Sonntag, 6. November 2011

Ein Rosenkranz für die Toten

Heute habe ich das einzige unserer Familiengräber in Reichweite besucht und dort besonders für die verstorbenen Eltern gebetet, in der Hoffnung auf einen Ablaß für sie. Das fünfte Gesätz habe ich dann einer Tante gewidmet. Dabei fiel mir auf für wie viele ich nicht beten und auch keinen Ablaß gewinnen kann. Wenn ich das allein für alle verstorbenen Familienmitglieder machen wollte, die ich kenne, brauchte ich Jahre. Ganz zu schweigen von den Ahnen, von denen ich gar nichts mehr weiß, die sich aber oft an ihren Kindern schuldig gemacht haben, was wieder die Enkel und Urenkel auszubaden hatten. Geprügelte Kinder sind beispielsweise als Eltern auch meistens nicht der Traum für ihre Kinder.

Irgendwann wurde mir dann bewußt, daß ich immer schon die Welt retten wollte, drunter gings nicht. Dabei habe ich keine Ahnung wie ich auch nur meinen eigenen Ahnen in den Himmel helfen kann - mit positiven Folgen für meine Kinder und Enkel hoffe ich, indem ich an Ablässen für sie arbeite. Dann fiel mir auf, daß ich zwar bitten kann, ich aber eine zu wirtschaftliche Vorstellung davon hatte: Ich gebe soundsoviel Gebete und das wird dann mit Erlösung bezahlt. Wenn ich das nicht Gott anvertraue ... nur er kann begnadigen, auch das wovon ich nichts weiß - und ich kann ebenso wie Maria nur bitten. Und mit ihr bin ich ja dabei in bester Gesellschaft.

Was geschieht eigentlich mit den Menschen, für die keiner mehr betet?

Das Bild kommt von hier.

Kommentare:

  1. Mit den Menschen, für die keiner betet - die haben dann wohl weniger Chancen (auf den Himmel), weil keiner ihnen hilft.
    Mit den Verstorbenen - die müssen dann länger warten auf die Erlösung aus dem Fegefeuer.

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  2. Hallo,

    das Purgatorium beschreibt einen Zustand in dem unsere Vorstellungen von Zeit vermutlich nicht mehr gelten. Es mag ein Trost sein, dass dieser Zustand der Läuterung letztlich die Seele gottfähig macht, und somit für die armen Seelen zu einem guten Ende führt. Aber es ist schön, dass man Taten der Barmherzigkeit nicht nur für die Lebenden diesseits vollbringen kann.

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  3. Nein, unfair gibt's nicht beim lieben Gott.
    Denken WIR an die, für die niemand betet. Schließen wir alle ins Gebet mit ein.
    Und dann gibt's ja noch die Ordensleute, die Tag und Nacht beten, gerade für die, für die sonst niemand betet.
    Alles Übrige müssen und dürfen wir der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen und wir werden irgendwann sehen, dass alles wunderbar aufgeht. Es wird genau richtig verteilt sein.

    In christlicher Hoffnung
    Frischer Wind

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  4. Als Gemeinschaft der Kirche beten wir immer wieder für die Toten, an die keiner mehr denkt, für die, „deren Namen niemand kennt als du allein" oder im Hochgebet ganz allgemein für alle verstorbenen Christen: die „die uns vorangegangen sind, bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens, und die nun ruhen in Frieden."

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  5. Ich vergaß die Armen, Leidenden und Kranken, die der hl. Laurentius als "den wahren Reichtum der Kirche" bezeichnet hat. Ihr Übermaß an Leiden kommt - wenn sie es in dieser Intention ertragen - denen zugute, die die daraus erwachsenen Gnaden nötig haben.

    Der hl. Paulus sagt: "Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt." Kolosser 1,24

    So schöpfen die Verlassenen und Vergessenen aus dem Gnadenschatz der Kirche.

    Vielleicht ist das auch eine Antwort auf die Sinnfrage nach dem Leiden so vieler Unschuldiger...

    Also wie Braut des Lammes sagt:
    Die Gemeinschaft der Heiligen, die Kirche, vergisst auch die nicht, die nach rein irdischem Maßstab vergessen scheinen.

    Das ist doch eine frohe Botschaft!

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  6. Vielen Dank, Ihr Lieben alle. Das war jetzt wirklich eine nötige Aufklärung für mich.

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  7. genau wie es "die braut des lammes" sagt. die kirche betet tag täglich für alle gläubigen. es gibt also niemanden für den nicht gebetet wird. alle priester beten das brevier für die kirche, d.h. alle glübigen. die hl. messe wird praktisch rund um die uhr gefeiert sodaß man sagen kann es wird immer für alle gebetet. also da brauchst du dir keine gedanken zu machen.
    zum ablaß: es gibt auch andere vollkommene ablässe (z.b. den portiunkula ablaß)und der ablaß am 2. november, für die toten kann wenn ich mich recht erinnere acht (8) tage lange gewonnen werden und es ist ein "toties-quoties" ablaß, d.h. du kannst jedesmal einen vollkommen ablaß gewinnen wenn du in dieser zeit in eine kirche gehts und die anderen bedinungen (beichte, abkehr von jeglicher sünde, gebet in der intention des hl. vaters etc.) erfüllst. also ist noch viel drin für die verstorbenen famileinmitglieder.
    fr. thomas matthaei, zambia

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  8. @Father Thomas
    Auch Ihnen vielen Dank. Mein Problem war als Konvertitin vor allen Dingen, Familienangehörige zu haben, von denen ich mir nicht so sicher bin ob sie gläubig waren, auch wenn sie keine schlechten Menschen waren. Ich habe sie aber geliebt und wünsche mir sehr daß sie zu Gott kommen. Da greift dann wohl eher der Ablaß, nicht?

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  9. @dorothea
    hier hab ich den besten link der alles über die gewinnung von ablässen sagt, was man da wissen will und muß. man kann sogar täglich einen vollkommenen ablaß gewinnen, was ich auch nicht wußte. http://kath-zdw.ch/maria/ablass.html
    schau hier nach. gibt gute anregungen. es gib viel zu tun, packen wir's an ;)
    fr. thomas

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