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Freitag, 5. Februar 2016

Niemand sonst als wir wird den Christen helfen.


In Verbindung mit diesem Artikel bei Kirche in Not fiel mir wieder auf, daß ich die deutschen Katholiken einfach nicht verstehe. Ich habe bereits im August 2014 hier darum gebeten ein weltweites Gebet und Fasten auszurufen angesichts der Christenverfolgung besonders im Nahen Osten. Dann habe ich viele Monate darauf gewartet, daß mindestens bei den Fürbitten die verfolgten Christen genannt werden. Irgendwann - spät - wurde dann zumindest für die Menschen gebetet, die in Not sind durch Flucht und Vertreibung und Krieg.

Sicher braucht jeder, der so etwas erlebt, welcher Religionszugehörigkeit auch immer, Gebet. Aber die verfolgten Christen sind unsere Brüder und Schwestern! Gehen wir mit unseren leiblichen Brüdern und Schwestern denn so um, daß wir sie unter "ferner liefen" einordnen wenn sie leiden? Das kann es doch nicht sein!

Und es kann auch nicht sein, daß wir nur im Nahen Osten helfen weil die Christen besser dort bleiben sollten. Wenn sie nach Deutschland kommen brauchen sie Hilfe und Schutz. Ich sehe nicht, daß es außer in privat organisierten Ausnahmefällen Hilfe für die Christen gibt, die es bis hierher geschafft haben und nun in den Flüchtlingsheimen durch ihre Verfolger weiter misshandelt werden. Es gibt keine Initiativen, soweit ich sehen kann,  z.B. Christen aus den Heimen zu holen und ihnen privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen oder sie in kirchlichen Einrichtungen unterzubringen.

Man will niemanden diskriminieren? Es sind doch alles Menschen? Ja es sind alles Menschen - und dennoch...

Die Christen, die in Kirchen rund um Syrien kampieren, weil sie auch in den Flüchtlingscamps verfolgt werden, fragen: Habt Ihr uns vergessen? Warum helft Ihr uns nicht?

Sind wir so politisch korrekt geworden daß wir nicht einmal dezidiert für unsere Brüder und Schwestern beten und schon gar nicht ihnen gezielt helfen? Oder wie soll ich das verstehen?

Niemand sonst als wir wird den Christen helfen. Politisch korrekt wurden von Staats wegen extra Heime für schwule Flüchtlinge eingerichtet, damit sie vor Verfolgung geschützt sind, während von offizieller staatlicher Seite von Christen verlangt wird, sie sollten gefälligst Toleranz lernen, indem sie mit ihren Verfolgern friedlich zusammenleben. Wie zynisch ist das denn?

Es gibt Hilfe für syrische Christen, die von der syrisch orthodoxen Kirche in Deutschland organisiert wird und es gibt Hilfe für Yeziden, die von yezidischen Organisationen kommt. Und ich weiß von Christen die sich allgemein in Flüchtlingsheimen engagieren, aber direkte Hilfe für unsere christlichen Brüder und Schwestern auf deutschem Boden? Gibt es die?

Ich wäre froh wenn es das gäbe, vielleicht kann hier ja jemand Informationen dazu geben? Anregungen, wie man helfen könnte etc.?

Das Bild kommt von hier.

Samstag, 20. Juli 2013

Ein Jurist über das angeblich so dunkle Mittelalter


in der eigentümlich frei Nr. 135. Da ich nicht verlinken kann hier eine Zusammenfassung des Artikels von Ferdinand A. Hoischen und einige zentrale Zitate.

Der angeblich so aufgeklärte moderne Mensch setzt das Mittelalter oft gleich mit Leben in bitterster Armut, Hungersnöten, Plagen und Seuchen, Abwesenheit von Recht und Ordnung, Geltung eines Rechts des Stärkeren, Ausbeutung, Fehlen von Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Kunst, blanker Unwissenheit (Erde als Scheibe), Aberglauben (Hexenverfolgung) und ähnlichem.
...
Im Europa des Mittelalters war eine unterentwickelte Gesellschaft erstmals erfolgreich darin sich selbst und aus eigener Kraft zu entwickeln und die moralischen und ethischen Bedingungen für tausend Jahre ununterbrochenen Wachstums zu schaffen. 

Die Leute hatten damals einfach die Faxen dicke vom römischen Reich, das nicht wegen dauernder germanischer Angriffe unterging sondern

wegen enteignender Besteuerung der Bevölkerung; gravierender Einschränkungen persönlicher Freiheiten, erstickender Regulierung und Überwachung des persönlichen und wirtschaftlichen Lebens, überbordender Bürokratie; ständiger und erhebliche Ressourcen verschlingender Kriegsführung, Günstlingswirtschaft, permanent höherer Ausgaben als Einnahmen, galoppierender Geldentwertung und daraus folgender Unwilligkeit der Bevölkerung, für "ihr" Imperium noch länger einzustehen.

Warum wir heute permanent die Ohren mit den Vorurteilen aus dem ersten Abschnitt vollgeblasen bekommen? Nun die Geschichte wird von den Siegern geschrieben und das sind derzeit Fans des römischen Staatsdiktatur-Systems.

