Dienstag, 1. Mai 2012

Wer kämpft da eigentlich gegen wen?

ich habe mich jetzt einige Tage mit diesem Post herumgeschlagen (Fazit: Die katholische Kirche ist daran schuld, daß Tiere mißhandelt werden) und mich gefragt, warum ich bei so etwas, außer aus dem naheliegenden Grund daß die katholische Kirche meine Kirche ist, die Haare stelle.

Dann fiel mir ein wie froh ich war als ich der katholischen Kirche näher kam, daß sie sich um Menschen und ihr Seelenheil kümmert. Ich bin in meinem Leben schließlich für alles und jedes in den Kampf gezogen - für den Kommunismus, für die entrechteten Völker, für die Frauen, für Naturmedizin, für den Naturschutz, und der Schamanismus basierte auf dem Naturschutzgedanken. Bei so ziemlich allem hat sich schließlich herausgestellt, daß es auf einer romantischen Idee beruhte die so Verteidigten seien viel besser als die, die sie "unterdrückten" oder darauf, daß Politik mit diesen romantischen Vorstellungen und mit, allenfalls, Halbwahrheiten gemacht wurde - und ich bin darauf hereingefallen. Und ich habe mich immer gehetzt gefühlt, erst mit Jesus Christus kehrte nach und nach Frieden ein.

Ich werde mich hier hauptsächlich mit der romantischen Vorstellung über die Natur befassen und meine Erfahrungen mit dem Schamanismus. Besonders Naturvölkern wird ja heute attestiert wie großartig und vorbildlich ihr Umgang mit der Natur war. Nur fragt sich dann wie es kommt, daß die Indianer Nordamerikas willige Helfer der Trapper waren und gemeinsam mit ihnen binnen weniger Jahre ganze Landstriche leergejagt haben um der Felle willen. Das führte dazu, daß es zu Verfolgungen von Hexen und Zauberern kam, die angeblich das Wild verzauberten weil es nicht mehr zu finden war. Denn im Glaubenssystem der Jäger, ihrer Religion, stimmte ja alles und sie hatten ein gutes Gewissen: Sie hatten den Großen Geist um Jagdglück gebeten und sie hatten sich bei den Tieren bedankt und sie geehrt nachdem sie sie getötet und ihr Fell genommen hatten. Nur hatten sich sowohl ihre Bedürfnisse als auch ihre Waffen geändert, die sie dann auch gleich mal zur Ausrottung anderer indianischer Stämme benutzt haben, mit denen sie schon lange befeindet waren. Die Weißen hätten ohne die Hilfe indianischer Stämme, die sich davon Vorteile für sich erhofften den amerikanischen Kontinent nicht erobern können, genauso wie sie ohne die Hilfe schwarzer Stämme nicht in solchem Maßstab mit Sklaven hätten handeln können. Also laßt mich in Ruhe mit "edlen Wilden".

Seit etwa 300 Jahren haben wir nun große Volksbewegungen, die das Glück auf dieser Erde einzuführen hoffen, wenn man nur ihre Vorstellungen umsetzt. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", "Eigentum ist Diebstahl", "An den Problemen der 3. Welt sind die Imperialisten und Kolonialisten schuld", "Frauen sind die besseren Menschen" und "Der Mensch ist auf der Erde ein Krebsgeschwür und gehört deshalb abgeschafft".

Und für jede dieser Ideen gab es Leute, die in den Krieg gezogen sind und es gab jede Menge Tote, Mißhandelte und Traumatisierte und jede Menge Natur, die dabei zerstört wurde. Nun zieht eben gerade wieder eine neue Truppe in den Krieg und diesmal geht es nicht mehr gegen einige Leute, die gerade anders sind als wir und die wir deshalb umbringen oder versklaven, sondern es geht gleich um die ganze Menschheit. Für die radikalen Naturschützer ist der Mensch ein Schädling auf dieser Erde. Was auch ohne weiteres erklärt, warum sie gegen Abtreibung und Euthanasie in der Regel nichts haben und Christenverfolgung sie schon gar nicht interessiert. Und deshalb und weil für meine Wahrnehmung viel zu unklar ist welche politischen Interessen noch dahinter stecken, werde ich mich dieser neuen Sau, die in Bezug auf die Ukraine und die dortige EM gerade in verschiedenen Medien durchs Dorf getrieben wird, nicht anschließen.

Und ich frage mich über das Tagespolitische hinaus auch: Wer steckt eigentlich hinter dieser neuen weltumspannenden Idee die Menschheit auszurotten? Nach dem was ich gesehen habe, gibt es da auch immer Kräfte aus der unsichtbaren Welt. Warum wollten die Naturgeister, die meine Freunde waren nichts mehr mit mir zu tun haben als ich zu Jesus Christus gegangen bin, der gesagt hat "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"? Wem hören eigentlich die zu, die mit diesen schrillen kriegerischen Tönen Tiere und Natur verteidigen, und - mal wieder - die katholische Kirche angreifen? Gibts da vielleicht Konkurrenz? Die Christenheit wußte immer um den Satan - heute gibts den natürlich nicht mehr *Ironiemodus aus* - und die Heilige Anna Katharina Emmerich hat in ihren Visionen dunkle Geister über dem See Genezareth nach Jesu Kreuzestod klagen hören: "..wir müssen in den Abgrund. Der große Pan ist gestorben." Wer kämpft da eigentlich gegen wen?

