so wimmelt, daß in christlichen Klöstern buddhistische Meditationspraktiken angeboten werden oder daß Pfarreien Reikikurse anbieten. Ihr wißt nicht was ihr tut! Das Gebet zu einem liebenden Gott, der seinen Sohn geopfert hat um uns zu erlösen ist etwas grundlegend anderes als der Versuch sich ins Nichts aufzulösen - und nach mir die Sintflut, denn was kümmert mich mein Nächster. Wo es keine Bereitschaft gibt um der Liebe Gottes Willen für andere Opfer zu bringen, so wie Jesus Christus uns das gelehrt hat, sieht die Gesellschaft entsprechend aus.