Zum Ende der Antike war Rom nicht mehr in der Lage, zu regieren. Die germanischen Stämme waren frei von zentralisierter Staatskontrolle, jedoch nicht ohne Verwaltung. An die Stelle des untergegangenen Staates trat die Kirche und wurde zu einer moralischen Instanz mit gerichtlicher Macht. Aus dieser Situation erlangte die Kirche wirtschaftlichen Vorteil, da ihr von König und Adel großzügig kultivierbares Land geschenkt wurde. Bemerkenswerterweise stellte die Kirche jedoch keine Armee auf, um ihre Macht zu erhalten oder auszubauen, verschaffte sich kein Münzmonopol und keine Monopole auf Recht und Justiz.
Die christlichen und kirchlichen Beiträge zur Entwicklung der Zivilisation im Mittelalter waren bemerkenswert: Milderung der Sklaverei, größere Gleichheit innerhalb der Familie, Verbreitung des Konzepts des Naturrechts (jeder Mensch ist von Natur aus, also nicht erst durch die Gesetzgebung eines Herrschers oder Staates, mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet, unabhängig von Geschlecht, Alter, Ort, Staatszugehörigkeit oder der Zeit und der Staatsform, in der er lebt; die Naturrechte sind demnach vor- und überstaatliche "ewige" Rechte) einschließlich des legitimen Widerstands gegen ungerechte Herrscher. Das kanonische Recht der Kirche beeinflußte die westlichen Rechtssysteme und lehrte die Europäer, wie ein modernes Rechtssystem aussehen mußte.

Das anarchische aber dennoch sehr effektive und freie Rechtssystem des Mittelalters und seine Folgen auf Wirtschaft, Freiheit der Wissenschaft etc. führt der Autor kenntnisreich aus, es lohnt sich, nicht nur wegen dieses Artikels, das Heft zu lesen. Nur noch ein Zitat füge ich an, sozusagen in eigener Sache, da ich einmal eine (aus heutiger Sicht sehr schlechte Diplomarbeit über Frauen im Mittelalter und Hexen geschrieben habe) :

Frauen hatte keine untergeordnete, sondern eine den Männern weitgehend gleichrangige Stellung. Sie besaßen hohe Bildung und nahmen herausgehobene Positionen in der Wissenschaft ein, sie hatten Leitungsbefugnisse auch gegenüber Männern, ihnen gehörten und sie führten eigene Unternehmen, sie hatten das Wahlrecht, sie konnten ohne Zustimmung ihrer Ehemänner Geschäfte tätigen und hatten Zugang zu Staatsämtern. Es war die Wiederbelebung des römischen Rechts am Ende des Mittelalters, die Frauen in einen zweitrangigen Status zurückversetzte.
...
Mit dem Tode bedroht wurde derjenige, der eine angebliche Hexe verbrannte. 

(Noch das Konzil von Frankfurt 794 ordnete die Todesstrafe für einen solchen Mord an, erste Verurteilungen von Hexen gab es im 13. Jahrhundert, in vollem Umfang setzten die Verfolgungen in der Renaissance ein)

Die weit verbreitete Annahme, die Hexenverfolgungen gingen hauptsächlich auf das Konto der kirchlichen Inquisition, ist historisch falsch. Die weit überwiegende  Anzahl der Hexenprozesse wurde vor weltlichen Gerichten verhandelt.

Da der Autor ein Fan hübscher Damen in Mittelalter-Gewandung ist habe ich ein entsprechendes Bild gesucht. Es kommt von hier.





Dienstag, 18. Juni 2013

Nicht aufgeben !


Katholisches.de referiert einen Vortrag von Kardinal Raymond Leo Burke zu den Veranstaltungen zum Lebensrecht und Evangelium vitae. Hier nur ein Auszug, der ganze Artikel einschließlich der Kommentare darunter ist sehr lesenswert. Das Ruder herumreißen können wir nicht alleine, aber wir dürfen auch nicht aufgeben. Gerade wir Deutschen haben vor kurzem erst den Fall der Mauer erlebt, die für ewig festzustehen schien und mit der viele meinten, sich arrangieren zu müssen - es kann noch viel geschehen! Die heutige Kultur des Todes hat schon sehr viele Opfer und viel Leid gekostet, irgendwann ist das Maß voll und wenn diese Todeskultur noch so viel finanzielle Unterstützung erfährt. Also laßt uns nicht aufgeben sondern kämpfen.

Hier der Auszug aus dem Artikel:

Wir müssen aufzeigen, daß das, was „Fortschritt“ ist, nicht von sich aus offenkundig ist, und anprangern, daß der „Fortschritt“ vielmehr von Mächtigen entschieden wird, die dann ihre Entscheidungen allen aufzwingen. Gegen die Idee „unumkehrbarer“ Entwicklungen die Oberhand zu gewinnen, ist schwierig, weil sich zu viele verlorene Schlachten angehäuft haben. Dennoch gilt es festzuhalten, daß die Geschichte keinen menschlich vorherbestimmten und notwendigen Gang hat. Die Schlachten werden von Menschen gewonnen und verloren und für den Christen ist kein Sieg des Bösen „irreversibel“. Auch der Nationalsozialismus und der Sowjetkommunismus schienen unbesiegbar und „unumkehrbar“ und dennoch sind sie gefallen.  
Zu glauben, daß das Böse irreversibel und unbesiegbar sei, ist letztlich Teil jener historischen Verzweiflung, die, wie uns Papst Franziskus fast jeden Tag lehrt, vom Teufel kommt.

Das Bild kommt von hier. 

Mittwoch, 17. April 2013

Verleumdung


Die Rosenkranzbeterin befaßt sich mit der "Kunst" der Verleumdung und stellt eine Anleitung der Stasi in ihren Blog. Das ist sehr erhellend und man lernt keineswegs nur für das Verhalten von Katholiken untereinander etwas davon, worauf sie hinweist, sondern diese Taktik wird besonders auch in unseren großartigen Medien gewohnheitsmäßig angewendet.

Lesen. Und dann Augen und Ohren aufhalten.