Und, da man schließlich so etwas heute einzeln erklären muß: Ich bin nicht dafür Tiere zu quälen, aber ich mißtraue aufs heftigste den schrillen Tönen, die ich da höre.

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich habe mir den Post durchgelesen, mit dem Du Dich tagelang herumgeärgert hast. Wenn ich soetwas lese, ärgert mich das auch, aber nicht solange, weil es ja offenkundiger Blödsinn ist. Einen Zusammenhang zwischen katholizismus und Tierquälerei zu konstruieren ist grotesk und abwegig. Der Club of Rome hat das ende der 70er Jahre in dem Buch "Die Grenzen des Wachstums" auch schon versucht mit dem Hinweis, dass wir uns laut Bibel die Erde untertan machen sollen, wäre der Grund für die Rücksichtslose Ausbeutung der Natur unter den Menschen. Das ist so offensichtlich falsch, dass man schon fast drüber lachen könnte. Es gibt heute eine Tendenz, sich für sogenannte Tierrechte stark zu machen, häufig von Leuten die nicht mehr wissen, was eigentlich der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist. Im Prinzip läuft es darauf hinaus, dass alle menschlichen Fähigkeiten irgendwie auch von Tieren, speziell hochentwickelten Säugetieren beherrscht werden.
    Mir ist bekannt, dass gerade in Spanien der Tierschutz noch in den Kinderschuhen steckt, da meine Mutter Spanierin ist, und ich einige Male dort war, kann ich da bestätigen, aber dergleichen gibt es in China und anderen Gegenden der Welt auch. Es gibt keine katholische Lehre die direkt oder indirekt dazu führt, Tiere zu mißhandeln - warum auch? Sie sind Mitgeschöpfe, und nichts schafft Gott ohne Grund. Diese Maja Prinzessin von Hohenzollern sollte einmal einen Blick in den KKK werfen, wo u.a. steht: "Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Darum schulden ihnen auch die Menschen Wohlwollen. Erinnern wir uns, mit welchem Feingefühl die Heiligen, z.B. der hl. Franz von Assisi und der hl. Philipp Neri, die Tiere behandelten. (Nr. 2416)"

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    1. Vielen Dank, genau diese Informationen haben in meinem Post gefehlt :)

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  2. Ohne der Autorin des Dich so ärgernden Artikels zu nahe treten zu wollen - er ist von so entsetzlicher Dummheit geprägt, daß er den Ärger wohl nicht wert ist. Die angebliche Antwort aus dem Vatikan glaube ich so, wie sie dort zitiert ist (und mit dem Kontext - was wurden denn tatsächlich gefragt?) keine Sekunde.
    Tiere haben keine Seele, sie wurden nicht, so wie der Mensch, von Gott beseelt. Der Auftrag an den Menschen war sich die Erde untertan zu machen. Darin ein reines Ausbeutungsverhältnis zu sehen anstatt eine liebende Fürsorgepflicht wirft ein bezeichnendes Licht auf das Herrschaftsverständnis der Prinzessin von Hohenzollern. Bei solchen Kandidaten als Monarchen ist man dann doch froh, daß es bei uns keine Monarchie mehr gibt.

    lg

    Matthias

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  3. Bei "Tiere haben keine Seelen" darf ich mir erlauben, den mittelalterlichen Herrn Thomas in den Zeugenstand zu rufen. Es mag all zu jesuitisch klingeln, aber Tiere haben eben doch eine Seele, Tierseelen eben. Die vergehen mit dem Tode zwar, und somit stimmt auch, was Du sagen möchtest. Die Tierseelenannahme schützt allerdings wiederum die Tiere vor dem Missbrauch jener, die in ihnen nur mechanische Wesen sehen. Auf dem Boden des besonnenen, katholischen Bedenkens rücken die Dinge wieder mal wunderbar in die vernünftige Mitte.

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  4. @Thomas Didymos
    Die Frage was sie denn nun eigentlich an den Vatikan geschrieben haben habe ich mir auch gestellt und glaube auch auf jeden Fall nicht daß sie eine solche Antwort zurückbekommen haben. Ich habe den link halt auch noch über eine in unserer Gemeinde aktive Frau gefunden, die das ohne jede Kritik gepostet hat. Da bekomm ich dann gleich doppelt die Krise.
    @Thomas Dydimos und eumloquator
    was die Tierseelen betrifft hatte ich in meiner schamanischen Zeit ein paarmal Erfahrungen mit Haustieren, die uns gestorben sind. Ich hatte den Eindruck, daß unser Zwergkaninchen sozusagen schneller "weg" war als unsere Katze. Das mag aber auch daran liegen daß ich zu meiner Katze eine besondere Beziehung hatte. Ich hatte den Eindruck sie hat mich noch eine Zeitlang "besucht" wie das ja auch vielen Leuten mit ihren Tieren oder auch mit Angehörigen geht.

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