Samstag, 12. Juni 2010

Maria, der Rosenkranz und ich


Gott holt jeden da ab, wo er ist!

Ich versetzte mich bei meiner schamanischen Arbeit durch bestimmte Techniken in einen empfänglichen Zustand. Einmal "arbeitete" (so der gebräuchliche Terminus) ich mit einem Baum als der "Vorhang", der unsere Welt nach meiner Wahrnehmung von der unsichtbaren Welt trennt, beiseite gezogen wurde. Eine Gestalt kam auf mich zu in leuchtenden, aus sich selbst strahlenden Farben, Licht, das aus sich selbst heraus leuchtet, am ehesten vergleichbar mit den Farben eines Regenbogens, aber strahlender.

Ich konnte kein Gesicht erkennen aber ich wußte, daß dieses Wesen weiblich war und nahme ein langes fließendes Gewand wahr, das um sie wehte. Sie erschien mir in rotem, blauen und goldenem Licht. Ich erfuhr den Namen dieses Wesens: "Maria" - und fiel regelrecht wieder aus dieser Vision heraus, vollkommen überrascht und auch überwältigt.

Ich und Maria? Hey, ich bin baptistisch erzogen, Marienverehrung war da das letzte. Maria war wie die Engel in der esoterischen Szene damals durchaus schon im Gespräch, man "arbeitete" mit Maria und ihren "Energien", aber ich konnte sie mir eigentlich höchstens als Ersatz für eine keltische Frühlingsgöttin vorstellen.

Im Neuheidentum ist man der Ansicht, daß die christlichen Engel, Heiligen und eben auch Maria bloß auf die alten heidnischen Götter "aufgesetzt" worden seien, und daß die katholische Kirche die alten Götter und den alten Glauben in einem unfreundlichen bis aggressiven Akt vertrieben habe.

Ich nahm meine Marienerscheinung erst einmal hin, und lebte mein Leben weiter, da ich sie nicht verstand. Bald darauf begegnete Maria mir wieder.

Ich ging mit meinem Mann, der mittlerweile Katholik geworden war, bei Ausflügen in Kirchen mit hinein, um dem nachzuspüren, was es dort an "Energien" und Geistwesen gab. Bei einem Besuch im Dom in Mainz in der Anbetungskapelle saß ich wieder und spürte den dortigen "Energien" nach. Es waren noch einige Leute da, die plötzlich begannen, den Rosenkranz zu beten. Ich machte mir zu dieser Zeit große Sorgen um meinen Mann, weil er katholisch geworden war, das Medium in meiner Gruppe war aber gerade ausführlichst über Jesus Christus und seine Kirche hergezogen. Ich hatte daher zunächst den Impuls, schnellstens die Kapelle zu verlassen, blieb dann aber und dachte, weglaufen könne ich ja immer noch, wenns ganz schlimm komme.

Während des Rosenkranzgebetes nahm ich nach und nach nicht nur eine deutliche positive Veränderung der Atmosphäre wahr, sondern sah auch dieselbe Gestalt in denselben Farben unter dem Kruzifix stehen wie ich sie bei dem Baum gesehen hatte. (Es gibt dort keine Statue unter dem sehr alten Kreuz) Maria stand unter dem Kreuz und aus der Herzmitte des Mannes am Kreuz kam in leuchtendem Weiß ein Lichtstrahl.

Gleichzeitig bekam ich sozusagen eine Aufklärung über den Rosenkranz. Ich sah, daß es ein sehr altes Gebet ist - ich konnte die Häuser und engen Gassen einer mittelalterlichen Stadt sehen und daß dieses Gebet aus einer Zeit der Angst stammt. Ebenso verstand ich, daß es auch heute noch wirksam ist und daß es nicht stimmte, was unser Medium uns beibrachte, nämlich daß wir schwer an uns arbeiten müßten um uns zu verbessern und dadurch die Welt zu retten. (Ich stellte irgendwann - spät - fest, daß er sich davon ausnahm und auch, daß wir uns nicht selbst erlösen können, schließlich habe ich das 25 Jahre lang versucht) Hier war eine ganze Kirche mit Maria, Jesus, Heiligen, Engeln und allem Drum und Dran, die schon längst an der Rettung der Welt arbeitete.

Diese Erkenntnis tröstete mich nicht nur in Bezug auf meinen katholischen Ehemann sondern ich konnte auch ihre Wahrheit erkennen. Das brachte ich dann ganz naiv in eine der nächsten Sitzungen meiner Gruppe ein. Der Effekt war ein Ausbruch unseres "Geistigen Lehrers" - und ich wußte, daß er lügt!