Samstag, 17. November 2012

Kreuznet und eine Bitte um Gebet

Eine Allianz aus Linken, Schwulenorganisationen und Feministinnen hat sich in den letzten Jahren die Deutungshoheit über Moral, Lebensstil und Anstand erkämpft. Diesen gesellschaftlichen Gruppen gefällt es, sich als Verfolgte und Entrechtete auszugeben oder diese zu verteidigen, obwohl sie längst selbst an den Schalthebeln der Macht sitzen. Da nun Kreuznet einen der ihren angegriffen hat nutzen sie das als Möglichkeit wieder einen Shitstorm gegen die katholische Kirche loszubrechen - den hatten wir ja in den letzten Jahren auch noch nie *Ironiemodus aus*. Sie kommen nicht sofort an die Macher von kreuz.net heran wollen aber möglichst schnell ein Opfer um zu demonstrieren wer hier das Sagen hat.

Was kommt da günstiger als ein engagierter Priester, der auf einer Internet-Seite kommentiert hat, die sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Haßseite entwickelt hat. Herr Pfarrer Jolie hat keine Haßtiraden geschrieben, sondern er hat das Internet aus dem Grund genutzt aus dem wir alle es nutzen:

Die Presse ist mehrheitlich in linker Hand und man kommt mit seinen Anliegen nirgendwo mehr zu Wort, diese werden einfach qua Pressemacht abgeblockt wenn man Glück hat, wenn man kein Glück sieht man sich einer Meute von übelwollenden Journalisten gegenüber, die sich mühen dein Leben zu zerstören.

Hinzu kommt eine katholische Kirche in Deutschland, die seit Jahrzehnten Papsttreue bestraft und frommen Priestern schon in den Priesterseminaren das Leben schwer macht. Und auch die katholische Presse ist in vieler Hinsicht gleichgeschaltet.

Was also bleibt wenn man nicht die Macht und das Geld hat um eine eigene Presse auf die Beine zu stellen ist das Internet.

Es ist fast die einzige Möglichkeit sich auszutauschen und Allianzen zu bilden, vorbei an den herrschenden Gruppen.

Das Internet ist ein großer Segen wenn man mit totalitären Strukturen konfrontiert ist. Es besteht aber auch die Gefahr daß man sich auf Leute einläßt, die sich als problematisch herausstellen. Das ist hier geschehen. Eine Zeitlang war Kreuznet ein Forum wo man sich angesichts einer geschlossenen Medienlandschaft äußern und austauschen konnte. Es ist es nicht mehr.

Ich hoffe sehr, daß sich das Ordinariat in Mainz hinter einen Priester und Seelsorger im besten Sinne des Wortes stellt, der vier Gemeinden zusammenhält, aus dessen Gemeinden immer wieder Berufungen zum geweihten Leben hervorgegangen sind und der in einzigartiger Weise altes und modernes miteinander verknüpft. Einen solchen Priester dem Drängen einschlägiger Medien und Interessengruppen zu opfern, die schon seit langem versuchen die katholische Kirche zu zerstören wäre völlig sinnlos, denn der gefräßige Mainstream wird danach nur das nächste Opfer verlangen und suchen.

Die katholische Kirche hat den Bedrohungen des Dritten Reiches standgehalten, sie kann auch dem gegenwärtigen Totalitarismus standhalten anstatt sich immer weiter zurückdrängen zu lassen.

Ich habe mich auf die Webseite des Gmünder-Verlags, eines Hardcore-Schwulenporno-Verlags, geklickt und habe diese mindestens so schnell wieder geschlossen wie ich das mittlerweile bei Kreuznet tue.

David Berger und Herr Gmünder haben in der SZ gesagt, man solle für sie beten. Ich halte das für eine Provokation. Nachdem ich allerdings die Website des Gmünder-Verlags gesehen habe denke ich wir sollten wirklich für sie beten, sie haben das eindeutig sehr nötig.

Ich bitte also um Euer Gebet für unseren Landpfarrer, für die Macher von Kreuznet und auch für David Berger, Herrn Gmünder und die anderen die in der Person unseres Pfarrers die katholische Kirche verfolgen.

Das Bild kommt von hier und mußte einfach sein.

Dienstag, 12. Juni 2012

Die Blogoezese und eine Rahner-Kapelle


hier regt sich jemand auf über die Kapelle des Karl-Rahner-Hauses und argwöhnt, daß sich die Blogger haben über den Tisch ziehen lassen am Wochenende.

Zunächst zur Karl-Rahner-Kapelle. Liturgisch finde ich sie voll daneben, ein grober Baumstamm als Altar (wär was für einen Grillplatz im Wald), grob zugehauene Holzhocker in Stuhlkreisform, die an ausgerissene Backenzähne erinnern, der Ambo hinten gegenüber dem Altar, keine Madonna (sie wurde ob ihrer großen Häßlichkeit in einen anderen Raum verbannt), und ich habe beim ersten Betreten nicht einmal den Tabernakel gefunden.

Wenn ich aber die Wahl habe mit einer Menge guter Leute dort das Stundengebet zu beten und eine Heilige Messe zu feiern oder weder gemeinsam Stundengebet noch Heilige Messe zusammen feiern zu können richte ich mich nach dem Ausspruch eines Bloggers, der beim ersten Anblick des Tabernakels in Form eines Werkzeugschranks oder Sicherungskastens kopfschüttelnd sagte: "Und ER macht auch das mit...."

Es gibt schließlich Prioritäten!

Zu den weiteren Bedenken ist zu sagen, daß es natürlich ein Risiko ist, sich auf ein gemeinsames Blogoezesenprojekt Jahr des Glaubens einzulassen, aber das ist es für beide Seiten! Ein Team von Hauptamtlichen macht sich mit der Blogoezese gemein, die mindestens in der innerkirchlichen Presse alles andere als einen guten Ruf hat und die Blogoezese riskiert, daß man sie instrumentalisiert und zu einem zahnlosen Tiger zu machen versucht.

Ja und? Angesichts der Tatsache, daß die Webadresse Jahr-des-Glaubens direkt auf die Homepage der Deutschen Bischofskonferenz führt, die statt eines Jahres des Glaubens den "Dialogprozess" führen will, und eine andere Webadresse JahrdesGlaubens auf eine private Website führt, gehe ich das Risiko eben ein. Der Heilige Vater hat ein Jahr des Glaubens ausgerufen und wenn das hier in Deutschland keiner hören will, wir als Blogger aber die Möglichkeit haben diesem Wunsch von Papst Benedikt zu folgen dann tue ich mein Bestes das auch zu tun. Im übrigen: Die Moderation liegt in den Händen von Bloggern.

Also: Give it a try!

Das Bild kommtvon hier.http://wegkreuze.blogspot.de/2012/06/wo-ist-er-ich-glaube-in-freiburg-auch.html

Samstag, 19. Mai 2012

Und der Zeitgeist-Preis geht aaannnnnn...

den BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend -so to say) und die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands). Ach das heißt gar nicht Zeitgeist-Preis? Aggiornamento-Preis klingt ja auch viel besser weil erstens ausländisch und zweitens zweitvatikanisch.

Das muß dann wohl die Belobigung für den BDKJ sein, daß sie Papst Benedikt in Freiburg so nett ins Kreuz getreten haben mit ihrer rot/grünen Abstimmung.

Da verleihen sich offenbar die untergehakten Hauptamtlichen der deutschkatholischen Kirche gegenseitig Preise. Sagt mal gehts noch?

Ein Preis für größtmögliche Verweltlichung.

Sonntag, 13. Mai 2012

Katholikentag: Everything goes - außer gregorianische Messe


Auf dem Katholikentag in Mannheim gibts so ziemlich alles, Hauptsache selbst gemacht, denn Heilig, heilig, heilig ist die Kreativität!

Keinen Platz im Programm fand - logischerweise - eine gregorianische Messe am Morgen des 19. Mai. Eine weitere gregorianische Messe am Freitag, 18. Mai wurde nicht unter Gottesdienste eingetragen. Wenns um Gregorianik geht hört die Freiheit offenbar auf - na ja, die gregorianische Messe ist ja auch nicht spontan und selbst gemacht sondern hat eine Tradition von mehr als 1000 Jahren - geht also gar nicht.

Hierzu eine Stellungnahme von Herr Pfarrer Jolie - deutlich versöhnlicher als ich:

Am Samstag, 19.05., wird unsere Männerschola St. Michael auf dem Katholikentag ein gregorianisches Choralhochamt singen (Maria-Hilf-Kirche im Stadtteil Almenhof, August-Bebel-Str. 47, 68199 Mannheim).
Trotz mehrfacher und direkt an die höchste Stelle gerichteter Bitten war es nicht möglich, diese Heilige Messe im Katholikentagsprogramm mit seinen 1200 Veranstaltungen unterzubringen – und dies ohne Angabe von Gründen. Ist das der Dialogstil, der im Vorfeld des Katholikentags mit gigantischem Medienaufwand in Szene gesetzt werden soll? Merken die Verantwortlichen nicht, wie sie sich durch ein solches Vorgehen in den Augen vieler Beobachter unglaubwürdig machen? Zur Vermeidung von Missverständnissen sei gesagt: Niemals darf die Heilige Messe kirchenpolitisch instrumentalisiert werden. Es ist aber schon zu fragen, wie es gelingen soll, die überlieferte Messe – so wie es vom Papst gewünscht wird – als normalen Bestandteil des kirchlichen Lebens anzusehen, wenn die Verantwortlichen in dieser Weise mit ihr verfahren.
 Dennoch oder gerade deshalb lade ich Sie herzlich ein, ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen und nach Möglichkeit an dieser Heiligen Messe teilzunehmen. 
Vergessen wir nicht: Das geduldige und beharrliche Ertragen von Widerständen, Anschuldigungen und Verleumdungen hat nicht wenigen Christen den Weg in den Himmel geebnet. Bitterkeit, Unversöhnlichkeit oder der Wunsch, mit gleicher Münze heimzuzahlen sind menschlich verständlich. Sie waren aber niemals der Weg zur Heiligkeit.

Ich bitte Euch die Information für diese Heiligen Messen zu verlinken bzw. sie bekannt zu machen. Auch wer kein Freund der gregorianischen Messe ist kann ja zumindest was gegen gezielte Diskriminierung haben.


Hl. Messen im außerordentlichen Ritus anlässlich des Mannheimer Katholikentages:

Freitag, *18.5.12, 18.00h*, zelebriert P. Bernward Deneke von der Petrusbruderschaft ein levitiertes Hochamt.

Samstag, *19.5.12, 9.00h*zelebriert Pfr. Hendrick Jolie / Priesternetzwerk ebenfalls ein Hochamt.

Zelebrationsort ist an beiden Tagen die Maria-Hilf-Kirche im Stadtteil Almenhof (August-Bebel-Str. 47, 68199 Mannheim).

Sonntag, 29. April 2012

Gottesdienst und Talmi

Über diesen Post von Johannes stieß ich auf die Seite der Katholischen Frauen Deutschlands (kfd) und ihre Vorschläge für einen Gottesdienst für den Tag der "Diakonin", für den sie als Schutzpatronin ausgerechnet die papst- und romtreue Heilige Catarina von Siena reklamieren, die den in Frankreich residierenden Papst dazu brachte wieder nach Rom zurückzukehren und sich nicht vom französischen König und seinen Interessen abhängig zu machen. Mehr dazu hier.

Ich stellte, als ich mich durch die Gottesdienstvorschläge der kfd-Frauen klickte fest, daß ich das einfach nur furchtbar peinlich und außerdem noch stümperhaft fand und fragte mich warum.