Heute ist der Rosenkranz mein liebstes Gebet und es tröstet mich immer.

In meiner ersten katholischen Gemeinde gab es eine Initiative die Kirche offen zu halten, die abgebügelt wurde. Stattdessen will man "niederschwellige" Angebote machen. Diese niedrige Schwelle existiert aber schon ganz real, wenn man den Menschen denn ermöglicht in unsere Kirchen vor das Allerheiligste und zu Maria zu gehen. Mir scheint der ganze Aufstand mit den niederschwelligen Angeboten kommt eher daher, daß man Gott nichts mehr zutraut und meint alles selbst machen zu müssen, so wie ich das ja auch geglaubt habe als Esoterikerin. Es ist zuallererst die Kirche des Dreifaltigen Gottes und wenn er sie nicht erhalten will geht sowieso nichts, wozu also dieses dem-Zeitgeist-Hinterherkrabbeln statt sich in Anbetung an Gott zu wenden?

Kommentare:

  1. Bist Du denn noch schamanisch aktiv oder hast Du das alles an den Nagel gehängt? Ein christlicher "Esoteriker", der das Rosenkranzgebet nachhaltig empfiehlt: Valentin Tomberg.

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  2. Ich hab das alles an den Nagel gehängt, da ich von den Geistern mit denen ich zusammengearbeitet hatte verschiedentlich aggressive Reaktionen bekam, als ich z.B. eine Marienstatue an einen prominenten Platz stellte und auch an meinen Wirkungsstätten im Wald. Ich hatte immer gedacht, das seien gute Geister aber ich mußte mich dann entscheiden. Auch mein Medium/Guru hat sich zum Schluß als mehr als fragwürdig erwiesen und war dann wirklich an seinen Früchten zu erkennen auch wenns lang gedauert hat. Wenn Du Dich mal mit esoterischen Sekten wie z.B. Osho und seinen Anhängern beschäftigt hast bekommst Du einen Eindruck. Wie gesagt: totale Egozentriker, die auch vor jeder Form von Mißbrauch nicht zurückschrecken, weil sie natürlich behaupten zu wissen was für ihre Schüler gut ist und wenn sie jemanden verletzen sind sie auch nicht schuld, sondern dann war das eben Karma und sicher hat der Verletzte dem, der ihn verletzt hat in einem früheren Leben was angetan. Total verquer! Das Recht des Stärkeren ist nichts dagegen. Valentin Tomberg habe ich gerade mal gegoogelt, ein Antroposoph, der sich zumindest laut wikipedia nie davon distaniziert hat. Antroposophen sind die Vorreiter und Wegbereiter der heutigen Esoterik, ein unterhaltsames Durchblickerbuch dazu ist "Yoga, Astro, Globuli" von Pilar. Nach meiner Erfahrung ist es kritisch, verschiedene spirituelle Richtungen oder auch Religionen zu vermischen, denn wenn man sie nicht selbst länger gelebt hat, oder sich lange damit beschäftigt hat begreift man nicht ohne weiteres ihre oft grundlegende Unvereinbarkeit.

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  3. Niedrigschwellige Angebote - das ist schon ein Kreuz !

    Glaube, Ehe und andere wichtige Entscheidungen sind Sprünge, man muss sie tun oder lassen. Die niedrigen Schwellen sind ein Versuch, sich darum herum zu mogeln.

    Sie funktionieren auch nicht, sind stillos und beschädigen 'die Marke', mal bewusst weltlich gesprochen.

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  4. Sehr, sehr spannend, das alles!
    Ein toller Einstand und ich freue mich schon sehr darauf, mehr von Dir zu lesen.
    Herzliche willkommen in der Blogozese!

    Laurentius Rhenanius

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  5. Ja, Tomberg ist ein spezieller Fall. Gewiß kein Kirchenlehrer, aber immerhin werden seine Schriften von Robert Spaemann herausgegeben. Es gibt auch ein Photo, wo sein Hauptwerk (Die großen Arcana des Tarot) auf dem Schreibtisch von Papst Johannes Paul II. liegt. Die Anthroposophen haben ihm seine Hinwendung zur katholischen Kirche nie verziehen. Am besten liest man selbst; ich glaube, man kann, auch wenn man nicht in allen Punkten übereinstimmt, doch einen Gewinn aus der Lektüre ziehen.

    Danke für die Aufnahme in Deine Blogroll; ich werde an Dich denken, sobald ich dazu komme, meine eigene Blogroll zu aktualisieren.

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  6. Ich bedanke mich für die freundliche Aufnahme.

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