Ich denke es ist deshalb so weil es sich bei den kfd-Aktivitäten darum handelt, daß sich Frauen selbst verwirklichen wollen und meinen das nur tun zu können indem sie Männer nachahmen. Sie haben offenbar das, was die katholische Kirche ausmacht nicht begriffen: Es geht um Anbetung, um eine Beziehung zu Gott, und um Dienst für Gott in dieser Beziehung und nicht um Macht und "ich will aber auch mal" *mit dem Fuß aufstampf*

Am Umgang mit einem traditionellen Handwerk von Frauen, nämlich dem Umgang mit Stoffen läßt sich der Unterschied von Gottesdienst und Selbstverwirklichung sehr gut nachvollzihen.

Auf der einen Seite eine Kasel, das Übergewand des Priesters bei der Heiligen Messe, die traditionell von kontemplativen (also abgeschlossen betenden - das gibts auch für Männer, damit niemand da wieder was falsch versteht) Frauenorden gearbeitet wurden, ein Kunstwerk der Handarbeit. Die Nonnen haben die Arbeit an diesen Priestergewändern für Gott und betend getan, und für einen Priester nur in seiner Funktion als Vertreter Christi in der Heiligen Messe und sie haben sie so schön gemacht wie sie konnten, weil nichts zu schön ist um Gott zu ehren.

Sieht man sich jetzt den Gottesdienstvorschlag der kfd an so fällt auf, daß sie zum einen rumprobieren: ach nehmen wir doch noch mal terracotta dazu, oder wie wärs mit blau, und zum anderen, daß es sich ganz offensichtlich nicht mehr um eine Liturgie handelt, in der man sich auf Gott bezieht, sondern um eine Art Theater oder Tanz, mit dem man Gott bittet doch dafür zu sorgen, daß man erhält was man gerne hätte. Das läuft schon fast auf Magie hinaus, ein Phänomen, das immer dann auftritt, wenn die Hochform eines Kultes in Vergessenheit gerät. Es handelt sich hier nicht mehr um Gold sondern um Talmi (also etwas vorgeblich Wertvolles).

Tut mir leid: Ich glaube angesichts dieser Stümperei kein Wort davon, daß es hier noch um Gott ginge. Hier wurde über dem zeitgeistlichen Geschlechterkampf einfach vergessen, daß Gott uns als Mann und Frau geschaffen hat, beide Menschen und insofern mit je eigener Würde, aber eben auch mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Aufgaben - und gerade nicht gleichgeschaltet. Es handelt sich hier schlicht um ein feministisches Mißverständnis, das schon jede Menge Menschen - Männer wie Frauen und nicht zuletzt Kinder - unglücklich gemacht hat und noch unglücklich machen wird, bis wir aus diesem Hype wieder raus sind.

Sonntag, 4. März 2012

Mein Programm für diesen Blog

Ich hatte mir schon selbst einen link aus einer Veröffentlichung auf meinen Computer geschickt um mich (mal wieder) aufzuregen und stellte dann fest, daß ich einfach keine Lust dazu hatte das schon wieder zu tun. Es war mir zuwider.

Im neuesten Rundbrief des Instituts St. Philipp Neri, Berlin greift Probst Dr. Goesche unter "Askese beim Unkrautjäten" genau dieses Problem auf. (Der Rundbrief ist leider noch nicht online, ich zitiere daher einige Stellen, ansonsten: www.institut-Philipp-Neri.de):

Probst Goesche berichtet zunächst wie froh er als junger Priester um einen älteren Mitbruder war, der sich die ganzen Mißstände, mit denen die jungen Priester konfrontiert wurden verständnisvoll anhörte, sie jedoch irgendwann dazu aufforderte mit den Klagen aufzuhören, worunter der Probst dann litt.

"Ein Vierteljahrhundert später denke ich immer noch, man darf nicht so tun, als ob es die Mißstände nicht gäbe. Wir dürfen das Elend unserem Herrn und Meister vor Augen stellen, wir dürfen auch mit geeigneten Personen darüber sprechen. Aber der ältere Mitbruder hatte doch nicht unrecht. Wenn wir dabei stehen bleiben, kann uns die Traurigkeit erdrücken, oder es entwickelt sich eine Lust am Skandal. Es besteht auch die Gefahr, in sehr ungeistlicher Weise gegen alles zu sein, was "die" da so machen. Nur Dagegensein wird fruchtlos bleiben, ja, es kann geschehen, daß man sich von den Kategorien, den Tagesordnungspunkten, dem Tempo und der Tonart des Gegenübers bestimmen läßt. Man fühlt sich vielleicht sehr anti-modernistisch, aber diese Art des Anti-Modernismus ist nur noch ein Siegelabdruck des Petschaftes Modernismus.

Gläubig zu sein heißt, die Wirklichkeit zu sehen wie sie ist - allerdings im Licht des Heiligen Geistes. In diesem Licht hat der Hl. Thomas von Aquin erklärt, daß das Böse nur eine ... Beraubung des Guten ist."

Probst Goesche zitiert das Gleichnis vom Feind, der Unkraut zwischen den Weizen sät. (Matth. 13, 24-30) Dort verbietet der Herr das Unkraut vor der Ernte auszuraufen, da sonst die gute Saat beschädigt werden könnte.

"Unser christliches Leben ist eben kein Unkrautjäten. Wenn wir gegen das Böse ankämpfen, dann zuerst bei uns selbst. Aber auch da ist die Flucht zu schöneren und besseren Zielen oft das beste Mittel. ... Nur die größere Liebe zu Christus, der Blick auf ihn, wird heilen - nicht der Blick auf meine Schwächen.

Aber zurück zum Leiden an den Mißständen in der Kirche: Oft haben wir das Gefühl, nichts, aber auch wirklich gar nichts, dagegen tun zu können. Aber damit sind wir schon in der Falle des Versuchers, der uns zu modernem Aktivismus lockt.....

Die Menschen dieser Welt halten es für das Entscheidende, Strukturen zu ändern. .... Aber wir dürfen uns nicht irre machen lassen: Gute Strukturen sind wichtig und viele Strukturen, die heute vor allem in der deutschen Kirche eingerichtet werden, sind fragwürdigen Urprungs und lassen schlimme Folgen befürchten. Dennoch sind Herz und Geist des Menschen entscheidend. Auch die beste Vorschrift und deren entschiedenstes Durchsetzen nützen nichts, wenn dem Menschen die Einsicht, ja,vielleicht sogar der Glaube fehlen. Darum brauchen wir das Gebet zum Heiligen Geist, der allein die Tiefe des menschlichen Herzens erreichen kann, und wir brauchen das Aufleuchten der Schönheit und Wahrheit des Glaubens an Jesus Christus, der das Gemüt erwärmt und den Geist erleuchtet. Nach einer solchen Umkehr, auf die unser Heiliger Vater so offensichtlich setzt, schmelzen falsche Strukturen so wie die Berge, die nach dem Psalmisten wie Wachs vor dem Angesicht des Herrn schmelzen. (vgl. Psalm 96,5)
...
Alles Gute, das wir in der Kirche unterstützen - vom Papst bis zu den kleinsten Aufbrüchen - ist tausendmal mehr wert, als die eloquenteste Klage über das allgegenwärtige Elend unserer Kirche.
...
Ja, wir dürfen uns ausweinen, vor dem Tabernakel oder auch bei Vertrauten. Manches Unheil konnte in den letzten Jahren auch nicht ins Kraut schießen, weil es einen Aufschrei der Empörung im Internet und in anderen Veröffentlichungen gab. Dennoch ist es für die Gewissenserforschung von uns allen, denen die organische, der Überlieferung treue Entwicklung der Kirche am Herzen liegt, sicher heilsam zu prüfen, ob unser eigentliches Anliegen das kraftvolle Wachsen des Weizens ist. Das Leiden mit Christus, das Streben nach Heiligkeit, die Förderung und Wertschätzung kleiner Schritte und schließlich vor allem die Bezeugung des Glaubens nach dem Vorbild des Papstes sind wichtiger als Unkrautjäten..."

In diesem Sinne werde ich mich also jetzt bemühen meinen Blog zu gestalten - auch eine Form des Fastens.

Montag, 16. Januar 2012

Gehts noch?


Um die Protestanten nicht zu verletzen, die, nach allem was allein schon in diesem Artikel steht, sich keineswegs scheuen das niederzumachen was uns Katholiken heilig ist, wird Bischof Ackermann den Papst für die Wallfahrt zum heiligen Rock in Trier nicht um einen Ablaß bitten. Kann man da nicht was machen?

Ultramontan weist darauf hin, daß man dann auch keinen Ablaß für die Armen Seelen im Fegefeuer gewinnen kann - aber wenns für einen "guten" Zweck ist.... Für die Ökumene opfern wir doch einfach alles, und zuerst unsere Selbstachtung.

Unter den Bedingungen gehe ich da nicht hin. Da wird aus einer Wallfahrt eine antikatholische Demonstration gemacht. Da gibt es die Wallfahrt zum Heiligen Rock schon so selten und dann klaut sie uns der eigene Bischof auch noch. Ich faß es nicht.

Sonntag, 20. November 2011

Der heilige Franz von Assisi und das ZdK

Johannes und Frischer Wind und andere im Kommentarbereich schlagen eine Umbenennung des ZdK vor. Lustige Idee und zweifellos eine Möglichkeit seinen Ärger mal loszuwerden. Da es aber leider bisher nicht danach aussieht als habe irgendwer vor, dem ZdK, dem kfd oder dem BdkJ die Mittel zu kürzen, ganz gleich was sie anstellen, komme ich immer mehr dazu zu denken, daß unsere einzige Chance die des Heiligen Franziskus ist:

Uns Gott zur Verfügung zu stellen, damit er durch uns seine Kirche wieder aufbaut. Und das bedeutet vor allem regelmäßiges Gebet. Ich denke den Aufbruch gibt es schon an verschiedensten Enden in kleinen Gemeinschaften, wie sie die katholische Kirche immer hatte und mit denen sie durch die härtesten Zeiten gegangen ist. Und wahrscheinlich wird es auch wieder darauf hinauslaufen, daß diese Gemeinschaften um ihre Unterhaltsmittel kämpfen werden, bis sie eine kritische Masse erreicht haben, die die alten Ideen beiseite fegt und mit ihnen die, die sie vertreten haben. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja auch da Bekehrungen. Das Ganze kann etwas dauern, trotzdem halte ich das für unsere einzige Chance.

Wenn wir nämlich beginnen eine Gegenrevolution aufzuziehen sind wir schon auf dem falschen Dampfer - sage ich Euch als Alt-68er. Wir bedienen uns dann derselben Mittel wie sie, nämlich rein politischer, und das, was eine Revolution des Glaubens in und mit Christus sein sollte wird nur zu einer weiteren Position im allgemeinen Meinungsmatsch - und damit völlig gleichgültig und wirkungslos.

Also dann - mache ich mich mal an meine Marienweihe für heute mit "pro immaculata". Ich denke daß das eine der kleinen Gemeinschaften werden könnte die ich meine.

Samstag, 19. November 2011

Ab jetzt auch in diesem Theater...

bekommt dieser Button einen festen Platz auf meiner Seite. Siehe hier über Alipius.

Dem auf sinistren Kooptionspfaden zusammengebastelten ZdK sollte man endlich die Befugnis entziehen, für die Gläubigen der katholischen Kirche zu sprechen - und das auch noch finanziert mit unserer Kirchensteuer.

Wieso fällt diesen ganzen Traditionsvereinigungen vom Zentralkomittee deutscher Katholiken über den katholischen Frauenverband kfd bis zur katholischen Jugendorganisation BdkJ eigentlich nichts anderes ein als die katholische Kirche zu demontieren? Liegt das daran, daß sie alle vom 1968er "Rauch des Satans", der in die Kirche eingedrungen ist angefressen sind? (siehe die Unterzeichnerliste des Memorandums, auf das ich nicht verlinke, ein Haufen Gemeindereferenten sind drunter)

An denen vorbei oder daneben gibt es ja wohl keine offiziellen Verbände, die für die Frauen, die Jugend oder allgemein die Laien in unserer Kirche sprechen könnten - und dafür von uns finanziert werden. Wenn man diese drei nicht abschaffen kann muß man wohl den 1968 propagierten "langen Weg durch die Institutionen" gehen (dafür bin ich zu alt und habe Besseres zu tun) oder hoffen, daß diese Frage sich per Zeitablauf selbst erledigt. Wenn ich den Zustand der Gemeindepädagogik betrachte kann sich das allerdings noch ziemlich ziehen.

Welchen Status haben diese drei Vereinigungen eigentlich kirchenverfassungsrechtlich? Mein Hausjurist ist gerade nicht da ;)

Samstag, 11. Juni 2011

Achtung! Zeitzünder bei Echo Romeo




Wenn ihr unbedingt vorm Schlafengehen noch einen großen Lacher braucht. Hier!

So kommts wenn man sich ständig in die Tasche lügt.

Sonntag, 6. Februar 2011

Ich frage mich,


da offenbar die Herren Professorii der katholischen Theologie eben mal die katholische Kirche abschaffen wollen wie es wohl weitergeht.

Konsequenterweise müßte man sie ja eigentlich alle kündigen, da sie offenbar nicht tun wofür sie angestellt wurden.

Und da frage ich mich - ganz ohne Scherz: Gibt es eigentlich dann noch genügend Universitäten, an denen Priester ausgebildet werden können oder fällt mit diesem "Generalstreik" - anders kann man es kaum bezeichnen - die Ausbildung der Priester? Kann die Kirche diese Professoren überhaupt entlassen oder sind die eigentlich staatliche Angestellte?

Gibt es überhaupt noch eine Universität in Deutschland, die in der Hauptsache den katholischen Glauben lehrt und romtreu ist? Welche Universität könnte man einem angehenden Priester überhaupt noch empfehlen?

Sehe ich das trotz allem zu schwarz?

Und zum Schluß ein Link zu Annuntiator, der eine Novene zum Heiligen Geist für die augenblickliche Situation vorschlägt. Ich denke nicht daß wir die jetzige Situation in Deutschland alleine geregelt kriegen.

Dienstag, 10. August 2010

Instituionalisierte Vetterleswirtschaft


Ich habe bisher gezögert bei "Das ZdK vertritt mich nicht" zu unterschreiben. Ich muß erst noch was dazu loswerden:

Johannes von Mater Amata hat sich mal mit den Strukturen des ZdK und wie es dazu kommt auseinandergesetzt. Ich hoffe er schreibt noch mal Genaueres darüber. Ich gebe mal eine Kurzzusammenfassung:

Es beginnt auf der untersten Ebene in den Pfarrgemeinderäten. Wer sich jemals gewundert hat, daß abgewählte Leute, die schon immer im Pfarrgemeinderat saßen auch nach der Abwahl wieder drin saßen dem sei gesagt, daß es da das Prinzip gibt, daß man Leute "kooptieren" kann. Ganz gleich also was das gemeine Kirchenvolk dazu gesagt hat, man wählt sie eben einfach wieder rein.

Dieses Prinzip gilt nun für jede weitere Ebene, wobei in den höheren Ebenen noch dazu kommt, daß die Verantwortlichen für verschiedene Institutionen und Arbeitskreise dort jeweils eine Stimme haben. Sind sie in mehreren solcher Gremien, was häufig vorkommt, so hat eine Person auf diese Weise nicht eine Stimme sondern zum Beispiel 3 bis 4. Bedenkt man dann noch, daß das ZdK zum Beispiel auch noch bekannte Persönlichkeiten und Politiker, die ihnen gerade in den Kram passen kooptieren kann, kann man sich zwar kaum noch ausrechnen, wieviel demokratisch Gewähltes ganz oben noch übrig bleibt, es ist aber auf jeden Fall äußerst gering. Damit stellt sich ganz unabhängig davon ob ich mit dem, was Herr Glück so von sich gibt einverstanden bin die Frage, wen das ZdK denn noch vertritt außer sich selbst.

Ich weiß nicht wer sich dieses innerkirchliche Konstrukt ausgedacht hat, das Ergebnis ist jedenfalls, daß man nach Belieben seinen Leuten Pöstchen zuschieben kann, weshalb wir die Herrschaften auch nicht so schnell loswerden. Es sei denn es legt endlich mal einer Hand an diese institutionalisierte Vetterleswirtschaft und organisiert das Ganze anders.

So jetzt bin ichs los und kann in Ruhe unterschreiben:

Samstag, 7. August 2010

Wir bleiben lieber unter uns.

Das ist der Eindruck, den wir als erstes von der katholischen Kirche bekommen haben. Heute ist in der FAZ ein Artikel mit dem Titel: Im Land der Mutlosen. Sehr lesenswert beschreibt er unter anderem die Erfahrungen eines Priesters aus Kamerun, der seit 2 Jahren kranke oder urlaubende Pfarrer in Deutschland vertritt. Der Artikel gibt ziemlich genau das wieder was uns auch bei unser Konversion begegnet ist. Ich zitiere:

"In Deutschland habe er oft das Gefühl, die Gemeinde wolle im Stil einer Sonntagskirche unter sich bleiben, sagt Pater Andrew Ngah. Wir hier, da draußen die Welt. Katholische Eliten in der Diaspora, die geheimbündlerische Züge an den Tag legen. Er erzählt von einem jungen Mann, der aus beruflichen Gründen von München nach Offenbach gezogen sei, dort regelmäßig die Messe besuchte, aber monatelang von niemandem angesprochen wurde. Eine solche Haltung sei nicht katholisch, katholisch meine universal: "Man muß es einfach so machen wie die internationalen Gemeinden, die im Gottesdienst fragen: Wer ist heute neu hier? So etwas wie ´Die deutsche Kirche´gibt es nicht."

Und Bischof Tebartz-van Elst erklärt dazu:

"´Die katholische Kirche ist universale Weltkirche, die sich in Ortskirchen darstellt. Evangelischerseits gibt es das Verständnis einer Landeskirche mit starkem Ortsbezug.´ Heißt für die Katholiken: Der Ort darf sich nicht selbst genügen. Das tut er aber oft genug, häufig den Priester eingeschlossen. Da wird die sonntägliche Predigt genutzt, um die eigenen Glaubenszweifel zu thematisieren - anstatt das Evangelium zu deuten. Und wie aufgeweicht und nachlässig mit der Liturgie umgegangen wird: Da wird keine Brücke gebaut für die nachwachsenden Generationen, die gar nicht wissen, was da geschieht, weil es ihnen niemand erklärt."

Nun, nicht nur für die nachwachsenden Generationen wird keine Brücke gebaut, sondern auch nicht für die Konvertiten. Du sitzt da als Neuer in der Messe, wenn Du Glück hast lächelt Dich mal einer an, aber es erklärt Dir über Monate keiner warum man wann aufsteht, sich bekreuzigt, niederkniet und schon gar nicht was der Priester da vorne eigentlich macht, und das Evangelium wird auch nicht gedeutet.

Ich habe dann oft erst mal dagesessen und gar nichts mehr gemacht. Unserer jüngeren neugierigen Tochter ging das in einer tridentinischen Messe in Berlin genauso, was noch zusätzlich dazu führte, daß eine alte Dame neben ihr die ganze Zeit über sie schimpfte, daß sie nicht mitmachte. Ein Super-GAU wenn man als Eltern seine Kinder dem Glauben näher bringen will.

Wir haben uns um Einführung in unseren Glauben selbst bemüht und irgendwann gab es dann auch zentral in unserer Stadt eine sogenannte Katechese. Locker, locker, wie man das heute so macht und ich war nicht da, weil man uns sagte das sei nichts für uns. Nachträglich weiß ich auch warum. Die Nachkonziliaren wollen keine Konvertiten, die katholisch wollen. Sie wollen sich ihre Gläubigen lieber selber "backen" und sie gleich auf ihren nachkonziliaren Kurs einstimmen. Ich hörte später von einer jungen Frau, die an einem dieser Kurse teilgenommen hatte, daß sie über Basics nicht Bescheid wußte und als wir sie fragten, ob sie denn nicht den kleinen Katechismus habe, da stehe doch alles drin, verneinte sie das. Niemand hatte ihr davon etwas gesagt.

Ich schaute mich in den verschiedenen Gruppen der Gemeinde damals um auf der Suche nach Unterweisung und auch Anschluß. Als erstes geriet ich in eine sogenannte "Spätschicht". Diese fand in einem Raum statt, in dem eine sehr schöne Madonna an der Kopfseite stand. Offensichtlich absichtlich setzte man sich aber im Kreis, kehrte ihr den Rücken und stellte ein paar Kerzen und Räucherwerk in die Mitte des Kreises und seitwärts auf eine Bank. Die folgende Meditation ist mir nicht im Gedächtnis, es war jedenfalls nicht was ich suchte. Ich bin gekommen um anzubeten, nicht um unterhalten zu werden und Mediationen im Kreis mit Räucherwerk kenne ich schließlich von Esoterikern zur Genüge. Dazu brauche ich keine "Spätschichten" und ähnliche Veranstaltungen. Danach redeten sie untereinander - außer mir war niemand neues da - daß sie eigentlich lieber weg gehen würden weil in der Gemeinde "nichts liefe". Ich beging dann noch den Fehler auf Nachfrage von einem Teil meines Weges zu erzählen, was dazu führte, daß mich ein Großteil derer, die an diesem Abend anwesend waren seitdem nicht mehr ansahen wenn ich ihnen im Gottesdienst begegnete. Mein Eindruck danach war, daß eigentlich alle am Gehen waren, während ich als einzige gerade gekommen war.

Eine solche starke Ablehnung habe ich, häufig auch in Form von "Gummiwänden" (Du spürst den Widerstand, weißt aber eigentlich nicht warum, denn wie soll man auch als Neuling auf die Idee kommen daß Katholiken nicht katholisch sein wollen?) nicht von den konservativen Kirchgängern erfahren, sondern vor allem von den "modernen" Nachkonziliaren, die aber am häufigsten über Veranstaltungen schwafeln, mit denen man Leute anziehen könne. Wenn diese dann kommen passen sie ihnen nicht, weil sie logischerweise (schließlich haben wir anders gelebt als sie) nicht so sind wie sie.

War jedenfalls ein toller Anfang. Ohne meinen Mann, der zu dieser Zeit schon aktiv und länger in der Gemeinde war hätte ich das wohl nicht durchgehalten.

Christus rief uns in seine Kirche so wie wir sind, aber für die älteren "nachkonziliaren" Brüder ist der verlorene Sohn nicht gut genug.